Informationen Studium KW
Studienplan BA
Welche Leistungen sind im Rahmen der Belegung von KW als BA-Nebenfach in welchem Semester zu erbringen?
1. Fachbeschreibung und Lernziele
Kognitionswissenschaft (KW) hat zum Ziel, die geistigen Leistungen vor allem von Menschen (aber auch anderer Organismen und technischer Systeme) zu untersuchen, sowie die ihnen zugrunde liegenden Vorgänge und Vorraussetzungen. Der Gegenstand der KW ist also die Erforschung kognitiver Systeme, ihrer kognitiv relevanten Strukturen und der darin ablaufenden Prozesse, sowie der daraus hervorgehenden Leistungen. Durch die Grundannahme, dass kognitive Prozesse als Berechnungsvorgänge zu betrachten sind, gewinnt die KW einen biologische und künstliche Systeme übergreifenden Forschungsansatz. Mit der zunehmenden Bedeutung der Informationstechnologie steigt auch die Bedeutung der angewandten KW, die sich unter anderem mit der Mensch-Computer-Interaktion befasst.
KW kombiniert die geisteswissenschaftlich-analytische Arbeitsweise der Geistes- und Formalwissenschaften (z. B. der theoretischen Linguistik) mit dem naturwissen-schaftlich-experimentellen Vorgehen der Psychologie und der Neurowissenschaften, sowie mit den synthetisch-konstruktiven Techniken der Informatik (insbesondere der Künstlichen Intelligenz).
Ziel des Studiums ist der Erwerb methodischer Kompetenzen und kognitionswissenschaftlicher Grundkenntnisse, sowie deren Umsetzung in Anwendungsbereichen (z.B. Aufgabenanalyse, Mensch-Computer-Interaktion, Lernen mit neuen Medien).
2. Studieninhalte und Studienverlauf
- Kognitive Architekturen, d.h. die strukturelle und funktionelle Organisation biologischer und technischer kognitiver Systeme, insbesondere der menschlichen Kognition,
- Repräsentation, Organisation und Gebrauch von allgemeinem und bereichsspezifischem Wissen,
- Kognitive Modellierung als Methodik, die Computersimulation mit empirischer Forschung integriert,
- Kognitive Linguistik, Psycholinguistik des Sprechens und Verstehens, Modellierung der Verarbeitung natürlicher Sprache,
- Informationsverarbeitung, Wahrnehmung und sensomotorische Prozesse (Handlungssteuerung) kognitiver Agenten in diversen Anwendungsfeldern,
- Kognitive Ergonomie in der Gestaltung und Bewertung von Dialog- und Informationssystemen,
- Wissenskommunikation (insbesondere kooperierende Agenten) und Wissenserwerb mit neuen Medien.
2.2. Lehrveranstaltungen
Im Nebenfach KW sind 40 ECTS-Punkte zu erwerben. Das dafür erforderliche Lehrangebot hat einen Umfang von 20 SWS. Die Lehrveranstaltungen gliedern sich in die Module „Grundlagen“ und „Anwendungen“ und „Vertiefung“:
Modul GRUNDLAGEN1
Fachsem. | Typ | Titel | SWS | CP | Leistungsnachweis |
|---|---|---|---|---|---|
1 | V IK2 | Einführung in die KW I Empirische Forschungsmethoden | 2 2 | 4 4 | Klausur3 Klausur |
2 | S | Kognitionswissenschaftliches Proseminar | 2 | 4 | Referat / 5 Versuchs-personenstunden |
3 | V IK | Einführung in die KW II Programmierung und formale Grundlagen | 2 2 | 4 4 | Klausur Klausur |
Insgesamt | 10 | 20 |
Die Vorlesung „Einführung in die KW I“ behandelt Grundlagen menschlicher Informationsverarbeitung sowie kognitiver Systeme allgemein. Im Mittelpunkt stehen dabei Aspekte kognitiver Architektur und kognitiver Ressourcen.
Der Intensivkurs „Empirische Forschungsmethoden“ ist den Forschungsmethoden in der KW gewidmet.
Das kognitionswissenschaftliche Proseminar führt die Teilnehmer anhand von Originaltexten (insbesondere auch englischsprachlichen Arbeiten) in die Problemfelder und methodischen Zugangsweisen der KW ein. Zugleich sollen durch Referate der Teilnehmer Techniken des Zusammenfassens und Präsentierens geübt werden.
Die Vorlesung „Einführung in die KW II“ widmet sich vor allem dem Bereich der natürlichen Sprache aus kognitiv-linguistischer Sicht. Ferner werden Fragen der Kommunikation und Kooperation kognitiver Systeme (Menschen, technische Agenten, gemischte Systeme) behandelt.
Im Intensivkurs „Programmierung und formale Grundlagen“ werden Grundzüge des Programmierens sowie andere formale Techniken vermittelt, die für die KW von wesentlicher Bedeutung sind.
Modul ANWENDUNG4
Fachsem. | Typ | Titel | SWS | CP | Leistungsnachweis |
|---|---|---|---|---|---|
4 | V Ü | Kognitive Modellierung Kognitive Modellierung | 2 4 | 4 6 | Klausur Schriftliche Studienleistung |
6 | V | Angewandte Kognitionswissenschaft | 2 | 4 | Klausur |
insgesamt | 8 | 14 |
Die Vorlesung „Kognitive Modellierung“ führt in die zentrale Methode der KW ein. In der zugehörigen Übung werden an kleineren, ausgewählten Beispielen die Techniken der Computermodellierung kognitiver Prozesse in ihrer für die KW typischen Verzahnung mit formalen und empirischen Analysen in Kleingruppen eingeübt.
Die Vorlesung Angewandte Kognitionswissenschaft behandelt wesentliche Anwendungsfelder der KW, insbesondere Design und Usability-Analysen von Informationssystemen, Aufgabenanalyse und Workflow-Modelle, sowie Wissensdiagnostik und Knowledge Engineering, Lernen mit neuen Medien usw.
Modul VERTIEFUNG
Fachsem. | Typ | Titel | SWS | CP | Leistungsnachweis |
|---|---|---|---|---|---|
5 | S | Hauptseminar5 | 2 | 6 | schriftliche Hausarbeit |
insgesamt | 2 | 6 |
Kognitionswissenschaftliche Hauptseminare im Modul „Vertiefung“ werden zu unterschiedliche Themen der KW angeboten. Sie können dem Bereich Grundlagen oder Anwendung zugeordnet sein. Ziel ist es, die bereits mit den einführenden Grundlagen und Anwendungen vertrauten Studierenden – und deshalb ist die Teilnahme an einem solchen Seminar erst nach der Zwischenprüfung vorgesehen – zu vertiefter theoretischer Reflexion über grundlegende Fragen der KW anregen.
2.3 Studienverlauf
FS6 | Lehrveranstaltung | SWS | CP |
1 | G: Einführung in die Kognitionswissenschaft I | 2 | 4 |
1 | G: Empirische Forschungsmethoden | 2 | 4 |
2 | G: Kognitionswissenschaftliches Proseminar | 2 | 4 |
3 | G: Einführung in die Kognitionswissenschaft II | 2 | 4 |
3 | G: Programmierung und formale Grundlagen | 2 | 4 |
4 | A: Kognitive Modellierung (Vorlesung) | 4 | 4 |
4 | A: Kognitive Modellierung (Übung) | 2 | 6 |
5 | V: Hauptseminar | 2 | 6 |
6 | A: Angewandte Kognitionswissenschaft | 2 | 4 |
insgesamt | 20 | 40 |
Grundlagen stehen überwiegend am Anfang (1.-3. Fachsemester), bald dann verzahnt mit Anwendungen (4. Fachsemester). Nach der Zwischenprüfung findet im kognitionswissenschaftlichen Hauptseminar (Modul Vertiefung) noch eine vertiefte Reflexion von Grundlagen oder Anwendungsaspekten statt (5. Fachsemester). Abschließend (6. Fachsemester) wird ein Überblick über Anwendungen gegeben werden.
3. Leistungsnachweise und Prüfungen
Alle Leistungsnachweise werden studienbegleitend erbracht, entweder als Klausuren (während bzw. am Ende einer Lehrveranstaltung) oder als Referate (mündlich mit schriftlicher Ausarbeitung) bzw. Seminararbeiten (schriftliche Hausarbeit).
3.1 Orientierungsprüfung
Als Orientierungsprüfung ist in der Lehrveranstaltung „Einführung in die KW I“ am Ende des 1. Fachsemesters eine schriftliche Modulteilprüfung (Klausur) abzulegen. Die Orientierungsprüfungsleistung ist zugleich Bestandteil der studienbegleitenden Bakkalaureusprüfung. Als Ergänzungsleistung sind bis zum Beginn des 3. Fachsemesters weitere 4 ECTS-Punkte im Modul Grundlagen der Kognitionswissenschaft zu erwerben, in der Regel über die erfolgreiche Teilnahme am kognitionswissenschaftlichen Proseminar.
Voraussetzung zur Zulassung zur Zwischenprüfung (Ende 4. Fachsemester) ist die erfolgreich abgelegte Orientierungsprüfung, sowie der erfolgreiche Besuch der Lehrveranstaltungen „Empirische Methoden“, „Programmierung und formale Grundlagen“ und „Einführung in die Kognitionswissenschaft II“.
Als Zwischenprüfungsleistung ist in der Lehrveranstaltung „Kognitive Modellierung“ (V) eine schriftliche Modulteilprüfung abzulegen. Die Zwischenprüfungsleistung ist zugleich Bestandteil der studienbegleitenden Leistungen der Bakkalaureusprüfung.
3.3 Bakkalaureusprüfung
Die Bakkalaureusprüfung umfasst folgende studienbegleitenden Prüfungen:
1. Modul „Grundlagen“: schriftliche Modulteilprüfungen in folgenden Lehrveranstaltungen:
- Einführung in die KW I (Klausur, zugleich Orientierungsprüfung)
- Einführung in die KW II (Klausur)
2. Modul „Anwendung“: Schriftliche Modulteilprüfung in folgenden Lehrveranstaltungen:
- Kognitive Modellierung (Zwischenprüfungsleistung)
- Angewandte Kognitionswissenschaft (Klausur)
- Prüfungsleistung abhängig von den Scheinkriterien des Hauptseminars
Die Modulnoten für beide Module ergeben sich als ungewichtetes Mittel aus den Noten der Modulteilprüfungen. Die Gesamtnote der Bakkalaureusprüfung im Nebenfach KW ergibt sich als ungewichtetes Mittel aus den beiden Modulnoten.
1 Alle aufgeführten Lehrveranstaltungen sind Pflichtveranstaltungen.
2 Intensivkurs
3 Zugleich Orientierungsprüfung
4 Alle aufgeführten Lehrveranstaltungen sind Pflichtveranstaltungen.
5 Teilnahmevoraussetzung ist die erfolgreiche Teilnahme am Proseminar
6 FS = Fachsemester, SWS = Semester-Wochenstunden, CP = ECTS-Punkte, G =Modul Grundlagen der KW, A = Modul Angewandte KW, V = Modul Vertiefung.
