Lehrveranstaltungen im SoSe 2013
Hier befindet sich die Übersichtsseite für die Lehrveranstaltungen des SoSe 2013.
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![]() | Prof. Dr. Herbert | ||||||||||||
| Hauptseminar | Das Ende des Industrialismus. Die Bundesrepublik und die DDR in der Weltwirtschaftskrise | Semesterapparat |
| Oberseminar | Prof. Dr. Ulrich Herbert, PD Dr. Thomas Schlemmer |
Hauptseminar
Das Ende des Industrialismus. Die Bundesrepublik und die DDR in der Weltwirtschaftskrise 1979-1983.
| Mi: 13-16 Uhr | KGIV /ÜR 2 |
Inhalt:
Die Weltwirtschaftskrise 1979-1983 wird als einer der schärfsten Einbrüche des Weltwirtschaftssystems im 20. Jahrhundert angesehen. Es handelte sich dabei aber nicht nur um eine der zyklischen Krisen, wie sie seit der Durchsetzung der Industriewirtschaft im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts immer wieder vorkamen, sondern signalisierte und forcierte einen tiefgreifenden Strukturwandel: Die herkömmliche Industriegesellschaft mit ihrer industriellen Massenproduktion und dem Heer der un- oder angelernten Industriearbeiter ging ihrem Ende zu. In allen Industriestaaten mussten Kohlenzechen, Stahlwerke und Werften schließen. Millionen von Industriearbeitern wurden arbeitslos. Zugleich verloren aber auch viele der tradierten gesellschaftlichen Ordnungsmuster an Bedeutung: Individualisierung der Lebensläufe, Veränderungen im Geschlechterverhältnis, Bedeutungswandel der Familie sind nur einige Stichworte, um den sich hier durchsetzenden Wandel zu beschreiben.
Dienstleistung, Wissenschaft, Digitalisierung, Ökologie, Globalisierung und die Ausbreitung des modernen, weltweit agierenden Finanzkapitalismus waren die neuen Kennzeichen, die sich nun im Zuge dieser Krise durchsetzten. Viele dieser Entwicklungen waren bereits seit den sechziger Jahren erkennbar, aber erst im Verlaufe der späten siebziger und frühen achtziger Jahre wurden sie bestimmend.
Besonders hart traf die Krise 1979/83 aber die sozialistischen Staaten. In der Sowjetunion ebenso wie in Polen oder der DDR waren Industrie und Industriearbeit Grundlage nicht nur der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ordnung, sondern auch der sozialistischen Ideologie. Der Untergang der sozialistischen Welt, der 1990 besiegelt wurde, nahm hier seinen Ausgang.
Im Vergleich der beiden deutschen Staaten sollen die Ursachen und Auswirkungen dieser Krise sowie die unterschiedlichen Reaktionen darauf untersucht werden.
Anmeldung in der ersten Sitzung. Das Seminar ist dreistündig und wird auf der Grundlage wöchentlicher Essays abgehalten.
Zur vorbereitenden Lektüre wird empfohlen:
Martin H. Geyer: Rahmenbedingungen: Unsicherheit als Normalität, in: Geschichte der Sozialpolitik in Deutschland seit 1945, Band 6: Bundesrepublik, Baden-Baden 2008, S. 47-109; Andreas Wirsching: Abschied vom Provisorium, 1982-1990, Stuttgart 2006, S. 223-360; Anselm Doering-Manteuffel, Lutz Raphael: Nach dem Boom, Göttingen 2009; Peter Skyba, Christoph Boyer: Politische Rahmenbedingungen, in: Geschichte der Sozialpolitik in Deutschland seit 1945, Band 10: DDR, Baden-Baden 2008, S. 1-66; Dietrich Staritz, Geschichte der DDR, Frankfurt a.M. 1996, S. S. 276-328.
Oberseminar
Prof. Dr. Ulrich Herbert, PD Dr. Thomas Schlemmer
| Mi: 18-20 Uhr | Raum: KG IV - Übungsraum 2 |
Inhalt:
Im Oberseminar werden neuere Forschungsarbeiten zur Neuesten Geschichte von Studierenden und Doktoranden aus Freiburg sowie von auswärtigen Gästen vorgestellt und diskutiert. Es richtet sich vorwiegend an Studierende der höheren Semester, Doktoranden und wissenschaftliche Mitarbeiter.
Ein Seminarplan wird am Schwarzen Brett sowie auf der Homepage des Lehrstuhls vor Beginn des Semesters veröffentlicht. Eine Reihe von Veranstaltungen wird auch hochschulöffentlich angekündigt.

PD Dr. Thomas Schlemmer
Veranstaltungen:
Die faschistische Kriegsallianz. Das Deutsche Reich, Italien und die Geschichte des Zweiten Weltkriegs 1939-1945.
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Die Ära Adenauer. Die Bundesrepublik Deutschland 1949-1963 | ||
Der Faschismus in Europa | ||
Prof. Dr. Ulrich Herbert, PD Dr. Thomas Schlemmer |
Hauptseminar
Die faschistische Kriegsallianz. Das Deutsche Reich, Italien und die Geschichte des Zweiten Weltkriegs 1939-1945.
Mi: 10-13 Uhr | Raum: KG IV / ÜR 2 , Beginn am 17.04.2013 |
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Inhalt:
Am 8. Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg in Europa. Die bedingungslose Kapitulation des Deutschen Reiches bedeutete aber weit mehr als das bloße Ende der Kampfhandlungen – sie bedeutete auch das Ende der faschistischen Herausforderung, die Europa zunächst ideologisch, dann militärisch bedrohte und erst nach Jahren des „totalen Krieges“ zurückgewiesen werden konnte. Das Gravitationszentrum dieser Herausforderung war seit 1933 das nationalsozialistische Deutschland, das jedoch seit 1936 auf das faschistische Italien als wichtigsten ideologischen, ökonomischen und militärischen Bündnispartner setzen konnte. Die von Benito Mussolini geprägte Metapher von der „Achse“ zwischen Rom und Berlin wurde zum Sinnbild dieser unheiligen Allianz. Das Hauptseminar befasst sich mit ideologischen Konvergenzen und Divergenzen zwischen Faschismus und Nationalsozialismus, mit den politischen, ökonomischen und militärischen Grundlagen des deutsch-italienischen Bündnisses, mit dem Zweiten Weltkrieg als Koalitionskrieg, mit zählebigen nationalen Klischees und Stereotypen, sowie mit dem Umgang mit der gemeinsamen Kriegsvergangenheit in Italien und der Bundesrepublik nach 1945.
Voraussetzungen für das Bestehen des Seminars sind die regelmäßige aktive Teilnahme, die Übernahme eines Referats mit Thesenpapier, eine Klausur sowie die Anfertigung einer Hausarbeit zum Referat beziehungsweise eine mündliche Prüfung. Erwartet wird zudem die regelmäßige Lektüre ausgewählter Texte zur Vorbereitung der einzelnen Sitzungen.
Einführende Literatur:
Richard L. DiNardo, Germany and the Axis Powers. From Coalition to Collapse, Lawrence 2005.
Lutz Klinkhammer/Amedeo Osti Guerrazzi/Thomas Schlemmer (Hrsg.), Die „Achse“ im Krieg. Politik, Ideologie und Kriegführung 1939 bis 1945, Paderborn u.a. 2010.
MacGregor Knox, Hitler’s Italian Allies. Royal Armed Forces, Fascist Regime, and the War of 1940-1943, Cambridge 2000.
Malte König, Kooperation als Machtkampf. Das faschistische Achsenbündnis Berlin – Rom im Krieg 1940/41, Köln 2007.
Bemerkungen:
Anmeldung bitte per E-Mail an: schlemmer@ifz-muenchen.de
Proseminar
Die Ära Adenauer. Die Bundesrepublik Deutschland 1949-1963
Di: 17-20 Uhr | Raum: Breisacher Tor - Raum 206, Beginn am 16.04.2013 |
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Inhalt:
Am 15. Oktober 2013 jährt sich der Rücktritt eines Mannes zum fünfzigsten Mal, dessen Name auf das Engste Mit der Frühgeschichte der Bundesrepublik Deutschland verbunden ist: Konrad Adenauer. Seine Kanzlerschaft, die von 1949 bis 1963 reichte, steht vor allem für Wiederaufbau, Westintegration, Wiederbewaffnung und Wirtschaftswunder. Schon die Zeitgenossen beurteilten die „Ara Adenauer“ kontrovers – die einen verklärten sie als die goldene Zeit von Sicherheit und Wohlstand, die anderen verteufelten sie als Jahre der finsteren Restauration –, und auch die Geschichtswissenschaft hat mehr als eine Debatte über den Charakter der „Ära Adenauer“ ausgetragen. Dieses Seminar fragt nach den Ursachen dieser kontroversen Bewertungen und beschäftigt sich mit den innen- und außenpolitischen Weichenstellungen dieser Zeit ebenso wie mit der Entwicklung der westdeutschen Gesellschaft zwischen Währungsreform und Wirtschaftswunder sowie mit dem schwierigen Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit.
Voraussetzungen für das Bestehen des Seminars sind neben einer Klausur die regelmäßige aktive Teilnahme am Seminar, die Übernahme eines Referats mit Thesenpapier sowie die Anfertigung einer Hausarbeit zum Referat beziehungsweise eine mündliche Prüfung. Erwartet wird zudem die regelmäßige Lektüre ausgewählter Texte zur Vorbereitung der einzelnen Sitzungen sowie die Erledigung kleinerer „Hausaufgaben“.
Einführende Literatur:
Dominik Geppert, Die Ära Adenauer, Darmstadt 32012.
Rudolf Morsey, Die Bundesrepublik Deutschland. Entstehung und Entwicklung bis 1969, München 5., durchgesehene Aufl. 2007.
Axel Schildt, Ankunft im Westen. Ein Essay zur Erfolgsgeschichte der Bundesrepublik, Frankfurt am Main 1999.
Axel Schildt/Arnold Sywottek (Hrsg.), Modernisierung im Wiederaufbau. Die westdeutsche Gesellschaft der 50er Jahre, Bonn 1993.
Vorlesung
Der Faschismus in Europa 1919-1945
Do: 10-12 Uhr | Raum: KG II - HS 2006, Beginn am 18.04.2013 |
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Inhalt:
Der Erste Weltkrieg gilt als „Urkatastrophe“ der europäischen Geschichte im 20. Jahrhundert – und diese Katastrophe fand mit dem Waffenstillstand im November 1918 und den 1919 abgeschlossenen Friedensverträgen nicht ihr Ende. Die fragile Nachkriegsordnung im Zeichen von Demokratie, Nationalstaat und kollektiver Sicherheit trug im Gegenteil den Keim des Scheiterns bereits in sich. Aus den aufgeputschten nationalen Leidenschaften des Ersten Weltkriegs entstanden insbesondere dort, wo die Menschen durch den Ausgang des Krieges enttäuscht worden waren, politische Bewegungen der extremen Rechten, die sich durch revolutionäre Gewaltbereitschaft, Rassismus und Imperialismus auszeichneten. Im Oktober 1922 gelangte der italienische Faschismus, im Januar 1933 der deutsche Nationalsozialismus an die Macht – und damit entstand der Kristallisationskern jener Kriegsallianz, die Europa und die Welt 1939 offen herausfordern sollte. Die Vorlesung wird ausgehend vom Ende des Ersten Weltkriegs die Entstehung und Entwicklung der faschistischen Bewegungen skizzieren, die Geschichte der „Achse“ Berlin – Rom nachzeichnen, nach ideologischen Konvergenzen und Divergenzen zwischen Faschismus und Nationalsozialismus fragen und den Zweiten Weltkrieg als Koalitionskrieg und als Höhe- und Endpunkt der faschistischen Herausforderung beschreiben.
Literatur:
Richard J.B. Bosworth (Hrsg.), The Oxford Handbook of Fascism, Oxford 2009.
Lutz Klinkhammer/Amedeo Osti Guerrazzi/Thomas Schlemmer (Hrsg.), Die „Achse“ im Krieg. Politik, Ideologie und Kriegführung 1939 bis 1945, Paderborn u.a. 2010.
Stanley Payne, Geschichte des Faschismus. Aufstieg und Fall einer europäischen Bewegung, München/Berlin 2001.
Hans Woller, Rom, 28. Oktober 1922. Die faschistische Herausforderung, München 1999.
Oberseminar
Prof. Dr. Ulrich Herbert, PD Dr. Thomas Schlemmer
Mi: 18-20 Uhr | Raum: KG IV - Übungsraum 2 |
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Inhalt:
Im Oberseminar werden neuere Forschungsarbeiten zur Neuesten Geschichte von Studierenden und Doktoranden aus Freiburg sowie von auswärtigen Gästen vorgestellt und diskutiert. Es richtet sich vorwiegend an Studierende der höheren Semester, Doktoranden und wissenschaftliche Mitarbeiter.
Ein Seminarplan wird am Schwarzen Brett sowie auf der Homepage des Lehrstuhls vor Beginn des Semesters veröffentlicht. Eine Reihe von Veranstaltungen wird auch hochschulöffentlich angekündigt.
Dr. Jan Eckel
Veranstaltungen:
Politik und Kultur des Kalten Kriegs | ||
Die Bundesrepublik in der internationalen Politik (1949 bis in die 70er Jahre) |
Proseminar
Politik und Kultur des Kalten Kriegs
Di: 10-13 Uhr | Raum: Bismarckallee 22 - Raum 1 |
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Inhalt:
Die Auseinandersetzung zwischen dem demokratisch-liberalen „Westen“ und dem kommunistischen „Osten“ prägte die internationale Politik in den Jahrzehnten zwischen dem Ende des Zweiten Weltkriegs und dem Zusammenbruch der Sowjetunion tiefgreifend. Die politische, zuweilen auch militärischen Konfrontation der beiden „Supermächte“ war weltumspannend. Sie machte zunächst vor allem Europa, später überdies Lateinamerika, Afrika und Asien zu Schauplätzen der Intervention. Eine Kette von explosiven Krisen und Konflikten prägte die internationalen Beziehungen. Sie gewannen ihre besondere Dramatik aus der stets gegenwärtigen globalen Vernichtungsdrohung, die mit dem möglichen Einsatz von Atomwaffen verbunden war, und das Risiko der Kriegführung im Vergleich mit früheren Zeiträumen geradezu existenziell verschärfte.
Viele dieser Konflikte, von den Berlinkrisen über die Kubakrise bis hin zu der amerikanischen Intervention in Vietnam, sind seit langem Gegenstand der historischen Forschung. In den letzten Jahren hat sich der Blick der Geschichtswissenschaft allerdings über politisch-diplomatische Fragen hinaus erweitert. Neuere Untersuchungen beschäftigen sich mit der kulturgeschichtlichen Dimension des Kalten Kriegs, das heißt damit, wie die bipolare Ordnung Mentalitäten, Denkweisen und Lebensstile prägte – von den zivilen Luftschutzübungen und der „Kultur der Bombe“ über Gefühle der Angst bis hin zu populärkulturellen Repräsentationen des Kalten Kriegs in Film oder Popmusik. Damit tritt in den Blick, wie vielschichtig und wirkmächtig die globale Auseinandersetzung zwischen den beiden weltanschaulichen Lagern war.
Das Seminar möchte an ausgewählten Themen sowohl die politische als auch die kulturelle Dimension des Kalten Kriegs untersuchen und auf diese Weise ein möglichst umfassendes Bild des Zeitraums erarbeiten.
Literatur:
Bernd Stöver: Der Kalte Krieg. Geschichte eines radikalen Zeitalters, München 2007; Melvyn P. Leffler u.a. (Hg.): The Cambridge History of the Cold War, 3 Bde., Cambridge 2010.
Proseminar
Die Bundesrepublik in der internationalen Politik (1949 bis in die 70er Jahre)
Mi: 10-13 Uhr | Raum: Willhelmstr. 26 - HS 00 006 |
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Inhalt:
Die Geschichte der westdeutschen Außenpolitik in den Jahrzehnten nach der Staatsgründung ist eine Geschichte des rasanten Wandels, der vehementen inneren Auseinandersetzungen, der prekären Krisen – aber im Rückblick betrachtet gleichzeitig eine Geschichte der Stabilität und der konsequenten Einfügung in internationale Zusammenhänge. Nachdem die Bundesrepublik zunächst mühsam ihre außenpolitische Eigenständigkeit erlangen mußte, dominierten anfänglich die Auseinandersetzungen um die Frage der „Westbindung“. Bis mindestens zum Mauerbau 1961 wurden Deutschland und vor allem Berlin überdies immer wieder zum Schauplatz der politischen und potentiell militärischen Konfrontation der Supermächte im Kalten Krieg. Eine grundlegende Neuausrichtung bedeutete vor diesem Hintergrund die „Neue Ostpolitik“ der sechziger Jahre, die auf eine eigenständige Entspannungspolitik im Zeichen des „Wandels durch Annäherung“ setzte. Parallel dazu entwickelte sich die Bundesrepublik in diesen Jahrzehnten zu einem Motor der europäischen Integration, die Westeuropa befriedete, aber auch neue Spannungen und Abhängigkeiten schuf. Nicht nur in diesem Forum vermochten die westdeutschen Regierungen ein zunehmendes wirtschaftliches Gewicht in die internationalen Beziehungen einzubringen. Das zeigte sich etwa auch in der sogenannten Entwicklungspolitik, die unter anderem darauf zielte, den Systemgegner DDR auf dem internationalen Parkett vor allem gegenüber Ländern der „Dritten Welt“ auszustechen. Die siebziger Jahre markierten dann in vielerlei Hinsicht eine Zäsur. Spätestens seit dem Ölpreisschock von 1973 schärfte sich das Bewußtsein der globalen „Interdependenz“, und die Bundesrepublik beteiligte sich an der Suche nach neuen Mechanismen der internationalen Wirtschaftsstabilisierung.
Das Ziel des Seminars ist es, das Thema möglichst vielschichtig und umfassend zu erarbeiten. Dabei legt es ein erweitertes Verständnis von Außenpolitik zugrunde. Es hebt nicht nur auf bilaterale Beziehungen und die Probleme des Kalten Krieges ab, sondern fragt breiter danach, wie sich die Bundesrepublik in der internationalen Politik des Zeitraums positionierte.
Literatur:
Christian Hacke: Die Außenpolitik der Bundesrepublik Deutschland, Berlin 2004; Rudolf Morsey: Die Bundesrepublik Deutschland. Entstehung und Entwicklung bis 1969, München 2007; Andreas Rödder: Die Bundesrepublik 1969-1990, München 2004.
Dr. Jörg Arnold
Veranstaltungen:
Western Marxism: Stationen einer Ideen- und Wirkungsgeschichte (ca. 1930 – 1990) | ||
Deutschland und die Ukraine (1914-1945) |
Proseminar
Western Marxism: Stationen einer Ideen- und Wirkungsgeschichte (ca. 1930 – 1990)
Mi: 14-16 Uhr | Raum: Breisacher Tor - Raum 201 |
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Inhalt:
„Western Marxism is a philosophical meditation on the defeat of Marxism in the West“, heisst es in der Cambridge History of Twentieth-Century Political Thought. In der Tat ist damit ein Grundmotiv beschrieben, das eine in mancherlei Hinsicht disparate Gruppe marxistischer Denker verbindet: die bittere Erfahrung der dreifachen Niederlage. In der Krise der bürgerlich-kapitalistischen Welt der Zwischenkriegszeit hatte sich in weiten Teilen Westeuropas nicht, wie erwartet, die organisierte Arbeiterbewegung durchsetzen können, sondern der Gegenentwurf des Faschismus, mit all den unheilvollen Folgen von Diktatur, Krieg und Völkermord, vor denen linke Kritiker schon früh gewarnt hatten. Zudem war seit den 30er Jahren langsam deutlich geworden, dass der Sozialismus sowjetischer Prägung eine doktrinär-antihumanistische Entwicklung genommen hatte, dessen Herrschaft in erster Linie auf Gewalt basierte. Schließlich hatte sich nach 1945 wider Erwarten auch die bürgerlich-kapitalistische Welt regenerieren können. Vor allem der lange Wirtschaftsboom der 50er und 60er Jahre schien die sozioökonomischen Grundlagen aufzulösen, auf denen die marxistische Gesellschaftsanalyse aufbaute. Diese „Schwierigkeiten mit der Wirklichkeit“ (Christina Morina) stürzten zahlreiche linke Intellektuelle in tiefe Verzweiflung. Sie führten aber auch zu einer äußerst produktiven Suchbewegung, deren Ziel es war, den klassischen Marxismus in einer Weise zu modifizieren, dass er die Ursachen der Krise zu erklären vermochte. Diese Suchbewegung soll im Proseminar exemplarisch nachgezeichnet und historisiert werden. Wir werden wichtige Primärtexte auszugsweise lesen und sie ideen- und wirkungsgeschichtlich verorten. Neben einflussreichen Vordenkern wie Georg Lukács und Antonio Gramsci werden wir uns vor allem zwei Strömungen innerhalb des Westlichen Marxismus widmen: der Frankfurter Schule um Max Horkheimer, Theodor W. Adorno und Herbert Marcuse sowie den so genannten British Cultural Marxists um E.P. Thompson, Stuart Hall und Perry Anderson.
Literatur:
David McLellan, Western Marxism, in: Terence Ball (Hrsg.), The Cambridge History of Twentieth-Century Political Thought, Cambridge 2003, S. 282-98; Madeleine Davis, The Marxism of the British New Left, in: Journal of Political Ideologies 11/3 (2006), S. 335-358; Herbert Marcuse, One-Dimensional Man: Studies in the ideology of advanced industrial society, London & New York 2002 [EA 1964].
Dr. Karin Orth
Veranstaltungen:
Die Verfolgung der deutschen Juden, Teil 1: 1933-1941/42 | Semesterapparat |
Proseminar
Die Verfolgung der deutschen Juden, Teil 1: 1933-1941/42
Fr: 8-10 Uhr | Raum: Breisacher Tor - Raum 105 |
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Inhalt:
In der historischen Forschung herrscht mittlerweile Konsens darüber, dass die von der Führung des Deutschen Reiches gefällte Entscheidung zur Ermordung der europäischen Juden nicht auf einem lange zuvor gefassten Plan beruhte. Vielmehr verlief der Weg dorthin in vielen komplizierten Einzelschritten. Diesen unterschiedlichen Schritten und Phasen soll im Seminar nachgegangen werden, wobei im Zentrum des Proseminars im Sommersemester die Situation der deutschen Juden von 1933 bis zur Deportation 1941/42 steht. So wird einerseits die antijüdische NS-Politik untersucht - die weltanschaulichen Grundlagen, Boykottaktionen und Entrechtung, Gewalt und Enteignung -, andererseits aber auch die Reaktionen der Verfolgten. Das Seminar will einen Überblick über aktuelle Forschungen und über neue Quellen zur Geschichte der Verfolgung der deutschen Juden geben. Im Mittelpunkt steht daher die intensive Quellenlektüre unterschiedlicher Zeugnisse aus der Opfer-, Täter- und Zuschauerperspektive sowie die Auseinandersetzung mit der aktuellen Forschungsliteratur. Geplant ist, das Seminar im kommenden Wintersemester fortzusetzen, um dann schwerpunktmäßig die zweite Kriegshälfte, die “Jahre der Vernichtung" (Saul Friedländer), in den Blick zu nehmen.
Literatur:
Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, hg. von Susanne Heim u.a., Bd. 1, 2 und 3, München 2008, 2009, 2012. Friedländer, Saul: Das Dritte Reich und die Juden, Bd. 1 (Die Jahre der Verfolgung 1933-1939), München 1998; Wolfgang Benz (Hg.): Die Juden in Deutschland 1933-1945. Leben unter nationalsozialistischer Herrschaft, München 1988.
Dr. Jürgen Förster
Veranstaltungen
Militär und Politik im Kaiserreich | Semesterapparat |
Übung
Politik und Militär im Kaiserreich
Mo: 10-12 Uhr | Raum: KG IV - HS 4429 |
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Inhalt:
Generale und Admirale der Wehrmacht des Dritten Reiches hatten ihre Sozialisation im Kaiserreich erfahren. War dieses „erste“ Reich eine „kasernierte Nation“ gewesen, wie der Titel von Ute Freverts Buch suggeriert? Wie waren die Streitkräfte strukturiert? War das „Reichskriegsheer“ ebenso kaiserlich wie die Kriegsmarine? Welche Souveränitätsrechte hatten die Königreiche Bayern, Sachsen und Württemberg neben dem dominanten Preußen nach der Reichsgründung behalten? Wie passte die Kommandogewalt des Kaisers zu den Rechten des Reichstages? Welchen Einfluß übten Armee und Flotte auf die Politik und Strategie des Reiches aus? Das sind nur einige Fragen, die in dieser Übung anhand von Primärquellen diskutiert werden.
Literatur:
Ute Frevert, Kasernierte Nation, 2001; Grundkurs deutsche Militärgeschichte, Bd 1, 2006; Winfried Halder, Innenpolitik im Kaiserreich, ²2006; Thomas Nipperdey, Deutsche Geschichte 1866-1918, Bd 2, 1990
Bemerkung:
Die Teilnehmerzahl ist auf 20 begrenzt. Anmeldung per email an juergen.foerster@geschichte.uni-freiburg.de unbedingt erforderlich
Christiane Abele
Veranstaltungen
„Nelken für die Freiheit“: Das Ende der Diktatur in Portugal 1974 |
Übung
„Nelken für die Freiheit“: Das Ende der Diktatur in Portugal 1974
Fr: 11-13 Uhr | Raum: KG IV - HS 4450 |
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Inhalt:
Der Neue Staat unter António Salazar und seinem Nachfolger Marcello Caetano hatte seit 1930 in Portugal einen durch Zensur und Repression gestützten rechtsautoritären Staat aufgebaut, der ohne faschistische Massenbewegung und Führerkult auskam. Am 25. April 1974 wurde diese längste Rechtsdiktatur Europas durch einen Militärputsch gestürzt. Der Staatsstreich und die Monate danach gingen als „Nelkenrevolution“ in die Geschichte Portugals ein und stellen bis heute eine zentrale erinnerungspolitische Referenz dar.
Auf der Grundlage von Forschungstexten und (übersetzten) Originalquellen gibt die Übung zunächst eine Einführung in die Estado-Novo-Diktatur und die Vorgeschichte des Putsches. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Kolonialkrieg, den das Land seit 1961 in Afrika führte, und der in seiner Aussichtslosigkeit als unmittelbarer Auslöser für den Putsch gesehen werden muss. Darauf aufbauend wird nach der Durchführung und Entwicklung des als „erfolgreich“ geltenden Putsches gefragt, sowie nicht zuletzt nach Erfahrungsgeschichte und Erinnerungskultur um den „25 de Abril“.
Kenntnisse der portugiesischen Sprache freuen die Dozentin, sind aber keine Teilnahmevoraussetzung. Die Bereitschaft zum Lesen englischsprachiger Texte wird jedoch ausdrücklich vorausgesetzt.
Literatur:
Fernando Rosas: Salazarismus oder die Kunst des Überdauerns, in: Fernando Rosas/Claudia Moisel/Gerd Hammer (Hrsg.): Vom Ständestaat zur Demokratie, München: Oldenbourg, 1997, S. 37-48.
Walther L. Bernecker/Horst Pietschmann: Geschichte Portugals, München: Beck, 2001, Kap. 9 und 10.
David Birmingham: A concise history of Portugal, Cambridge: Univ. Press, 1993, Kap.6 und 7.
Norrie MacQueen: The decolonization of Portuguese Africa. Metropolitan revolution and dissolution of empire, London: Longman, 1997.




