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Nina Reusch, M. A.

 

Kontakt

 

Kurzvita

  

Nina Reusch studierte Neuere und Neueste Geschichte, Gender Studies und Soziologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und der Jagiellonski-Universität Krakau. 2009 schloss sie ihr Studium mit einer Magisterarbeit zum Thema „Die Napoleonischen Kriege in der Erinnerungskultur des Wilhelminischen Kaiserreichs. Dargestellt am Beispiel der illustrierten Wochenzeitschrift Die Gartenlaube“ ab.
Seit 2010 ist sie Mitarbeiterin in der DFG-Forschergruppe „Historische Lebenswelten in populären Wissenskulturen der Gegenwart“, in dessen Rahmen sie Geschichtsdarstellungen in illustrierten Familienzeitschriften in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts untersucht.

 

Dissertationsprojekt

  

Zwischen Unterhaltung und Wissenschaft. Geschichtssschreibung in illustrierten Familienzeitschriften 1890-1913

In der Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden illustrierte Familienzeitschriften als erste Form moderner Massenmedien. Diese Zeitschriften, die gleichzeitig Unterhaltung wie Belehrung bieten sollten, spielten eine wichtige Rolle in der Popularisierung von Geschichtsbildern: Das neue Interesse für Geschichte, das im 19. Jahrhundert aufkam fand durch Printmedien weite Verbreitung – nicht nur im Bürgertum, sondern auch in unterbürgerlichen Schichten, durch alle Generationen hindurch und bei Männern wie Frauen.
In dem Projekt wird untersucht, in welcher Weise Geschichte in deutschsprachigen illustrierten Zeitschriften von 1890 bis 1913 dargestellt und verhandelt wird, welche Funktion diese populäre Geschichtsschreibung innehatte und in welchem Verhältnis sie zur Geschichtswissenschaft  stand.  Da Zeitschriften in einem komplexen Zusammenspiel von verschiedenen Strukturen, Individuen und kulturellen Prägungen entstehen, werden neben einer inhaltlichen Analyse die Bedingungen von Produktion und Rezeption der Zeitschriften beleuchtet. Untersucht werden fünf  Familienzeitschriften aus verschiedenen sozialen, politischen und konfessionellen Milieus.
Obwohl in einem Unterhaltungsmedium publiziert, nahmen die historischen Texte eine Position zwischen Populärkultur und Wissenschaft ein – die Autoren und Autorinnen der Artikel schrieben mit wissenschaftlichem Anspruch und hatten meist einen akademischen Hintergrund. In den Familienzeitschriften wurden sowohl neueste Entwicklungen der Geschichtswissenschaft vorgestellt und diskutiert, als auch verschiedene im akademischen Raum noch nicht gängige Formen der Geschichtsschreibung wie Kultur-, Sozial- und Alltagsgeschichte eingeführt.
Die Geschichtsbilder in den populären Zeitschriften lassen sich als Dokumente der Geschichtskultur ihrer Zeit lesen, in der sich Mentalitäten, Ideale und Orientierungsbedürfnisse niederschlagen. Die Beschäftigung mit der eigenen Geschichte ist ein wichtiger Faktor der Identitätsstiftung, gerade im Zeitalter der Herausbildung eines deutschen Nationalbewusstseins, das zu großen Teilen auf der Entdeckung und Konstruktion einer nationalen deutschen Vergangenheit basiert. Der Umgang mit den Herausforderungen der Moderne findet Niederschlag in den Geschichtsbildern des späten Kaiserreichs, ebenso wie aktuelle politische Entwicklungen, Geschlechter- und Klassenverhältnisse oder konfessionelle Verortungen.

Projektposter mit Doris Lechner.

 

Publikationen


[mit Doris Lechner] Tagungsbericht Breaking up Time. Settling the Borders between the Present, the Past and the Future, Freiburg 07.-09. 04. 2011.
http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=3726

„Feminismus für Anfängerinnen?“ Rezension zu Meredith Haaf/Susanne Klingner/Barbara Streidl, Wir Alphamädchen, in: Freiburger Geschlechterstudien 24 (2010), S. 327-329.
 
[mit Nina Degele und Julia Hafner]: „Neuro-Enhancement und Körper-Tuning. Pimp your body, Pimp your brain: Schluck dich schlau, Spritz dich schön, Fühl dich fit? Überlegungen Freiburger Studierender zu artifizeller Leistungssteigerung“, 2009.
http://www.soziologie.uni-freiburg.de/Personen/degele/Forschung/Neuroenhancement.pdf

 

Vorträge


“Von Postkutschen, Räubern und der Eisenbahn. Die Geschichte des Reisens in deutschen Familienzeitschriften (1890-1913)“, Tagung Populäre Geschichte und medialer Wandel zwischen Fortschrittsoptimismus und Kulturpessimismus, Nachwuchsgruppe der Forschergruppe Historische Lebenswelten/AG Populäre Geschichts- und Wissenskulturen, 23. 06. 2012, Universität Freiburg.


„Zwischen Unterhaltung und Wissenschaft. Geschichtsschreibung in illustrierten Familienzeitschriften 1890-1913“, 18th Transatlantic Doctoral Seminar German History 1770‑1914, 02. 05. 2012, German Historical Institute Washington D.C.


[mit Doris Lechner]: „Towards Transdisciplinarity in Practice? A comparison of the Shakespeare Tercentenary in the Leisure Hour and the Schiller Centenary in Die Gartenlaube“, Tagung Periodicals Across Europe, ESPRit (European society for periodical research), 09. 12. 2011, Universität Manchester.


[mit Doris Lechner]: „Klio in neuen Kleidern. Geschichte in einem gegenderten Genre“. Tagung Geschlecht und Geschichte in populären Medien, Forschergruppe Historische Lebenswelten, 01. 12. 2011, Universität Freiburg.


[mit Doris Lechner]: „Geschichte in Text und Bild: Illustrierte Familienzeitschriften des 19. Jahrhunderts“. Workshop Bildanalyse – Bildwahrnehmung, Forschergruppe Historische Lebenswelten, 28. 01. 2011, Universität Freiburg.

  

Mitgliedschaften


AKHFG Arbeitskreis Historische Frauen- und Geschlechterforschung

ESPRit European Society for Periodical Research

GSKS AG Populäre Geschichts- und Wissenskulturen

GSKS AG Gender

 

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