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Projekt Sénécheau

Kelten, Römer und Germanen: Konstruktionen antiker Lebenwelten in Kontexten politischer Sinnstiftungen

 

Je nach Kontext bedingen verschiedene Gegenwarten sehr unterschiedliche Sichtweisen auf die Geschichte. Besonders augenfällig ist dies bei Rückgriffen auf antike Ethnien, die seit ihrer ‚Entdeckung‘ im Humanismus bis hin zu modernen Prozessen des nation building und der Europäisierung als Träger kultureller Identitäten je nach Zeitgeist und Nation stark differierende Rollen spielten und spielen. Nicht selten werden dabei alte Bilder und Stereotype weiter getragen oder angepasst, so dass sich heute in vielen Darstellungen Altes mit Neuem mischt. Das Projekt nimmt aus dieser Perspektive heraus in einem binationalen Vergleich zwischen Frankreich und Deutschland vergangene und gegenwärtige Geschichtsbilder zu Kelten, Römern und Germanen in den Blick. 

Konkret werden Darstellungen zu Kelten, Römern und Germanen in Medien der Geschichtskultur in Deutschland und Frankreich untersucht. Im Mittelpunkt der Analysen stehen gegenwärtige Schulbücher und Lehrfilme, Museen und Ausstellungen, Fernsehdokumentationen und Berichte in Wissenszeitschriften. Ein besonderer Fokus liegt auf Zusammenhängen zwischen politisch-gesellschaftlichen Entwicklungen und der jeweiligen Funktion der frühgeschichtlichen Ethnien als Identifikationsträger (für eine Region, für die Nation, für Europa).

Komplementär erfolgt unter der Berücksichtigung politischer und gesellschaftlicher Einflüsse die Ausarbeitung eines vergleichenden Überblicks über die Entstehung und Verbreitung populärer Bilder von Kelten, Römern und Germanen vom 15. Jahrhundert bis zum Ende des zweiten Weltkriegs. Daraus ergibt sich die Nachzeichung einer deutsch-französischen Forschungs- und Ideen-bzw. Rezeptionsgeschichte, deren Kenntnis eine wichtige Voraussetzung für das Verständnis der heutigen Situation einschließlich gegenwärtiger Indienstnahmen der Vergangenheit für die Konstruktion politischer Identitäten ist.
 

ProjektleiterinDr. Miriam Sénécheau 

Mitarbeiter: Fabien Bastian

Ehemalige MitarbeiterInnen: Anabelle Thurn; Marius Miche; David Felthaus, Jean-Michel Klopp


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