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Formale und informale Institutionen in Ghana

Die Beziehung zwischen Menschen und den Wäldern in ihrer unmittelbaren Umgebung ist wahrscheinlich so alt wie die Menschheit selbst. Schon immer haben Menschen diese Wälder genutzt und bewirtschaftet. Im Kontext post-kolonialer Länder des Globalen Südens haben Institutionen des Nationalstaates und die damit verbundenen formalen Systeme im Laufe der Geschichte dazu geführt, dass Waldbewirtschaftung ausschließlich in den Verantwortungsbereich formaler nationalstaatlicher Verwaltungseinheiten gelegt wurde. Die lokale Bevölkerung mit ihren informalen Systemen der Waldnutzung und Bewirtschaftung wurde folglich in den Hintergrund gedrängt. Diese Entwicklung, die bis in die späten 1970er Jahre anhielt, wurde später durch den Trend abgelöst, die lokale Bevölkerung in das offizielle Waldmanagement einzubeziehen. Dieser Richtungswechsel war notwendig geworden, weil das alte zentralistische System nicht in der Lage war, soziale Gerechtigkeit, Effektivität und Effizienz in der Waldbewirtschaftung zu bewerkstelligen.

 

Im Licht dieser neuen Entwicklung ist es wichtig zu verstehen, welche Motive die lokale Bevölkerung in ihrer Waldnutzung antreiben. In diesem Zusammenhang gewinnt nun das Konzept der „Institutionen“ an Bedeutung. In Bezug auf die Rolle formaler und informaler Institutionen der Waldnutzung wurde in der einschlägigen Literatur oftmals betont, dass im Zuge staatlich anerkannten dezentralisierten Waldmanagements auf lokaler Ebene oft neue formale Institutionen der Ressourcennutzung eingeführt wurden, ohne zu erkennen und zu berücksichtigen, was bereits bestehende informale Institutionen zu leisten im Stande waren und sind. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass im Namen dezentralisierter Waldnutzungssysteme in vielen Ländern de facto nur der Raum für informelle Formen der Nutzung und Bewirtschaftung von Wäldern verringert wurde. Als wichtiges Thema leitet sich daraus die Frage ab, wie informale lokale Institutionen in formale Regime des dezentralisierten Ressourcenmanagements integriert werden können, denn – so das Argument vieler AutorInnen – unabhängig davon, ob sie offiziell berücksichtigt werden oder nicht, beeinflussen informale Institutionen jedenfalls lokale Ressourcennutzungspraktiken. Die wichtigsten sich daraus ergebenden Fragen lauten: Was sind die jeweiligen Stärken bzw. Schwächen formaler und informaler Institutionen im Kontext lokaler Waldressourcennutzung? In welcher Wechselbeziehung stehen formale und informale Institutionen? Und wie können formale Systeme staatlich anerkannten Waldmanagements bestehende informale Institutionen auf lokaler Ebene entsprechend berücksichtigen und integrieren?

 

Diese Studie möchte einige Antworten auf die oben genannten Fragen liefern als auch zum allgemeinen theoretischen Verständnis von lokalem Ressourcenmanagement beitragen. Die Forschungsfragen werden in einem Vergleich zwischen Regimen der staatlichen Waldbewirtschaftung, der Gemeinschaftswaldbewirtschaftung sowie des Privatwaldes am Beispiel von Ghana bearbeitet. Die Studie soll in zumindest drei Journalpublikationen sowie einer Dissertationsschrift münden.

 

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