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Jürgen Dendorfer/Ralf Lützelschwab (Hrsg.):Die Kardinäle des Mittelalters und der frühen Renaissance

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Jürgen Dendorfer/Ralf Lützelschwab (Hrsg.):Die Kardinäle des Mittelalters und der frühen Renaissance

Dendorfer / Lützelschwab, Die Kardinäle des Mittelalters und der frühen Renaissance, www.sismel.it

In der hierarchisch gegliederten und auf die päpstliche Spitze hin ausgerichteten Kirche des hohen und späten Mittelalters kam den Kardinälen eine zentrale Rolle zu. Als höchste, zumeist an der Kurie residierende Würdenträger waren sie vor allem mit drei Aufgaben betraut: der Papstwahl, der Leitung wichtiger kurialer Behörden und der Beratung des Papstes. Als päpstliche Legaten agierten sie an politischen Brennpunkten.

Die Literatur, in der sich sowohl Einzelfragen der „Institution Kardinalat“, als auch einzelne Kardinalspersönlichkeiten behandelt finden, ist denkbar breit. Bis heute existiert allerdings keine Überblicksdarstellung, in der die vielen Einzelaspekte zu einem kohärenten Ganzen zusammengefasst worden wären. Diese Lücke schließt der vorliegende Band.

Chronologisch fortschreitend wird in den sieben Hauptkapiteln – von der Entstehung des Kardinalskollegs um 1049 bis zum Ende des 15. Jahrhunderts – vier zentralen Aspekten der Kardinalsgeschichte Beachtung geschenkt. Fragen nach Zusammensetzung und Struktur des Kollegs werden dabei ebenso behandelt wie Probleme der Legitimation. Der Blick richtet sich daneben auf die konkrete Tätigkeit der Kardinäle für – und in seltenen Fällen gegen – den Papst und auf Konsens und Konflikt an der kurialen Spitze. Schließlich wird auch auf das kulturelle Engagement der Kardinäle eingegangen, das in der Frühzeit kaum nachweisbar ist, im 15. Jahrhundert jedoch von großen, ungemein finanzkräftigen und einflussreichen Mäzenen im Kardinalsrang dominiert wird.

Neben die Hauptkapitel treten ein historiographischer Überblick, eine Quellenkunde, eine kommentierte Bibliographie und eine Kardinalsliste, in der alle bekannten Kardinäle von der Mitte des 11. Jahrhunderts bis zum Ende des Pontifikats Alexanders VI. (1503) auf der Grundlage neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse erfasst wurden.

Diese lange erwartete Überblicksdarstellung zur Geschichte des Kardinalats im Mittelalter bildet den derzeitigen status quo der Forschung ab und will durch die konsequente Beschreibung von Forschungsdesideraten zu weiteren Untersuchungen anregen.

Vorliegender Band ist Frucht eines Forschungsprojekts, das elf auf dem Gebiet der Kardinalsforschung ausgewiesene Spezialisten aus Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich, der Schweiz und den Vereinigten Staaten unter der Federführung von Jürgen Dendorfer und Ralf Lützelschwab versammelte, um auf einer Vielzahl von Arbeitssitzungen offene Fragen innerhalb der Kardinalsforschung zu behandeln. Mit der Geschichte des Kardinalats im Mittelalter liegt nun das Ergebnis dieser Treffen vor.

www.sismel.it

Jürgen Dendorfer/Ralf Lützelschwab (Hrsg.): Die Kardinäle des Mittelalters und der frühen Renaissance (Millennio Medievale 95. Strumenti e studi n. s. 33), Florenz 2013.
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