Kurzschluss im Gehirn
Ruhepausen in unserem Gehirn können auch durch eine Art Kurzschluss ausgelöst werden wie Freiburger Forscher nun zeigen konnten (Mai 2012).
Das Gehirn erbringt täglich enorme Leistungen, beispielsweise wenn detaillierte Erinnerungen an vergangene Ereignisse abgerufen oder basierend auf Kenntnissen und Erfahrungen wichtige Entscheidungen getroffen werden. Um solche Aufgaben zu meistern, müssen Nervenzellen im Gehirn eine ausgewogene und zeitlich präzise Balance zwischen Aktivitäts- und Ruhephasen einhalten. Ist diese Balance gestört, kann es zu neurologischen Erkrankungen wie Epilepsie oder Schizophrenie kommen.
Für Aktivität sorgen erregende Nervenzellen, die Signale aussenden, die das elektrische Potenzial der Empfängerzellen in eine positive Richtung verschieben. Demgegenüber garantieren so genannte hemmende Interneurone Ruhepausen im Gehirn. Bislang nahmen Wissenschaftler an, dass diese eine Blockierung verursachen, indem sie die Spannung der Zielzelle in negativer Richtung verändern.
Ein Forscherteam um Marlene Bartos (Bernstein Center und Albert-Ludwigs-Universität Freiburg) fand heraus, dass Interneurone ihre Zielzellen auch auf eine zweite Art hemmen können. So entdeckten die Wissenschaftler, dass Interneuronen ebenso einen elektrischen Kurzschluss verursachen können, sodass die Zielzellen für einen kurzen Zeitraum nicht für erregende Signale empfänglich sind. Die Ergebnisse ihrer Arbeit veröffentlichten die Forscher jetzt in "The Journal of Neuroscience".
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