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Archiv Jugoslawiens

Arhiv Jugoslavije, Belgrad

 Daten zu diesem Artikel
 Verfasser Leni Perenčević, MA, Universität Freiburg
 Stand November 2011
 Lizenz Creative Commons Lizenzvertrag
 Feedback & Neues hiwis.osteuropa@geschichte.uni-freiburg.de

 

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Anreise

Der Flughafen „Nikola Tesla“ liegt 18 Kilometer außerhalb von Belgrad. Germanwings fliegt Belgrad von Frankfurt (dienstags, freitags, sonntags), München (dienstags) und Stuttgart (samstags, dienstags, donnerstags) aus an. Bei Germanwings ist nur das Handgepäck (8 Kg) im Preis inbegriffen, beim Basis-Tarif kostet ein Gepäckstück 10 Euro zusätzlich. Alternativ kann man auch mit der Lufthansa reisen, die von München und Frankfurt aus Belgrad mehrmals täglich anfliegt. Der Belgrader Flughafen ist übersichtlich.

Geld kann direkt am Flughafen gewechselt werden (aktueller Kurs: 103, 14 RSD [Serbischer Dinar] = 1 EU), am EC-Automaten oder in Wechselstuben. Seit dem Ende des so genannten „Visa-Regimes“ für Serbien braucht man für die Einreise nur einen Personalausweis. Taxifahrten sind in ganz Serbien sehr günstig, vor allem in kleineren Städten. Allerdings sollte man vorher den Preis absprechen und gegebenenfalls verhandeln, da Ausländern gerne mehr berechnet wird. Außerdem sollte man immer die „offiziellen“ Taxen nehmen (z. B.„Beotaxi“).

Vom Flughafen in die Innenstadt ist eine Taxifahrt teuer. Die Minibus-Linie A1 (Richtung „Slavija“) fährt alle zwanzig Minuten. Die Karte kostet 250 RSD und wird beim Busfahrer gelöst. Diese Linie hält auch am Bahnhof, von wo aus es noch zehn Gehminuten ins Zentrum sind. Die Linie 72 (Richtung „Zeleni Venac“) der Belgrader Verkehrsbetriebe (GSP – Gradsko saobraćajno preduzeće Beograd) fährt alle halbe Stunde, die Fahrt bis zum Bahnhof dauert etwa eine halbe Stunde. Löst man die Karte beim Busfahrer, kostet sie 145 RSD, kauft man sie am Kiosk, kostet sie nur 95 RSD.


Lage des Archivs

Das Archiv Jugoslawiens (AJ) liegt im Stadtteil „Senjak“, einem repräsentativen Villenviertel, in dem sich einige Botschaften und Botschafterresidenzen befinden. Hier befinden sich unter anderem auch das Kloster „Vavedenje“, das Museum König Petar I., die Fakultät der Bildenden Künste und der „Topčiderski park“. Das Archiv liegt etwas versteckt und teilt sich die Adresse (Ulica Vase Pelagića 33) mit der Bibliothek „Isidora Sekulić“, was beim ersten Besuch etwas verwirrend ist. Von der Stadtmitte („Trg Republike“) fährt alle zwanzig Minuten die Autobus-Linie 44 (Richtung „Topčidersko brdo“). Die fünfte Haltestelle ist „Topčiderska zvezda“, von wo aus es nur noch wenige Gehminuten zum Archiv sind.


Tipps für Unterbringung und Verpflegung

Im Zentrum Belgrads gibt es zahlreiche Jugendherbergen, in denen es zum Teil auch Koch- und Waschmöglichkeiten gibt. Internetzugang und/oder W-Lan ist fast überall Standard. Im Hostel Go2 in der Prizrenska ulica (direkt im Zentrum) kostet beispielsweise ein Doppelzimmer 19 Euro pro Nacht. Dieses Hostel bietet einen Flughafenshuttle an. Im Nebengebäude gibt es einen kleinen Supermarkt, das Marktzentrum am „Zeleni Venac“ befindet sich direkt unterhalb des Hostels. Auch zum Haupt- und Autobusbahnhof oder zum Platz der Republik („Trg Republike“) sind es nur etwas mehr als zehn Minuten zu Fuß.

Überall gibt es kleine Läden und große Einkaufsketten, in denen man sehr günstig einkaufen kann. Empfehlenswert für den Einkauf sind die zahlreichen Piazzen („pijace“), auf denen man billig regionales Obst und Gemüse kaufen kann. Die Preise in den Restaurants, selbst im Zentrum, liegen weit unter den Preisen in Deutschland. Achtung Fußgänger: in Serbien, besonders in Belgrad, ist es nicht üblich, dass Autofahrer auf Fußgänger Rücksicht nehmen und beispielsweise an Zebrastreifen anhalten. Für jemanden, der nicht ortskundig ist, empfiehlt es sich nicht, mit dem Auto zu fahren. Es gibt zu wenige Park- und Wendemöglichkeiten und die Beschilderung ist abenteuerlich (sofern überhaupt vorhanden).


Archivbeschreibung

Die Verwaltung des AJ arbeitet werktags von 8.30 h bis 16.30 h, der Lesesaal, in den die Dokumente zur Nutzung gebracht werden, ist von 9 h bis 18 h geöffnet, die Bibliothek von 8.30 h bis 16.30 h. Die Kantine des Archivs ist von 8.30 h bis 15.30 h geöffnet (Pause von 11.30 h bis 12 h). Eine vorherige Anmeldung per Email, in der das Forschungsthema dargestellt wird und Informationen zu interessanten Beständen angefordert werden, ist möglich. Ein Empfehlungsschreiben der Universität/des Instituts wird zwar angeraten, ist in der Praxis aber nicht erforderlich. Vor der Archivnutzung hat man sich im Erdgeschoss beim Portier anzumelden. Dort muss man seinen Personalausweis abgeben und bekommt einen Ausweis („propusnica“), der gut sichtbar an der Kleidung anzubringen ist. Laptops und digitale Geräte müssen beim Portier angemeldet werden.

Die Bibliothek (Raum 23) befindet sich im Erdgeschoss, ebenso wie der Lesesaal (Raum 28), in dem zahlreiche Arbeitsplätze vorhanden sind. Im Gang vor dem Lesesaal befinden sich Garderobenspinte. Die Recherche in den Archivbeständen ist vorab auf der Homepage des Archivs in der Inventardatenbank möglich. Hier sind die Bestände numerisch aufgelistet. Nach Auswahl eines Bestands können die einzelnen Bestandseinheiten angewählt und die Suchanfrage präzisiert werden. Im Lesesaal stehen Findbücher („knjige evidencija“) zur Verfügung, die auf Serbisch sind. Nach der Recherche in den Findbüchern füllt man ein Formular („Prijava za korišćenje arhivske građe“) aus und gibt es bei der Lesesaalaufsicht ab. Nach Genehmigung der Archivnutzung füllt mein ein Anforderungsformular („trebovanje“) aus. Die Dokumente werden in den Lesesaal gebracht. Materialien, die am nächsten Tag eingesehen werden sollen, müssen vor 13 h angefordert werden. Mit einer Anforderung können z. B. vier Faszikel oder zehn Archiveinheiten oder zwei Rollen Mikrofilm bestellt werden.

Das Kopieren der Materialien durch den Kopierdienst des Archivs ist nach Ausfüllen eines weiteren Formulars („Zahtev za kseroksiranje arhivske građe“) möglich, das wieder bei der Aufsicht abgegeben wird. In der Buchhaltung (1. OG, Raum 51) erhält man eine Rechnung, die sofort bei der nahe gelegenen Bank bezahlt werden muss. Nach Vorlage der Einzahlungsabschrift erhält man seine Kopien. Eine Din A4-Seite kostet 15 RSD, eine Din A3-Seite 30 Dinar (werden die Kopien noch am selben Tag gebraucht, ist der doppelte Preis zu entrichten). Das Fotografieren der Dokumente ist gestattet. Serbischkenntnisse sind natürlich von Vorteil, häufig spricht das ältere Personal in öffentlichen Einrichtungen aber auch Deutsch oder Russisch. Jüngeres Fachpersonal spricht in der Regel sehr gut Englisch, manchmal auch Deutsch. Die Bestände des Archivs sind besonders für die Erforschung des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen (SHS) bzw. des Königreichs Jugoslawien geeignet, aber auch für Recherchen zur Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien (SFRJ). Der Archivbestand ist in drei Gruppen eingeteilt.

1) Fonds bis 1945
Die Bestände zum Königreich SHS/Königreich Jugoslawien sind am besten bearbeitet und systematisiert. Allerdings sind die rund 150 Fonds nicht in Gänze überliefert. Da das Königreich Jugoslawien den archivalischen Schwerpunkt des Archivs bildet, gibt es neben Inventaren, Regesten und Findbüchern einen Führer mit einer englischen und serbischen Einleitung zu den Beständen vor 1945: Pijevac, Komnen/Milošević, Miladin/Boričić, Vukman (Hg.): Vodič kroz fondove Kraljevine Jugoslavije = A Guide Throug the Holding Funds of the Kingdom of Yugoslavia. Arhiv Jugoslavije. Belgrad 2000.

2) Fonds nach 1945
Der Erhaltungszustand der Dokumente bis 1953 ist schlecht. Beim NATO-Bombardement 1999 wurden vier Fonds komplett und ein Fond teilweise zerstört (diese Fonds sind auf der Homepage aufgeführt). Dass Bestände durch das NATO-Bombardement zerstört wurden oder durch „Dislozierung“ verloren gingen, wird auch in Lokalarchiven immer wieder als Argument vorgebracht, warum die Benutzung gewisser Dokumente, besonders zur Geschichte ab 1944, nicht möglich ist.
Die Recherche in den Beständen für die Zeit ab 1945 gestaltet sich schwierig, gerade Fonds der jüngeren Geschichte sind noch weitestgehend unbearbeitet. Für die Recherche gibt es in der Regel nur summarische Auflistungen.

3) Sammlungen
Die 60 Fonds zu Personen und Organisationen ergänzen vor allem die lückenhaften Bestände zur Zeit vor 1945. In der Sammlung befinden sich verschiedene Dokumentarten wie Plakate, Fotografien, Memoiren sowie eine Sammlung reproduzierter Dokumente zu den zwischenstaatlichen Beziehungen Jugoslawiens mit der UdSSR, Bulgarien, Deutschland etc. Außerdem gibt es Sammlungen zu bedeutenden Persönlichkeiten wie Moša Pijade oder Milan Stojadinović. Für die Sammlungen gibt es ebenfalls einen gedruckten Führer: Jončić, Dušan/Malović, Gojko/Ilić, Saša/Petrović, Nada (Hg.): Vodič kroz zbirke = A Guide Through Collections. Arhiv Srbije i Crne Gore. Belgrad 2007.


Links

 

Neuerscheinungen
  • Laura Ritter: Schreiben für die Weisse Sache. General Aleksej von Lampe als Chronist der russischen Emigration, 1920–1965. Köln 2019.
  • Martin Faber: Sarmatismus. Die politische Ideologie des polnischen Adels im 16. und 17. Jahrhundert. Wiesbaden 2018.
  • Michel Abeßer: Den Jazz sowjetisch machen. Kulturelle Leitbilder, Musikmarkt und Distinktion zwischen 1953 und 1970. Köln 2018.
  • Ingrid Bertleff, Eckhard John, Natalia Svetozarova: Russlanddeutsche Lieder. Geschichte - Sammlung - Lebenswelten, 2 Bände, Essen 2018. (Ausgezeichnet mit dem Russlanddeutschen Kulturpreis des Landes Baden-Württemberg 2018)
  • Alfred Eisfeld, Guido Hausmann, Dietmar Neutatz (Hrsg.): Hungersnöte in Russland und in der Sowjetunion 1891–1947. Regionale, ethnische und konfessionelle Aspekte. Essen 2017 (Veröffentlichungen zur Kultur und Geschichte im östlichen Europa, Band 48).
  • Peter Kaiser: Das Schachbrett der Macht. Die Handlungsspielräume eines sowjetischen Funktionärs unter Stalin am Beispiel des Generalsekretärs des Komsomol Aleksandr Kosarev (1929-1938). Stuttgart 2017.
  • Reinhard Nachtigal: Verkehrswege in Kaukasien. Ein Integrationsproblem des Zarenreiches 1780–1870. Wiesbaden 2016.
  • Thomas Bohn, Rayk Einax, Michel Abeßer (Hrsg.): De-Stalinisation Reconsidered. Persistence and Change in the Soviet Union. Frankfurt am Main/New York 2014.

 

Kontakt
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