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Nationalarchiv Torre do Tombo

Arquivo Nacional da Torre do Tombo, Lissabon

 Daten zu diesem Artikel
 Verfasser Christiane Abele, M.A., Universität Freiburg
 Stand Februar 2013
 Lizenz Creative Commons Lizenzvertrag
 Feedback & Neues hiwis.osteuropa@geschichte.uni-freiburg.de

 

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Anreise

Lissabon wird u. a. von TAP Portugal und Lufthansa ab Frankfurt, von Swiss und Iberia ab Zürich, sowie von easyjet ab dem Flughafen Basel-Mulhouse-Freiburg angeflogen.

Der Lissabonner Flughafen Portela liegt recht nahe am Stadtzentrum und ist mit mehreren Buslinien innerhalb von ca. 30 min vom zentralen Rossio-Platz erreichbar. Am schnellsten geht dies mit dem Aerobus, der die zentralen Achsen auf dem Weg ins Zentrum abfährt. Das Ticket für den Aerobus kostet 3,50 EUR und ist danach 24h im gesamten Bus- und Straßenbahnnetz der Stadt gültig. Ein Einzelfahrschein für die normalen Stadtbusse (beim Fahrer lösbar) kostet derzeit 1,75 EUR. Vom Flughafen ins Zentrum fahren die Linien 745, 44 und 83. Reisende mit großem Gepäck werden allerdings erfahrungsgemäß vom Busfahrer auf den Aerobus verwiesen. Die Haltestelle für alle Buslinien befindet sich direkt vor der Ankunftshalle. Dort befinden sich auch die Taxistände – eine Fahrt ins Zentrum kostet ca. 11 EUR.

Für Aufenthalte von ein bis zwei Monaten empfiehlt sich das Lösen von Einzel- bzw. Tageskarten für Metro und Busse; erst bei längeren Aufenthalten lohnt sich die Anschaffung einer Stammkarte für Monatskarten (Lisboa Viva), für die ein farbiges Passfoto nötig ist. Mehrfahrtenkarten gibt es leider nicht.


Lage des Archivs

Das Portugiesische Nationalarchiv, Arquivo Nacional da Torre do Tombo, liegt am Campo Grande (Alameda da Universidade), auf dem Campus der Universidade de Lisboa, und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln leicht zu erreichen. Am einfachsten geht dies mit der Metro – Haltestellen „Cidade Universitária“ oder „Campo Grande“, von dort jeweils ca. 5 Minuten Fußweg. Außerdem halten zahlreiche Buslinien in der Nähe des Archivs, u. a. die Linien 44, 36, 745, 731 etc. Da die Netzkarte des Bus- und Straßenbahnbetreibers Carris sehr unübersichtlich ist, empfiehlt sich die Routenplanung über www.transporlis.sapo.pt


Tipps für Unterbringung und Verpflegung

Die touristische Infrastruktur der Stadt ist gut ausgebaut und Hostelzimmer sind über die einschlägigen Seiten zu finden. Für längere Aufenthalte empfiehlt sich freilich die Anmietung einer Wohnung oder eines Zimmers zur Zwischenmiete. Allerdings ist es auf dem portugiesischen Wohnungsmarkt Habitus, freie Wohnungen erst unmittelbar bei Beginn ihrer Vakanz, also zum sofortigen Bezug, in Zeitungen oder online zu inserieren. Wohnungssuchenden bleibt deshalb oft nur die Möglichkeit, sich für die ersten Tage ein Hostelzimmer zu mieten und von dort aus weiter zu suchen. Weniger Abenteuerlustige können aber durchaus auch im Voraus, auf Seiten wie www.wg-gesucht.de und www.sabbaticalhomes.com, fündig werden. Mietverträge sind unüblich.

Die Mieten sowohl für Wohnungen als auch für WG-Zimmer liegen in der Lissabonner Innenstadt etwas über dem deutschen Niveau. Das Gleiche gilt für Lebensmittelpreise. Restaurant- und Cafébesuche sowie die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel sind jedoch deutlich günstiger als in Deutschland.


Archivbeschreibung

Das Nationalarchiv befindet sich in der Torre do Tombo, einem Betonbau aus den 1980er Jahren. Der Lesesaal hat Montags bis Freitags von 9:30 Uhr bis 19:15 Uhr geöffnet, außerdem Samstags von 9:30 Uhr bis 13:15 Uhr. Beim ersten Besuch ist dem Portier am Eingang der Personalausweis vorzulegen. Man erhält dann von ihm einen Zettel, den man in der „Sala de referência“ gegen einen 30 Tage gültigen Benutzerausweis eintauscht. Benutzerausweise mit längerer Gültigkeitsdauer sind nicht vorgesehen, sodass der Ausweis alle 30 Tage in der Sala de referência – formlos – erneuert werden muss.

Taschen sind in einer Garderobe mit Schließfächern aufzubewahren, wer die dafür nötige Euromünze nicht parat hat, kann beim Portier Geld wechseln oder ggf. sogar leihen. Der Lesesaal („Sala de Leitura“) befindet sich im 1. Stock links, die Sala de Referência mit Findbüchern, Online-Katalogen und Beratung im ersten Stock rechts. Das Archiv verfügt, zumindest für die Zeitgeschichte, über hervorragende Online-Kataloge, so sind etwa die Findbücher des Arquivo Salazar vollständig online (s. Linkliste unten). Andere Findbücher, etwa zum Archiv der PIDE/DGS oder zum Arquivo Marcello Caetano, sind in der Sala de Referência einsehbar. Für die Bestellungen liegen in der Sala de Referência zwei Sorten von Bestellzetteln bereit: grüne Zettel für Bestellungen nur für einen Tag (d.h., die bestellten Akten werden am Abend wieder ins Lager zurückgeräumt) sowie rosafarbene Zettel für Bestellungen, die maximal fünf Werktage im Lesesaal aufgehoben werden. Es empfiehlt sich also, zur Sicherheit immer einen rosafarbenen Zettel für die Bestellungen zu nutzen. Auf dem Zettel sind Signatur, Datum, Lesernummer sowie der eigene Name einzutragen, außerdem die Nummer eines Platzes im Lesesaal. Der Platz wird einem zugewiesen, falls man noch keinen hat.

Pro Zettel darf nur eine Signatur eingetragen werden. Die Zettel müssen in der Sala de Referência von einem Mitarbeiter unterschrieben werden und können dann am Tresen im Lesesaal zur Bestellung aufgegeben werden. Pro Tag dürfen so viele Akten wie nötig bestellt werden, es gibt keine Maximalgrenze. Bestellungen bis 15:30 Uhr werden sofort, innerhalb von zehn bis 15 Minuten, geliefert, alle späteren Bestellungen sind erst am nächsten Morgen verfügbar. Bestellungen für Samstag müssen am Freitag bis 15:30 Uhr aufgegeben werden. Die Arbeitsatmosphäre im großen Lesesaal mit riesigen Schreibtischen ist ruhig und angenehm, und das Personal ist überall freundlich, kundig und hilfsbereit. Kostenloser Zugang zum W-Lan ist möglich. Leider ist Fotografieren verboten, Dokumente können allerdings über ein Online-Formular beim „Serviço de Reproduções“ zum Kopieren oder Digitalisieren bestellt werden. Die Kosten für die Digitalisierung betragen 0,15 EUR pro Seite + 6 EUR pro CD. Reproduktionsaufträge nehmen etwa zwei bis drei Wochen in Anspruch und können bei Abholung im Archiv bar bezahlt werden. Ein Reproduktionsauftrag sollte allerdings nicht mehr als ca. 200 Seiten umfassen, da er andernfalls an eine externe Firma übergeben wird, was die Kosten in die Höhe schnellen lässt.

Im Nationalarchiv gibt es eine Cafeteria mit sehr undurchsichtigen Öffnungszeiten, meistens ist sie geschlossen. Ansonsten existieren nur zwei Schokoladen- und Kaffeeautomaten. In der Nähe des Archivs (Richtung Campo Grande) gibt es zwei kleinere Restaurants mit Mittagstisch, in Richtung Cidade Universitária befindet sich außerdem die Mensa der Universität Refeitório I.


Und sonst?

archiv_undsonstFür Forschungen zur portugiesischen Geschichte bietet sich außerdem die Nationalbibliothek an, die ganz in der Nähe der Torre do Tombo liegt. In Lissabon befinden sich weiterhin das Militärarchiv, das Archiv des Außenministeriums Arquivo Histórico Diplomático, das Archiv des ehemaligen Kolonialministeriums Arquivo Histórico Ultramarino sowie die Hemeroteca Municipal zur Recherche von historischen (Tages-)Zeitungen und anderen Presseerzeugnissen. Der Zugang zu allen genannten Institutionen ist ohne Voranmeldung möglich, verlangt wird nur die Vorlage eines Personalausweises.

An archivfreien Tagen bieten Lissabon und Umgebung zahlreiche und höchst vielseitige Möglichkeiten der Freizeitgestaltung, nicht zuletzt durch die Nähe zum Meer und zu den Bergen von Sintra. Alle einschlägigen Ausflugsziele sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Als Stadtführer sei das Reisetaschenbuch Lissabon aus dem DuMont-Verlag empfohlen..


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Neuerscheinungen
  • Laura Ritter: Schreiben für die Weisse Sache. General Aleksej von Lampe als Chronist der russischen Emigration, 1920–1965. Köln 2019.
  • Martin Faber: Sarmatismus. Die politische Ideologie des polnischen Adels im 16. und 17. Jahrhundert. Wiesbaden 2018.
  • Michel Abeßer: Den Jazz sowjetisch machen. Kulturelle Leitbilder, Musikmarkt und Distinktion zwischen 1953 und 1970. Köln 2018.
  • Ingrid Bertleff, Eckhard John, Natalia Svetozarova: Russlanddeutsche Lieder. Geschichte - Sammlung - Lebenswelten, 2 Bände, Essen 2018. (Ausgezeichnet mit dem Russlanddeutschen Kulturpreis des Landes Baden-Württemberg 2018)
  • Alfred Eisfeld, Guido Hausmann, Dietmar Neutatz (Hrsg.): Hungersnöte in Russland und in der Sowjetunion 1891–1947. Regionale, ethnische und konfessionelle Aspekte. Essen 2017 (Veröffentlichungen zur Kultur und Geschichte im östlichen Europa, Band 48).
  • Peter Kaiser: Das Schachbrett der Macht. Die Handlungsspielräume eines sowjetischen Funktionärs unter Stalin am Beispiel des Generalsekretärs des Komsomol Aleksandr Kosarev (1929-1938). Stuttgart 2017.
  • Reinhard Nachtigal: Verkehrswege in Kaukasien. Ein Integrationsproblem des Zarenreiches 1780–1870. Wiesbaden 2016.
  • Thomas Bohn, Rayk Einax, Michel Abeßer (Hrsg.): De-Stalinisation Reconsidered. Persistence and Change in the Soviet Union. Frankfurt am Main/New York 2014.

 

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