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2010 Halle

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Exkursion nach Halle, 19.-23. Januar 2010
geleitet von Dr. Martin Faber

Dienstag, 19. Januar 2010

Ab halb neun am Morgen versammelten sich die Teilnehmer in der Freiburger Bahnhofshalle. Herr Wendorf fand schnell Kommilitonen, die ihm das Tragen von Teilen seiner umfassenden Videoausrüstung und der als Gastgeschenke vorgesehenen Weinflaschen abnahmen. Die Bahnreise verlief im Wesentlichen ohne Zwischenfälle. Die Teilnehmer vertrieben sich die Zeit mit Lesen, Kartenspielen, Essen und Schlafen. Herr Wendorf nutzte die Ruhe, um die ersten Interviews für seine Videodokumentation der Reise zu drehen. Daneben bot die Fahrt durch das verschneite Deutschland durchaus optische Reize. Im Laufe der Fahrt wuchs die Schneemenge, die draußen zu sehen war. Auch das Umsteigen in Braunschweig verlief reibungslos, und die erste Herausforderung wartete somit nach der Ankunft in Halle.
Am dortigen Hauptbahnhof galt es, die Straßenbahnlinie, die uns zur Jugendherberge bringen sollte, und deren Abfahrtsort zu ermitteln. Das lief nicht ganz glatt, und auch der Vorgang des Kaufs von Fahrkarten erwies sich als tückischer als gedacht. Schließlich konnten aber doch alle in einer Straßenbahn Platz nehmen, die zwar nicht auf dem direktesten Weg zur JH fuhr, dafür aber gleich an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt vorbei: den Franckeschen Stiftungen und dem halleschen Marktplatz. Der Transport des Gepäcks von der Haltestelle über verschneite und sichtlich noch zu DDR-Zeiten gepflasterte Gehwege erwies sich als ebenfalls durchaus anspruchsvoll, aber schließlich landeten alle in der Jugendherberge. Die Jugendherberge Halle ist eine zentral gelegene Villa, die ursprünglich 1904 von einer jüdischen Kaufmannsfamilie erbaut wurde und noch heute über eine attraktive Innenausstattung mit Holzvertäfelung verfügt. Alle bekamen dort ihre Schlafplätze und Bettwäsche und richteten sich in den Zimmern ein.
Auf 18.00 Uhr war dann die erste wissenschaftliche Veranstaltung der Exkursion angesetzt, eine Seminarsitzung im Konferenzzimmer der JH. Der bestellte Beamer war vor Ort, Herr Wendorf baute seine Fernsehausrüstung auf, und wir hörten zuerst einen Vortrag von Herrn Süßkind zur Einführung in ein Phänomen, das uns in den kommenden Tagen immer wieder beschäftigen sollte: den Pietismus. Anschließend stimmte uns Frau Martin auf den Höhepunkt des nächsten Tages ein: die Wunderkammer in den Franckeschen Stiftungen. Beim Einchecken hatte sich herausgestellt, dass unsere Bestellung eines Abendessens in der JH für diesen Abend nicht registriert worden war. Also mussten wir uns selbst etwas zu essen suchen und begaben uns auf Vorschlag des findigen Herrn Nachtigal in den “Schnitzelpalast” im Restaurant Hohenzollern. Die Innenausstattung im Gründerzeit-Barock mit Porträt-Medaillons der Hohenzollern-Herrscher erwies sich als für Historiker durchaus standesgemäß, die verschiedenen Schnitzelgerichte mit ihren phantasievollen Namen auch.

Mittwoch, 20. Januar 2010

Der Tag begann mit einem appetitlichen Frühstück im rustikalen Frühstücksraum der Jugendherberge. Danach machte sich die Gruppe auf den Fußweg zu den etwa 2 Kilometer entfernt gelegenen Franckeschen Stiftungen. Der Weg führte durch die mit Schnee und Eiszapfen geschmückte Innenstadt und über den Marktplatz, was einen ersten Eindruck der gut erhaltenen Bausubstanz, aber auch der frostigen Temperaturen vermittelte. Schon bald setzten sich die Gebäude der Stiftungen durch den winterlichen Nebel der alten Salzstadt Halle durch ihr strahlendes Weiß ab. Wir waren sogar etwas zu früh und nutzten die Gelegenheit, um schon einmal Gruppenfotos anzufertigen. Schnee und Waisenhaus lieferten eine schöne Kulisse, die Herr Wendorf gleich auch für ein paar Video-Szenen nutzte. Vor dem ehemaligen Wohnhaus August Hermann Franckes (1636-1727) begrüßte PD Dr. Holger Zaunstöck die Exkursionsteilnehmer. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Franckeschen Stiftungen, engagiert sich als Gründungs- und Vorstandsmitglied des Vereins für hallische Stadtgeschichte e.V. und gilt als profunder Kenner der Aufklärung und des Hallischen Pietismus. Im Schnee vor der Front des historischen Waisenhauses ließ Herr Zaunstöck den historischen Ort um das Jahr 1700 in Gedanken auferstehen. Die vor den Toren Halles gelegene Amtsstadt Glaucha, heute Standort der Stiftungsgebäude und erst seit 1817 an Halle angegliedert, zeigte sich damals in einem ganz anderen Bild. Im Gegensatz zu Halle, das ab 1680 einen rasanten Strukturwandel in Richtung Garnisons- und Universitätsstadt vollzog, bestimmten in Glaucha zahlreiche Wirtshäuser, Spielsucht und Prostitution das Leben der Bewohner. Zudem wurde die Gemeinde 1682 durch eine Pestepidemie empfindlich getroffen, wodurch Armut und Bettelwesen grassierten. In diesem bedürftigen Umfeld begann nun Francke, ab 1692 Pfarrer von Glaucha, sein einflussreiches Wirken. Er gründete die Glauchacher Anstalten, um Waisenkinder zu versorgen, woraus zwischen 1698 und 1700 das Historische Waisenhaus entstand. Anhand der schlicht gehaltenen, aber dennoch wohl proportionierten architektonischen Gestaltung des Gebäudes erläuterte Herr Zaunstöck das Reformkonzept des Gründervaters. Er schuf ein „Schloss“ für minderprivilegierte und arme Kinder, denen er durch pietistische Bildung und strenge Lebensführung ein gottgefälligeres und glücklicheres Leben ermöglichen wollte.

Nach dieser sehr interessanten Perspektive, durch die Architektur auf Franckes Anschauung zu blicken, erläuterte Herr Zaunstöck das Verhältnis zwischen Pietismus und Aufklärung. Dabei legte er besonderen Wert auf eine in der Literatur häufig vernachlässigte Tatsache: Pietisten und Aufklärer in Halle hatten bis zum Ausbrechen von unverrückbaren Differenzen um 1720 eine fast dreißig Jahre dauernde Periode der freundlichen Zusammenarbeit und des regen Austausches. Gerade in der Anfangszeit der Reformepoche sind die Ansätze von Francke und Aufklärern wie etwa Christian Thomasius (1655-1728) oder Christian Wolff (1679-1754) durch viele Überschneidungen gekennzeichnet. Franckes pädagogischer Kerngedanke bestand darin, die Schüler seiner Anstalten so umfangreich zu bilden, dass er sie in einem Alter von 16-18 Jahren in ein freies und selbstbestimmtes Leben entlassen konnte. Die breit gefächerte Ausbildung wurde sowohl Adelssprösslingen als auch Waisenkindern ermöglicht. Wer gute Anlagen bewies, konnte trotz niederer Herkunft und fehlender Mittel nach der Eingangsschule die Lateinschule besuchen und wurde dort auf ein Universitätsstudium vorbereitet. An der langsam erwachsenden „Schulstadt“ Franckes, zu der sich zudem noch ein königliches Pädagogium und eine Mädchenschule gesellten, wurde noch bis 1720 mit den Fachbüchern Wolffs gelehrt. Erst durch die zunehmenden Konflikte zwischen rationalistischer Philosophie und dem an Gott als Bauherrn ausgerichteten Pietismus, kam es zur geistigen Spaltung. Fortan musste sich Francke nicht nur mit der Kirche und hallischen Stadtoberen, sondern auch mit anderen Gelehrten der Universität intensiv auseinandersetzen. Im Inneren des Waisenhauses, das heute Ausstellungs- und Tagungsräume beherbergt, sprach Herr Zaunstöck das Problem der Finanzierung der Anstalten an. Zwar wurde Francke vom Brandenburg-Preußischen Königshaus protegiert, doch mussten die zur Unterhaltung notwendigen Gelder weitgehend selbst erwirtschaftet werden. Der findige Theologe verlangte aus diesem Grund von den vermögenderen Schülern Schulgeld und gründete ein eigenes Wirtschaftsunternehmen. Bald sorgten eine Bäckerei, eine Brauerei, ein Buchverlag, eine Druckerei und andere Einrichtungen unter den Dächern der Stiftung für florierende Umsätze. Die in der stiftungseigenen Apotheke entwickelte Goldtinktur “Essentia dulcis” wurde in alle Welt, ja bis Amerika versandt.

Einen Höhepunkt der informationsreichen Führung stellte der Aufstieg auf den Altan des Waisenhauses dar. Hier, wo schon Franckes Schüler astronomische Phänomenen betrachteten, überblickt man die Größe des von den Pietisten geschaffenen Areals. Die seitlich aus dem Nebel herausragenden blauen Flutlichtscheinwerfer der direkt an das historische Gelände angrenzenden Schnellstraße aus sozialistischer Zeit ließen den Focus auf die Nachgeschichte der Stiftungen fallen. Bis heute steht die Hochstraße im Zentrum einer regen Diskussion. Einerseits ermöglicht sie den schnellen Transfer zwischen den Plattenbauten von Halle-Neustadt und Innenstadt, andererseits ist die historische Bausubstanz der Stiftungen durch Abgase und Erschütterungen gefährdet. Die Auszeichnung des Ensembles als UNESCO-Weltkulturerbe wird bis heute im Wesentlichen durch diesen Zweckbau verhindert. Die Straße zerbricht regelrecht das historische Gesamtbild. Zum Abschluss gingen wir noch durch den “Lindenhof”, den berühmten langgestreckten Innenhof der Franckeschen Stiftungen, an dessen Ende das Denkmal für August Hermann Francke steht. Dort diente uns Herr Zaunstöck ein letztes Mal, als Fotograf für die Gruppenfotos, auf denen nun wirklich alle Fahrtteilnehmer drauf waren. Mit einer Flasche Universitätswein bedankte sich Herr Faber bei Herrn Zaunstöck im Namen aller Teilnehmer für die fundierte und äußerst lehrreiche Führung. Die Franckeschen Stiftungen beherbergen heute u.a. mehrere Institute der hallischen Universität, weswegen sich am Ort des alten Waisenhausspeisesaal heute eine moderne Mensa befindet. Ab12 Uhr hatte die 17-köpfige Exkursionsgruppe nun die Möglichkeit, die ersten Eindrücke bei einem leckeren Essen im schönen Ambiente der Mensa sacken zu lassen. Anschließend warteten die Stiftungen mit einem weiteren Highlight auf. Der charismatische Pensionär und „Herumführer“ ( so heißen damals wie heute die ehrenamtlichen Besucherführer der Stiftungen) Dr. Held präsentierte der Gruppe die barocke Kunst- und Naturalienkammer des Waisenhauses. Die Einführungen von Frau Martin und Herrn Zaunstöck hatten die Neugier ordentlich angeheizt, und tatsächlich beeindruckte der weitestgehend wiederhergestellte historische Zustand der Wunderkammer von 1741, die damit der älteste Museumsraum Deutschlands ist, alle Teilnehmer. In achtzehn hölzernen, teilweise kunstvoll bemalten Schauschränken, die Francke für den Realienunterricht anlegen ließ, lassen sich etwa 3000 Artefakte und Naturalien bewundern. Die oft von pietistischen Missionaren in aller Welt zusammengetragenen Exponate sind thematisch geordnet und bergen so manche Kuriosität: von einem aus Indien operativ entfernten Fadenwurm, der eilig eingelegt und gen Halle verschickt wurde, bis zu einem über 250 Jahre alten Stück Käse, der sich nach Dr. Helds Beschreibung „ausgestunken“ und als einziges Lebensmittel die lange Zeit bis heute überdauert hat. An der Decke der Kammer hängt ein mit Stroh und Holz präpariertes Nil-Krokodil, das zu jener Zeit in keiner Naturalienschau fehlen durfte. Im Zentrum steht ein etwa zwei Meter durchmessendes geozentrisches Weltsystem, das mit einer Handkurbel in Bewegung gesetzt und neben einem kopernikanischen Modell zum Astronomieunterricht verwendet wurde. Doch nicht nur die einzelnen Gegenstände und ihre Geschichte wirkten eindrucksvoll, auch deren Präsentation ist historisch interessant. Dicht aneinander gereiht und ohne Beschriftung sind die Mineralien und Gesteine, die Schriftstücke aus allen Teilen der Welt, die Pflanzen und Tiere, die Münzen und Alltagsgegenstände präsentiert. Der Besucher ist geradezu auf einen „Herumführer“ oder einen Lehrer angewiesen, um sich museal zu bilden. Von selbst kommt wohl keiner darauf, dass die drei braunen Gegenstände an der Decke, ihrer Form nach Elefantenzähnen ähnlich, getrocknete Walpenisse sind, die zu Franckes Zeiten in pulverisierter Form gegen die Rote Ruhr verschrieben wurden. Lange Fotoserien in der Wunderkammer (obwohl sie nur ohne Blitz hergestellt werden durften) zeugten vom Interesse der Teilnehmer daran, was man im 18. Jahrhundert exotisch fand.

Nach den erheiternden und kenntnisreichen Ausführungen Dr. Helds verließ die Gruppe das Waisenhaus, um die benachbarte Kulissenbibliothek der Stiftungen zu besichtigen. Auch hier ließ sich ein Unikat, nämlich der älteste erhaltene profane Bibliothekszweckbau Deutschlands von 1728 bestaunen. Die historische Bibliothek beherbergt einen Altbestand von etwa 50.000 Büchern zu allen Wissensgebieten, die in einem gesonderten Lesesaal eingesehen werden können. Das originale Mobiliar, sowie die Bücher aus dem achtzehnten Jahrhundert luden erneut dazu ein, sich in eine frühere Zeit zu versetzen. August Hermann Francke gründete die Bibliothek für die im Waisenhaus Studierenden und sammelte eifrig alles, was er an Büchern bekommen konnte. Der Schwerpunkt des Kernbestandes liegt seinen Interessen entsprechend auf der Kirchen- und Kulturgeschichte der frühen Neuzeit. Auch seine Nachfolger bemühten sich die Sammlung zu erweitern. Die letzten Bände wurden im Jahr 1834 aufgenommen. Der Bibliotheksraum ist leider für Besucher nicht begehbar, sondern nur vom Eingang aus zu bewundern. Wer an die Bücher möchte, muss sich mit einem Forschungsvorhaben in die Bibliothek begeben und bekommt sie dann an seinen Platz gebracht. Nach der Verabschiedung des sympathischen „Herumführers“ Dr. Held durch die freundlichen Worte Herrn Fabers und der Überreichung einer Flasche Universitätsweines, die sichtlich Freude bereitete, teilte sich die Gruppe zwischen 14:30 und 15 Uhr kurz auf. Einige hatten darum gebeten, sich die Wunderkammer noch einmal in Ruhe anschauen zu können, um weitere Kuriositäten zu entdecken. Andere besuchten die kleine Ausstellung mit frühneuzeitlicher Festungsliteratur im Bibliotheksbau. Um 15 Uhr trafen sich alle Teilnehmer wieder in einem von den Stiftungen zur Verfügung gestellten Sitzungsraum, um die den nächsten Tag vorbereitende Seminarsitzung abzuhalten. Zunächst hielt Dr. Reinhard Nachtigal vom Lehrstuhl für Neuere und Osteuropäische Geschichte Freiburg einen außerplanmäßigen Vortrag über die Verbindungen zwischen hallischem Pietismus und Russland. Er informierte gut und gründlich über die Beziehungen Preußens zum russischen Zarenhaus, die Gründungen der preußischen Universitäten und deren Ausstrahlung auf die Reformkonzepte Zar Peters I. und ging speziell auf die Kontakte zwischen hallischen Gelehrten und russischen Bildungsanstalten ein. Anschließend referierte Herr Wegele über die Gründung und Geschichte der Universität Halle wobei er insbesondere deren Rolle als Zentrum der (Früh)Aufklärung hervorhob. Zum Abschluss des akademischen Tagesprogramms gab Herr Leibinger einen Abriss zur Biographie von Christian Wolff und seiner Philosophie.


Donnerstag, 21. Januar 2010

Nach dem Frühstück versammelten sich die Fahrtteilnehmer bei schneidender Kälte vor der Jugendherberge und begaben sich auf die Stadtführung, die von Manuel Rösch übernommen worden war. Von der Herberge aus machten wir uns auf den Weg zur Moritzburg, der ersten Station unseres Rundgangs. Die Moritzburg in Halle hat eine lange Geschichte: Im 15. Jahrhundert machten sich in Halle Unruhen aus den Kreisen der Handwerksinnungen gegen das vorherrschende Patriziat bemerkbar, das sich aus den Größen der örtlichen Salzproduktion, den sogenannten Pfännern, zusammensetzte. Dieses Aufbegehren gipfelte am Ende darin, dass die neue Opposition 1479 den Truppen des damaligen Landesherrn Ernst von Wettin, Erzbischof von Magdeburg, Zugang zur Stadt verschaffte. Daraufhin wurde noch im selben Jahr durch den Calber Landtag die Errichtung eines befestigten Schlosses angeordnet, um in Zukunft Ruhe und Ordnung in der Stadt zu gewährleisten. Herr Rösch erzählte uns diese Geschichte auf der Brücke zum Eingang der Burg, anschließend gingen wir noch in den schönen Innenhof, der großen Eindruck machte. Von der Moritzburg ging es dann weiter zum Hallischen Dom. Dieser war ursprünglich als Kirche des Bettelordens der Dominikaner gegründet und im Jahre 1330 fertiggestellt worden. In seiner Erscheinung zeichnet er sich gemäß den Regeln der Dominikaner durch seine besonders schlichte Architektur aus. Etwa ab dem Jahr 1520 ließ der damalige Erzbischof von Magdeburg, Kardinal Albrecht von Brandenburg, den Dom als neue Residenz umbauen und 1523 als Stiftskirche weihen. Leider war er geschlossen.  Nach einem kurzen Marsch durch die Altstadt von Halle erreichten wir den Marktplatz, auf dem sich sowohl die Marktkirche „Unserer lieben Frauen“ als auch der Rote Turm befinden, die zusammen das Wahrzeichen der Stadt darstellen. Erstere fällt dem Betrachter vor allem wegen der vier Türme an West- und Ostseite auf, mit denen es eine besondere Bewandtnis hat: Denn der Kirchenbau entstand zwischen 1529 und 1554 aus zwei ehemals unabhängig voneinander stehenden Kirchen, St. Gertruden und St. Marien aus dem 11. beziehungsweise dem 12. Jahrhundert. Wiederum war es der damalige Erzbischof Kardinal Albrecht, der aus repräsentativen Gründen die Errichtung einer neuen Kirche befahl. Der Letztere nahm von 1418 bis 1506 eine fast hundertjährige Bauzeit in Anspruch. Seinen Namen erhielt der Turm höchstwahrscheinlich wegen der damals zu seinen Füßen abgehaltenen Blutgerichtsbarkeit, deren Ausdruck die Figur des Rolands, die am Turm angebracht ist, verkörpert. Nun hätten wir uns gern die Marktkirche von innen angesehen, aber es stellte sich heraus, dass auch sie noch geschlossen war. Inzwischen begann aber die Kälte bei den ersten Wirkung zu zeigen, und so blieb nichts anderes übrig als der ungeplante Besuch eines Stehcafés, der allen Teilnehmern wieder etwas Wärme und den meisten auch ein zweites Frühstück verschaffte. Auf dem Rückweg betrachteten wir noch durch einen Schauspalt die tektonische Verwerfung unter dem Halleschen Marktplatz, die der Stadt die Salzvorkommen beschert hat.

Im Anschluss an die Stadtführung stand die Besichtigung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg auf dem Tagesplan. Empfangen wurden wir von Dr. Ralf-Torsten Speler, dem Leiter der Zentralen Kustodie der Universität. Die Kustodie ist eine besondere Einrichtung in Halle und betreut alle historischen Bestände der Universität. Dr. Speler ist der kunstwissenschaftliche Berater des Rektorats und auch für das Festzeremoniell des Akademischen Senats verantwortlich. Er empfing uns im Historischen Sessionssaal der Universität, dessen aufwändige Restaurierung er in den letzten Jahren mit Ausdauer betrieben und zum Abschluss gebracht hat. Seine humorige Schilderung, mit welchen Listen er dabei in den Jahren nach der Wende alle Widerstände überwunden und für jede Baumaßnahme Geldgeber gefunden hat, gehört zu den Höhepunkten der Exkursion und wurde zum Glück von Herrn Wendorf auf Video dokumentiert. Der Sessionssaal ist nun ein Dokument der Geschichte der Hallischen Universität und wird von einer Reihe von Professorenporträts aus den Gründerjahren der Universität in der Frühaufklärungszeit geschmückt. So berichtete Herr Speler hier auch kenntnisreich von der Geschichte der Universität und von berühmten Persönlichkeiten wie Thomasius und Wolff. In diesem Zusammenhang konnte er einige Fragen beantworten, die uns nach dem Besuch der Franckeschen Stiftungen noch geblieben waren.
Anschließend führte er uns in den Museumsraum. Dort befinden sich die Insignien der Universität, über deren Schicksale, zumal in DDR-Zeiten, Herr Speler manche Anekdote zu erzählen wusste. Ein Gegenstand besonderen Interesses für uns war das Original des Reiseberichts von Johann Reinhold Forster, der James Cook auf dessen zweiter Weltumseglung begleitet hatte. Schließlich fanden wir uns noch in den Bänken des historischen Hörsaals von 1872 wieder, dessen Restaurierung noch nicht abgeschlossen ist, über den Herr Speler aber dennoch viel Wissenswertes zu erzählen wusste. Zum Abschluss überreichte unser Exkursionsleiter  Dr. Martin Faber Herrn Speler als Dank für seine Bemühungen eine Flasche Freiburger Universitätswein. Damit war das Vormittagsprogramm abgeschlossen und auch wir brauchten nun eine Stärkung. Neben dem historischen Löwengebäude der Universität liegt gleich die „Burse zur Tulpe“, die uns die Möglichkeit zu einem preiswerten Mittagessen bot. Um 14 Uhr sollten sich alle Teilnehmer wieder am Händel-Haus treffen, was auch im Wesentlichen der Fall war. Georg Friedrich Händel gilt als der berühmteste Sohn der Stadt Halle und als einer der fruchtbarsten und einflussreichsten Musiker überhaupt. Außerdem lebte er auch im Zeitalter der Aufklärung. Ein Referat über ihn und seine Beziehungen zur Aufklärung hatte leider keinen Interessenten gefunden, und so mussten wir uns bei der Erkundung des Museums ausschließlich von unserer eigenen Neugier leiten lassen. Das Museum im Händel-Haus bietet im Erdgeschoss eine ausführliche Dokumentation von Leben, Werk und Reisen des Komponisten. Da dieser aber den wichtigsten Teil seines schöpferischen Lebens in England verbracht hat, verfügt es nur über wenige Originaldokumente. Dafür gab es dort aber eine Ausstellung von allerlei (historischen) Musikinstrumenten, die durch eine Beschreibung über die Herstellung derselben ergänzt wurde. Am späten Nachmittag kamen wir dann zum vorletzten Punkt unseres Tagesprogramms. Dieser bestand aus einem Besuch im Christian-Wolff-Hauses unweit des Marktplatzes. Das Wohnhaus Wolffs fungiert heute als Stadtmuseum von Halle und bietet keine Ausstellung über den führenden Philosophen der Frühaufklärung. Doch hatte uns Herr Thater, Mitarbeiter des Museums versprochen, seine Führung auf Christian Wolff auszurichten, und führte uns unter dieser Thematik tatsächlich buchstäblich vom Keller bis zum Dachboden. Im Anschluss an die Führung wurde uns freundlicherweise ein Seminarraum im Haus zur Verfügung gestellt, wo wir ein Referat von Nica Storm zu Christian Thomasius, einem berühmten Juristen und Philosophen der Frühaufklärung, sowie einen Vortag zum Thema „Die Bedeutung des Pietismus für den preußischen Staat“ von Jonas Rausch hören konnten. Herr Thater reihte sich zwischenzeitlich unter die Seminarteilnehmer ein und bereichterte die Sitzung zusätzlich. Zum Dank brachte auch ihm Herr Wegele, unser unermüdlicher “Weinkellner”, eine Flasche Freiburger Uni-Wein.
Der zweite Exkursionstag wurde im Halleschen Brauhaus bei Livemusik und einer gemütlichen Atmosphäre beschlossen. Hier bot sich nochmals die Gelegenheit, die Erlebnisse des Tages und viele weitere interessante Themen zu besprechen. Insgesamt kann man also von einem gelungenen und abwechslungsreichen zweiten Exkursionstag sprechen.


Freitag, 22. Januar 2010

Am letzten Exkursionstag in Halle waren der Besuch im Interdisziplinären Zentrum für die Erforschung der Europäischen Aufklärung (IZEA) und im Landesmuseum für Vorgeschichte mit der „Himmelsscheibe von Nebra“ vorgesehen. Das IZEA befindet sich auf dem Gelände der Franckeschen Stiftungen, welche wir, wie am 1. Exkursionstag, trotz zwischenzeitlich zweistelliger Kältegrade von der Jugendherberge aus wieder zu Fuß erreichten. Eine Ausstellung im Foyer des IZEA zu Lessings Nathan dem Weisen erregte das erste wissenschaftliche Interesse an diesem Morgen. Im IZEA wurden wir von Frau Dr. Jost und Herrn Dr. Grunert herzlich empfangen. Zunächst stellte Frau Dr. Jost uns diese interdisziplinäre Forschungseinrichtung der Martin-Luther-Universität Halle vor, wobei Gelegenheit war, hierzu auch Herrn Dr. Grunert Fragen zu stellen. Die Einrichtung wurde 1990 gegründet und besteht in ihrer jetzigen Form seit 1993. Sie ist zwischenzeitlich die einzige Forschungseinrichtung dieser Art in Deutschland, da ihre Pendant-Einrichtung in Potsdam nach 1990 aufgelöst worden ist. Das IZEA steht in Kontakt mit Zentren der Aufklärungsforschung in anderen Ländern, beispielsweise in Großbritannien, und mit den Philosophischen Fakultäten und der Theologischen Fakultät der Universität Halle. Es kooperiert mit dessen Exzellenzzentrum Aufklärung-Religion-Wissen, einer Säule des Landesforschungsschwerpunkts für Sachsen-Anhalt. Außerdem ist das ebenfalls interdisziplinäre Zentrum für Pietismusforschung der Franckeschen Aufklärung im IZEA integriert. Herr Dr. Grunert gab noch den Hinweis, dass an der Universität Halle-Wittenberg zwischenzeitlich auch ein Masterstudiengang „Aufklärung“ eingerichtet worden ist. Nach dieser sehr interessanten Einführung in die Aufgaben/Forschungsgebiete des IZEA  wurde uns durch Herrn Dr. Grunert die im ursprünglichen Stil wiederhergestellte historische Aula, in welcher die Bibliothek mit ihren 22 000 großzügig aufgestellten Büchern aus dem 18. Jahrhundert und der Forschungsliteratur zur regionalen und europäischen Aufklärung untergebracht ist, vorgestellt. Ein weiterer Teil der alten Buchbestände befindet sich weiterhin in der Bibliothek der Franckeschen Stiftungen. Aus Gründen der Standortforschung und der damit verbundenen Dokumentationsaufgaben des Zentrums wurden aus der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt fast vollständig alle Werke der im Zeitraum von 1690 – 1806 an der Universität Halle-Wittenberg tätigen ca. 200 Professoren überführt. Die alten Bücher müssen fortlaufend restauriert werden, sie können aber trotzdem per Fernleihe angefordert werden. Die Spezialbibliothek zum Thema unseres Seminars ermöglichte uns nun eine Seminarsitzung besonderer Art. Alle bekamen die Aufgabe, zu den Themen ihrer jeweiligen Referate originale Bücher aus der Zeit der Aufkärung zu finden und sie danach zu präsentieren. Dies war während des laufenden Studienbetriebs nur dem großzügigen Entgegenkommen von Herrn Dr. Grunert und der Toleranz der anwesenden Studierenden der Universität Halle-Wittenberg zu verdanken. Unsere Gruppenarbeit schien sogar ein Ereignis für die Bibliothek zu sein, denn die Aufsicht erklärte sich bereit, für uns über die vorgesehene Öffnungszeit hinaus zu bleiben. Die Bibliotheksarbeit mit den (alten) Quellen war sicher ein einmaliges Erlebnis, welches nicht jedem Geschichtsstudierenden in diesem Umfang zuteil wird und allen Teilnehmern als „historisch“ in Erinnerung bleiben wird. Auch Herr Grunert und Frau Jost erhielten etwas vom Freiburger Universitätswein, während wir uns zum Mittagessen wieder in die nun schon vertraute Mensa der Franckeschen Stiftungen begaben. Danach wurde auf Wunsch von Teilnehmern noch ein zusätzlicher Punkt ins Programm eingeschoben: der Besuch des Stadtgottesackers von Halle, einer erhaltenen frühneuzeitlichen Friedhofsanlage, die zugleich als Teil der Stadtbefestigung diente und deshalb von einer Wehrmauer umgeben ist. An den Innenseiten dieser Mauer sind in Arkaden zahlreiche bedeutende Persönlichkeiten der Stadt aus dem 18. Jahrhundert beigesetzt. Schnee und Wintersonne sorgten für eine durchaus angemessene Stimmung. Nach kurzem Suchen gelang es uns, die Grabarkaden von Christian Thomasius und August Hermann Francke zu finden. Nachmittags wurde die Exkursion mit der Besichtigung im Landesmuseum für Vorgeschichte Halle fortgesetzt, in welchem eine bedeutende archäologische Sammlung mit Grabfunden aus der Bronzezeit und die berühmte „Himmelsscheibe von Nebra“, ausgestellt sind. Das Museum liegt in einiger Entfernung von der Innenstadt, und so begaben wir uns hier zum einzigen Mal mit der Straßenbahn an einen Exkursionsort. Das Hallenser Museum für Vorgeschichte befindet sich im ersten Museumsgebäude für Vorgeschichte in Deutschland (1911-13), dessen Fassade seit neuestem ein riesiges Transparent ziert, auf dem die Himmelsscheibe und die Aufschrift “Das Original” zu sehen sind. Auch wenn die Himmelsscheibe von Nebra nichts mit der Aufklärung zu tun hat, wollten wir uns diese besondere Attraktion in Halle nicht entgehen lassen und unternahmen somit eine kleine Nebenexkursion in den Bereich der Vorgeschichte. Immerhin geht es bei der Scheibe um Astronomie, ein Wissensgebiet, das auch in der Aufklärung eine große Rolle gespielt hat. Die Himmelscheibe, die 1999 von Raubgräbern in einer Steinkammer auf dem Mittelberg nahe der Stadt Nebra in Sachsen Anhalt gefunden wurde, gehört seit 2002 zum Bestand des Landesmuseums und ist dort seit dem 23. Mai 2006 in einer Dauerausstellung zu sehen. Nach dem Auffinden ging die Scheibe zunächst auf eine abenteuerliche  Reise. Sie wechselte bis 2001 mit den dazugehörenden Grabbeigaben  mehrmals den Besitzer, zuletzt für über DM 200 000 an das später in Basel festgenommene Hehlerpärchen. Die Himmelsscheibe, deren Echtheit zwischenzeitlich durch verschiedene Expertisen mehrfach bestätigt worden ist, besitzt einen unschätzbaren Wert. Nach den bisherigen Untersuchungsergebnissen wurde die Scheibe um 1600 v. Chr. im Boden vergraben und besitzt somit ein Alter von etwa 3600 Jahren.
Auf der Scheibe sind Objekte am Himmel dargestellt: Sonne, Mond und Sterne, dazu eine Sonnenbarke. Die Abbildungen und deren Zuordnung zueinander wurden aufgrund vorliegender Forschungsinterpretationen in drei Phasen geschaffen bzw. ergänzt. Die Scheibe ist nach neuester Ansicht von Astronomen die von einer mitteleuropäischen Zivilisation angefertigte, bislang älteste konkrete Darstellung des Nachthimmels und somit die erste erhaltene Abbildung des Kosmos  der Menschheitsgeschichte. Sie war dazu geeignet, schon in der Bronzezeit das Mondjahr (354 Tage) und das Sonnenjahr (365 Tage) zu harmonisieren und im Gleichklang zu halten. Damit wäre  das auf der Bronzescheibe festgehaltene Wissen das frühbronzezeitliche Äquivalent des Schaltjahres. Insoweit wären die Astronomen der Bronzezeit in ihrem Wissen von den Mechanismen der Gestirne schon sehr weit fortgeschritten gewesen. Obwohl das vorbereitende Referat für die Himmelsscheibe ausgefallen war, verfügten wir auch in diesem Fall über einen Exkursionsteilnehmer, der uns die nötigen Informationen vermitteln konnte. Herr Banholzer studiert Archäologie und verhalf uns zu einem tieferen Verständnis der Himmelsscheibe und auch anderer Objekte im Museum. Nach einem erlebnis- und erkenntnisreichen Tag waren wir froh, gegen 18.00 Uhr zunächst wieder zu unserer Jugendherberge zurückkehren und uns aufwärmen zu können. (Kälte und frühe Dunkelheit haben in diesen Tagen doch sichtlich zur Disziplinierung der Exkursionsteilnehmer beigetragen.) Das letzte Abendessen nahm die fast komplette Exkursionstruppe in einem griechischen Restaurant nahe der JH ein. Hätten wir den engagierten Wirt mit seinen zivilen Preisen früher entdeckt, hätte sein Lokal wohl Chancen gehabt, zu unserer Stammkneipe zu werden.

Samstag, 23. Januar 2010


Am letzten Tag war alles schon Routine. Noch einmal nahmen wir in der JH ein ausgiebiges Frühstück ein und machten uns dann mit dem Gepäck auf den Weg zur Straßenbahnhaltestelle, diesmal der Nr. 12, die uns auf dem kürzesten Weg zum Bahnhof brachte. Dort war ohnehin noch genug Zeit, um sich mit Reiseproviant zu versorgen, die aber noch verlängert wurde dadurch, dass unser Zug eine Viertelstunde Verspätung hatte. In der Zwischenzeit besorgte Herr Faber doch noch Teilnehmerkarten zur Bahnfahrkarte, die auf dem Hinweg gefehlt hatten, allerdings nicht sehr vermisst worden waren. Die Fahrt verlief wieder ruhig, abgesehen von einem sehr engagiertem Kartenspiel.  Doch auch dies fand wie unsere Fahrt am Nachmittag um halb Fünf in Freiburg ein schönes Ende.

 

Bericht:

Wenzel Seibold
Matthias Exeler
Eberhard Stegerer
Dr. Martin Faber
 

Neuerscheinungen
  • Laura Ritter: Schreiben für die Weisse Sache. General Aleksej von Lampe als Chronist der russischen Emigration, 1920–1965. Köln 2019.
  • Martin Faber: Sarmatismus. Die politische Ideologie des polnischen Adels im 16. und 17. Jahrhundert. Wiesbaden 2018.
  • Michel Abeßer: Den Jazz sowjetisch machen. Kulturelle Leitbilder, Musikmarkt und Distinktion zwischen 1953 und 1970. Köln 2018.
  • Ingrid Bertleff, Eckhard John, Natalia Svetozarova: Russlanddeutsche Lieder. Geschichte - Sammlung - Lebenswelten, 2 Bände, Essen 2018. (Ausgezeichnet mit dem Russlanddeutschen Kulturpreis des Landes Baden-Württemberg 2018)
  • Alfred Eisfeld, Guido Hausmann, Dietmar Neutatz (Hrsg.): Hungersnöte in Russland und in der Sowjetunion 1891–1947. Regionale, ethnische und konfessionelle Aspekte. Essen 2017 (Veröffentlichungen zur Kultur und Geschichte im östlichen Europa, Band 48).
  • Peter Kaiser: Das Schachbrett der Macht. Die Handlungsspielräume eines sowjetischen Funktionärs unter Stalin am Beispiel des Generalsekretärs des Komsomol Aleksandr Kosarev (1929-1938). Stuttgart 2017.
  • Reinhard Nachtigal: Verkehrswege in Kaukasien. Ein Integrationsproblem des Zarenreiches 1780–1870. Wiesbaden 2016.
  • Thomas Bohn, Rayk Einax, Michel Abeßer (Hrsg.): De-Stalinisation Reconsidered. Persistence and Change in the Soviet Union. Frankfurt am Main/New York 2014.

 

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