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Russlanddeutsche Lieder – Popularlieder in transkultureller Lebenswelt.

Gefördert vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. (2012-2014)


 

 

Dr. Eckhard John (Projektleitung) und Ingrid Bertleff, M. A.

 



Im Rahmen dieses interdisziplinär angelegten Forschungsvorhabens wurde die Verortung der traditionellen Popularlieder in der historischen Lebenswelt der Russlanddeutschen untersucht. Das Ziel war eine grundlegende Untersuchung des Korpus der sogenannten „kolonistischen Lieder“ der Russlanddeutschen im Hinblick auf ihre Verankerung in deren historischen Lebenswelten.

Innerhalb dieses Projektes stand die Frage nach den transkulturellen Prozessen, die sich in diesen Liedern ablesen lassen, im Zentrum der Forschungen. Es sollte gezeigt werden, wie sich Sprache und Musik, Inhalte und Verwendungsweisen unter dem Einfluss der Migration verändern. Die systematische Analyse und Darstellung der grundlegenden liedspezifischen Parameter, die das – wechselweise von Austausch und Abgrenzung geprägte – Verhältnis zur russischen (bzw. ukrainischen) Mehrheitsgesellschaft zum Ausdruck bringen, schafft den kulturgeschichtlichen Bezugsrahmen, in dem sich individuelle Liedgeschichten erst sinnvoll verorten lassen.

„Kolonistische Lieder“ sind spezifische Repräsentanten russlanddeutscher Popular¬lieder, die Alltag, Kultur und Geschichte in den traditionellen Siedlungen der Russlanddeutschen in besonderer Weise mit geprägt haben. Ihr Profil als Liedgruppe konstituiert sich dadurch, dass diese Lieder erst in der neuen, russischen Heimat der ausgewanderten Deutschen entstanden sind und dort gepflegt wurden. Zugleich werden sie bis in die Gegenwart tradiert (und verändert). Eine weitere Besonderheit dieses Liedkorpus ist darin zu sehen, dass solche Tradierung noch im Medienzeitalter des 20. Jahrhunderts weitgehend mündlich erfolgte.

Am Beispiel der „kolonistischen Lieder“ wird in diesem Forschungsprojekt gezeigt, welche besondere Rolle traditionelle Lieder als identitätsstiftende Faktoren und als Erinnerungsträger der Russlanddeutschen eingenommen haben (und einnehmen).

Projektpartnerin (Staatl. Univ. St. Petersburg): Prof. Dr. Natalia D. Swetosarowa.

Die Forschungsergebnisse sind im Februar 2018 unter dem Titel "Russlanddeutsche Lieder: Geschichte - Sammlung - Lebenswelten" im Klartextverlag erschienen. Die Buchpräsentation findet am 8. Mai 2018 im Forschungskolloquium zur Osteuropäischen Geschichte (18 Uhr c.t., im KG IV, Raum 4429) statt.

Neuerscheinungen
  • Laura Ritter: Schreiben für die Weisse Sache. General Aleksej von Lampe als Chronist der russischen Emigration, 1920–1965. Köln 2019.
  • Martin Faber: Sarmatismus. Die politische Ideologie des polnischen Adels im 16. und 17. Jahrhundert. Wiesbaden 2018.
  • Michel Abeßer: Den Jazz sowjetisch machen. Kulturelle Leitbilder, Musikmarkt und Distinktion zwischen 1953 und 1970. Köln 2018.
  • Ingrid Bertleff, Eckhard John, Natalia Svetozarova: Russlanddeutsche Lieder. Geschichte - Sammlung - Lebenswelten, 2 Bände, Essen 2018. (Ausgezeichnet mit dem Russlanddeutschen Kulturpreis des Landes Baden-Württemberg 2018)
  • Alfred Eisfeld, Guido Hausmann, Dietmar Neutatz (Hrsg.): Hungersnöte in Russland und in der Sowjetunion 1891–1947. Regionale, ethnische und konfessionelle Aspekte. Essen 2017 (Veröffentlichungen zur Kultur und Geschichte im östlichen Europa, Band 48).
  • Peter Kaiser: Das Schachbrett der Macht. Die Handlungsspielräume eines sowjetischen Funktionärs unter Stalin am Beispiel des Generalsekretärs des Komsomol Aleksandr Kosarev (1929-1938). Stuttgart 2017.
  • Reinhard Nachtigal: Verkehrswege in Kaukasien. Ein Integrationsproblem des Zarenreiches 1780–1870. Wiesbaden 2016.
  • Thomas Bohn, Rayk Einax, Michel Abeßer (Hrsg.): De-Stalinisation Reconsidered. Persistence and Change in the Soviet Union. Frankfurt am Main/New York 2014.

 

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