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Winterrsemester 2017

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Vorlesungen     Haupt-/Masterseminare      Proseminare      Kolloquium      Übungen


Hinweise zu den Lehrveranstaltungen

  • Die Belegung findet ausschließlich über das Portal HISinOne statt.
  • Alle aktuellen Veranstaltungen sowie Lehrmaterialien finden Sie bei ILIAS.
  • Haben Sie Fragen zu unseren Lehrveranstaltungen, mailen Sie bitte dem HiWi-Team.


   

Vorlesungen

PD Dr. Martin Faber

Reformation und Gegenreformation in Ostmitteleuropa

Freitag, 10 bis 12 Uhr c.t. – Raum: HS 1010

 

Dass die Reformation sich nicht nur in Deutschland abgespielt hat, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Reformationsgeschichten berichten von den Entwicklungen in Frankreich, England, der Schweiz, den Niederlanden, Italien, Skandinavien, vielleicht Nordamerika und meistens auch ein kleines bisschen in Osteuropa. In dieser Vorlesung machen wir aus dem kleinen bisschen einmal die Hauptsache. Nach einem Überblick über die Anfänge der reformatorischen Bewegung wendet sich die Vorlesung der Region zu, in der diese ihre wohl bunteste Ausprägung erfuhr.

In Osteuropa hatte die katholische Kirche sich schon vor der Reformation in stärkerem Maß als im Westen mit anderen Konfessionen und Religionen auseinandersetzen müssen: mit der orthodoxen Kirche, mit dem Judentum und mit dem Islam. In der frühen Neuzeit stand diese Region dann unter dem schwankenden Einfluss von Großmächten unterschiedlicher Konfession: der islamischen Türken, der katholischen Habsburger, der protestantischen Schweden und der orthodoxen Russen. Wo deren Einflüsse sich einigermaßen die Waage hielten oder sich ihnen starke örtliche Stände entgegenstellten, hatten die verschiedenen protestantischen Bekenntnisse - zumindest zeitweise - große Chancen. In die Regionen, in die die deutsche Ostsiedlung des Mittelalters gedrungen war, gelangte schnell das Luthertum und trug zum Beispiel im Baltikum dazu bei, die Sprache kleinerer Ethnien durch ihre Verschriftlichung zu bewahren. In Polen wollte der Adel sich nicht durch religiöse Kämpfe aufreiben, was zu einer einzigartigen Vielfalt von Konfessionen führte. Nicht nur Luthertum und Calvinismus verbreiteten sich in Polen und Litauen, sondern auch Hussiten, Antitrinitarier und Täufer fanden dort zeitweise eine sichere Heimstatt. In Böhmen gab es mit den Hussiten schon vor der Reformation eine andere Konfession als die katholische, in der dann protestantische Ideen zum Teil bereitwillig aufgenommen wurden. Der Versuch der habsburgischen Landesherren, diese Bewegung zu unterdrücken, löste 1618 den Dreißigjährigen Krieg aus, der Auswirkungen in ganz Europa hatte. In Ungarn und Siebenbürgen konnten sich verschiedene protestantische Konfessionen paradoxerweise gerade deshalb weitgehend ungestört entwickeln, weil große Teile dieser Länder unter der Herrschaft der Türken standen. Die führenden Vertreter dieser Konfessionen standen damals in intensivem Kontakt mit ihren Glaubensbrüdern in Westeuropa. Erst als die Türken nach 1683 aus Ungarn verdrängt wurden, konnten die Rekatholisierungsversuche der Habsburger dort in großem Stil einsetzen, waren dann allerdings auch erfolgreich.

Der katholischen Gegenreformation mit den Jesuiten an der Spitze gelang es schließlich, den Protestantismus weitgehend wieder aus Ostmitteleuropa zu verdrängen und durch Kirchenunionen sogar Teile der orthodoxen Kirche an die katholische Kirche anzuschließen. Doch haben die reformatorischen Episoden in Polen, Böhmen und Ungarn dazu geführt, dass sich diese Nationen seit dem 19. Jahrhundert, als diese Tugend in Mode kam, für besonders tolerant halten.

  • Einführende Literatur: Diarmaid MacCulloch: Die Reformation 1490-1700. München 2008; The Reformation in Eastern and Central Europe. Hg. von Karin Maag. Aldershot 1997; A. D. Wright: The Counter-Reformation. Catholic Europe and the Non-Christian World. Aldershot 2005.

Ringvorlesung: 1917 als Epochenjahr 

Montag, 20 bis 22 Uhr c.t. – Raum: HS 3044

Koordination: Prof. Dr. Dietmar Neutatz

Die Freiburger Historikerinnen und Historiker nehmen die wichtigen historischen Bezüge des Jahres 1917 zum Anlass für eine gemeinsame Ringvorlesung. Die Russische Revolution und ihre Ausstrahlung auf andere Länder, der Kriegseintritt der USA, das Reformationsjubiläum, das Selbstbestimmungsrecht der Völker und die Abenddämmerung des europäischen Adels sind nur einige der insgesamt 15 Vorträge, die sich an die universitäre und städtische Öffentlichkeit wenden. Den Auftakt der Ringvorlesung bildet am 16.10. ein Gastvortrag von Dr. Gerd Koenen über „1917 und das Jahrhundert des Kommunismus“. Im Uniseum wird begleitend von 16.10 bis 11.11. die Ausstellung „Der Kommunismus in seinem Zeitalter“ gezeigt.

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Hauptseminare

Prof. Dr. Dietmar Neutatz

Kino-Revolution: Der frühe sowjetische Film als Spiegel der Geschichte

Dienstag, 10 bis 12 c.t. - Raum: ÜR 2 / KG IV / 5. OG

„Panzerkreuzer Potjomkin“ oder „Oktober“ gelten bis heute als Meilensteine der Filmkunst. Der frühe sowjetische Film stellt eine der interessantesten Epochen der Filmgeschichte dar. Das gilt nicht nur für die filmtechnisch-künstlerische Seite, sondern auch für die politische. Filmkunst war nach der Oktoberrevolution untrennbar mit einem staatlichen Propagandaauftrag verbunden, so dass sich in den Filmen die politische, soziale und kulturelle Entwicklung des Landes spiegelt. Das Seminar wird ausgewählte sowjetische Spielfilme der 1920er und 1930er Jahre zum Ausgangspunkt nehmen, um zu untersuchen, wie Regisseure unter den Bedingungen der kommunistischen Diktatur agierten, mit welchen künstlerischen Mitteln sie Helden und Feinde aufbauten, Geschichtsbilder erzeugten, vom Regime instrumentalisiert wurden und mit diesem in Konflikt gerieten. Parallel zum Seminar findet in Kooperation mit dem Kommunalen Kino Freiburg eine Filmreihe statt, in der mehrere der im Seminar behandelten Filme öffentlich gezeigt, mit wissenschaftlichen Vorträgen eingeleitet und hinterher diskutiert werden. Diese Filmvorführungen bilden einen obligatorischen Bestandteil des Seminars. Termine der Filmvorführungen: 27.10., 28.10., 29.10., 31.10., 2.11., 8.11., 16.11., 23.11. (jeweils 19 Uhr).

Das Seminar wendet sich an Studierende aller Studiengänge des Historischen Seminars einschließlich BA Russlandstudien und MA Russlandstudien.

Anmeldung ausschließlich über das Online-Belegverfahren in HISinOne. Kenntnisse der russischen Sprache werden nicht vorausgesetzt. Von der ersten auf die zweite Sitzung ist ein Essay abzuliefern, der als Teil der Studienleistung gilt. Das fristgerechte Erbringen dieser Studienleistung ist Voraussetzung für den weiteren Besuch des Seminars. Thema und Literatur werden in der ersten Sitzung bekanntgegeben.

Prüfungsleistung: Schriftliche Hausarbeit (Abgabetermin 20.3.2018) oder mündliche Prüfung (nach individueller Absprache zwischen 12.2.2018 und 6.4.2018).

Studienleistungen: Eingangsessay, regelmäßige Anwesenheit und Mitarbeit, vorbereitende Lektüre (gesichert durch eine Klausur), Mitarbeit an den Sitzungsprotokollen.

  • Einführende Literatur: Axjonow, Iwan: Sergej Eisenstein. Ein Porträt. Berlin 1997. Gillespie, David: Early Soviet Cinema. Innovation, Ideology and Propaganda. London 2000. Kenez, Peter: Cinema and Soviet Society: From the Revolution to the Death of Stalin. New York 2001. Murašov, Jurij; Witte, Georg (Hg.): Musen der Macht. Medien in der sowjetischen Kultur der 20er und 30er Jahre. München 2003. Neutatz, Dietmar: Träume und Alpträume. Eine Geschichte Russlands im 20. Jahrhundert. München 2013. Plaggenborg, Stefan: Revolutionskultur. Menschenbilder und kulturelle Praxis in Sowjetrußland zwischen Oktoberrevolution und Stalinismus. Köln, Wien, Weimar 1996.

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Prof. dr hab. Tadeusz Janicki

(Historisches Seminar der Adam-Mickiewicz-Universität Posen)

Blockseminar: Deutsche Besetzung Polens 1939 – 1945

Termine: 03.11., 10.11.,17.11. und  24.11.2017 /  09:00 bis 13:30 c.t.

Raum: ÜR 2 (03.11., 10.11) und Breisacher Tor R. 216 (17.11. und  24.11.)

 

Der Zweite Weltkrieg und die damit verbundene deutsche Besetzung Polens  markieren eine der schrecklichsten und schmerzhaftesten Zäsuren in der polnischen Geschichte überhaupt, deren Auswirkungen auch siebzig Jahre nach dem Ende dieser Ereignisse weiterhin hochaktuell bleiben. Die gegenwärtigen Spannungen in den polnisch-deutschen Beziehungen können nur dann in vollem Umfang verstanden werden, wenn man sich der Geschichte Polens im Zweiten Weltkrieg widmet. Das Ziel des Seminars besteht primär darin, den Studierenden vertiefte Kenntnisse über das deutsche Besatzungsregime zu vermitteln sowie das bereits vorhandene allgemeine Wissen zur deutschen Besetzung Polens zu erweitern. Der besondere Schwerpunkt wird auf den sog. „eingegliederten  Ostgebieten“ liegen; dabei sollen der Aufbau und das Funktionieren des Besatzungssystems, die Bevölkerungs- und Wirtschaftspolitik, die Entstehung und Rolle der Reichsuniversität Posen und die Diskrepanz zwischen den Besatzungskonzepten und der Realität näher beleuchtet werden. Nach der ersten Sitzung, die in Form eines Vortrags mit anschließender Diskussion stattfindet, werden die Studierenden selbständige Bibliothek- und Quellenrecherche durchführen, um ausgewählte Einzelaspekte eingehender zu analysieren und die dabei erzielten Ergebnisse im Seminar anschließend zu präsentieren.

Prüfungsleistung: Schriftliche Hausarbeit (Abgabetermin 13.3.2018) oder mündliche Prüfung (nach individueller Absprache zwischen 27.11. und 29.11.2017)

Studienleistung: Referat, regelmäßige Anwesenheit und Mitarbeit, vorbereitende Lektüre

Themen und Literatur werden in der ersten Sitzung bekanntgegeben

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Proseminare

Michel Abeßer

Russische Wirtschaftsgeschichte von 1613 bis 1917

Dienstag, 13-16 Uhr c.t. - Raum: R 206, Breisacher Tor

Bereits westliche Reisebeschreibungen im 17. Jahrhundert unterstellten der russischen Autokratie, keinerlei Sinn für wirtschaftliche Prosperität gehabt zu haben und das Land mit Steuern auszupressen. Zahlreiche historische Studien beschreiben die Geschichte der russländischen Wirtschaft als defizitär gegenüber Westeuropa. Aus makroökonomischer Perspektive gelang es trotz des Rohstoffreichtums und der Kraftanstrengungen Peters des Großen und Katharinas II nicht, eine mit dem Westen vergleichbare Wirtschaft zu entwickeln. Auch die staatlich forcierte Industrialisierungspolitik ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts habe das Grunddilemma – ein Übergewicht des Staates und das Fehlen eines Wirtschaftsbürgertums – nicht verhindern können. Relativiert man jedoch die westeuropäische Entwicklung als einzigen Bezugspunkt des Vergleichs oder fokussiert auf die Mikroebene der Gesellschaft, so wird deutlich, dass häufig „Andersartigkeit“ zu finden ist, wo von „Rückständigkeit“ die Rede ist.
Im Seminar werden neben den makroökonomischen Entwicklungsetappen des Russländischen Reiches die Modernisierungskonzepte und wirtschaftspolitischen Weichenstellungen während der Romanov‘schen Herrschaft untersucht. Dazu zählen die Privilegien für englische oder holländische Handelsvereinigungen, die Wirkung der Öffnung des Landes nach Westen durch Peter den Großen, aber auch die koloniale Expansion nach Sibirien und Zentralasien und die Industrialisierungspolitik der letzten Dekaden des Petersburger Imperiums. Ein umfassendes Bild russischer Wirtschaft entfaltet sich jedoch erst, wenn der Fokus auf kulturelle Praktiken des Handels und der Produktion, auf russische Familiendynastien wie die Stroganovs und die Vielzahl armenischer, jüdischer, griechischer und altgläubiger Akteure geworfen wird, die die Dynamik und die internationale Vernetzung der russischen Wirtschaft erst möglich machten.

Einführende Literatur: Amburger, Erik: Fremde und Einheimische im Wirtschafts- und Kulturleben des neuzeitlichen Russland. Ausgewählte Aufsätze, hrsg. von Klaus Zernack, Wiesbaden 1982.
Gestwa, Klaus: Proto-Industrialisierung in Russland. Wirtschaft, Herrschaft und Kultur in Ivanovo und Pavlovo, 1741-1932, Göttingen 1999.
Gregory, P.R.: Before Command. An Economic History of Russia from Emancipation to the First Five-Year-Plan, Princeton 1994.
Monahan, Erika: The Merchants of Siberia. Trade in Early Modern Eurasia, Ithaca, London 2016.

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Dr. Peter Kaiser

Das Ende einer Utopie? – Die Geschichte des Kommunismus im 20. Jahrhundert.

Montag, 9-12 Uhr c.t. - Raum: R 206, Breisacher Tor

 

Der Kommunismus in seiner alten Form sei diskreditiert und werde als mächtige Bewegung nicht wiederkehren, stellt David Priestland am Anfang seiner monumentalen Darstellung der „Weltgeschichte des Kommunismus“ fest, und dennoch sei der Zeitpunkt in Anbetracht der vielen Krisen des heutigen Weltwirtschaftssystems ideal, um die Anstrengungen der Kommunisten, eine Alternative zum Kapitalismus zu schaffen, und die Ursachen ihres Scheiterns von Neuem unter die Lupe zu nehmen. Zum Ausklang der hundertjährigen Wiederkehr des „Epochenjahres“ 1917 scheint es angebracht zu sein, diesen Gedanken aufzugreifen. Die Idee vom Aufbau einer Gesellschaft, in der es kein Privateigentum an Produktionsmitteln gibt und in der der gesamte Besitz allen Bürgern zu gleichen Teilen gehört, war keine Erfindung von Karl Marx, auch wenn dieser sie zusammen mit Friedrich Engels in dem „Kommunistischen Manifest“ von 1848 am prägnantesten formuliert hatte. Seine Wurzeln hatte der Kommunismus im Frühsozialismus und Humanismus der Utopie-Autoren des 16. Jahrhunderts und seinen ersten Verwirklichungsversuch erlebte er in der Französischen Revolution, bevor er sich von Westen nach Osten und Süden verlagerte. Nicht in Deutschland oder Frankreich, sondern im zaristischen Russland fanden Marx‘schen Ideen ihre wirkliche Heimatstatt und von hier aus gingen sie um die Welt, um vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg zu einer tatsächlich globalen Bewegung zu werden, bevor der Zusammenbruch der sowjetischen Regimes in Osteuropa und der Zerfall der UdSSR im Jahre 1991 die Frage nach dem endgültigen „Ende einer Illusion“ (so der bekannte Buchtitel von François Furet) aufkommen ließ. Das Proseminar konzentriert sich auf die Geschichte der kommunistischen Ideen im 20. Jahrhundert und versucht anhand mehrerer Beispiele ihre wichtigsten Entwicklungsetappen nachzuzeichnen. Dabei soll die Aufmerksamkeit nicht allein dem Sowjetkommunismus gelten, sondern sowohl seine Abwandlungen als auch die eigenständigen Varianten des Marxismus wie Maoismus, Trotzkismus, Eurokommunismus westlicher Prägung sowie lateinamerikanischen Befreiungssozialismus oder jugoslawischen Titoismus in die Betrachtung miteinzubeziehen, um eine globale Sicht auf ein wahrlich globales Phänomen zu ermöglichen.

 

Besondere Sprachkenntnisse (Russisch, Chinesisch, Spanisch etc.) sind zwar willkommen, bilden jedoch keine Teilnahmevoraussetzung.

 

Der Abgabetermin der Hausarbeit ist am 25.03.2018.

ggf. mündliche Prüfungen nach individueller Absprache zwischen dem 12.02.2018 bis 06.04.2018.

  • Einführende Literatur: Stéphane Courtois. Ein Handbuch des Kommunismus. Geschichte- Ideen- Köpfe. München 2010; Gerd Koenen. Was war der Kommunismus? Göttingen 2010; Archie Brown. Der Aufstieg und Fall des Kommunismus. Berlin 2009;  David Priestland. Weltgeschichte des Kommunismus. Von der Französischen Revolution bis heute. München 2009; François Furet. Das Ende der Illusion: der Kommunismus im 20. Jahrhundert. München 1996.

 

  

Kolloquium

Prof. Dr. Dietmar Neutatz

Aktuelle Forschungen zur Osteuropäischen Geschichte

Dienstag, 18 bis 20 Uhr c.t. – Raum: KGIV, Konferenzraum (4429)

Das Kolloquium wendet sich an Abschlusskandidat/inn/en und Doktorand/inn/en. In der ersten Sitzung werden allgemeine Hinweise zur Anfertigung von Abschlussarbeiten (Bachelor, Master, Magister, Staatsexamen) und zur Präsentation derselben gegeben. In den Folgesitzungen werden laufende Qualifikationsarbeiten und Vorträge auswärtiger Wissenschaftler diskutiert. Das Programm wird zu Beginn des Semesters über die Homepage des Lehrstuhls für Neuere und Osteuropäische Geschichte bekannt gegeben.

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Übungen

Dr. Peter Kaiser

„Von Zaren, Spionen und Mafiabossen“ – Russland und Russen im westlichen Spielfilm.

Dienstags 16-18 Uhr. – Raum: HS 1034

Wer kennt ihn nicht, den filmischen Russen, der uns auf der Leinwand in unzähligen Variationen entgegentritt. Je nach Zeit und politischer Opportunität nimmt er unterschiedliche Gestalten an: Mal ist er ein verschwenderischer Fürst Potemkin, der sein ganzes Vermögen zur Erfüllung der absurden Launen seiner Gebieterin opfert, der ebenso machthungrigen wie liebesdurstigen Katharina der Großen, mal ist er ein finster dreinblickender sowjetischer Spion, der mit unbeirrbarem Fanatismus die „gute“ westliche Welt zu vernichten trachtet, und mal ist er ein brutaler und skrupelloser Mafiaboss, der mit diabolischem Lachen unschuldige Frauen und Kinder killt. „Bilder lassen sich auf verschiedene Weise lesen“, stellt Peter Burke in seiner Monographie über Bilder als historische Quellen treffend fest, und die gleiche Aussage kann mit noch größerem Recht hinsichtlich der laufenden Bilder in Form von Spielfilmen getroffen werden. Die imaginären Welten des Kinos richten sich an einen bestimmten Rezipientenkreis und sind gezwungen, dessen Vorerfahrungen, Wünsche und Erwartungen zu erfüllen. Ausgehend von der These Jörg Schweinitz‘, dass derjenige, der Spielfilme dreht, sich unausweichlich zu den umlaufenden Stereotypen ins Verhältnis setzen muss, will diese Übung auf der Grundlage moderner film- und bildwissenschaftlicher Theorien sowie der Stereotypenforschung der Frage nachgehen, wie der westliche Spielfilm der letzten einhundert Jahre unsere Vorstellung von Russland und seiner Bevölkerung beeinflusst hatte und immer noch beeinflusst. Besonderes Augenmerk soll dabei den Fragen nach Kontinuitäten und Brüchen gelten, die bei der Darstellungsanalyse des riesigen Reiches im Osten sichtbar werden, den Figurentypen und Handlungselementen, die dabei zum Einsatz kamen, sowie den Auswirkungen, die die filmischen Imaginationen Russlands auf westliche Politik und Gesellschaft hatten. Den Schwerpunkt des Anschauungsmaterials bilden englischsprachigen Filme, die partiell um (west)deutsche, italienische und französische Filmproduktionen ergänzt werden. Das Ziel der Übung besteht darin, dass die Studierenden anhand der in den ersten Sitzungen erarbeiteten theoretischen Kenntnisse in selbstständiger Gruppenarbeit Filme analysieren und ihre Ergebnisse den übrigen Teilnehmern präsentieren können.

Besondere Fremdsprachenkenntnisse werden nicht vorausgesetzt.

 

  • Einführende Literatur: Antonina Zykova. Zaren, Bären und Barbaren: das mediale deutsche Russlandbild am Anfang des 21. Jahrhunderts und seine historischen Wurzeln. Herne 2014; Tony Shaw/ Denise J. Youngblood. Cinematic Cold War: The American and Soviet Struggle for Hearts and Minds. Lawrence, Kan. 2010; Jörg Schweinitz. Film und Stereotyp. Eine Herausforderung für das Kino und die Filmtheorie. Zur Geschichte eines Mediendiskurses. Berlin 2006; Peter Burke. Augenzeugenschaft: Bilder als historische Quellen. Berlin 2003.

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Aleksandra Pojda de Pérez

Polnisch für Historiker I (Niveau A1 ohne Vorkenntnisse)

Donnerstag, 13:30 bis 15 Uhr s.t. – Raum: KGIV, Raum 4450

Der Kurs wird von einer muttersprachlichen Dozentin geleitet und bietet einen Einblick in die polnische Sprache und Kultur. Im Mittelpunkt des Kurses stehen erste Sprech-, Grammatik- und Konversationsübungen, die in die Alltagssituation eingebettet werden. Außerdem werden auch landeskundliche Besonderheiten Polens zur Sprache gebracht. Der Kurs hat das Erlernen folgender Themenbereiche der polnischen Grammatik zum Ziel: Deklination der Substantive und Adjektive (Nominativ, Akkusativ und Instrumental), der Personal-, Possessiv-, Interrogativ- und Demonstrativpronomina; Präsens polnischer Verben sowie deren Reaktion. Es wird mit dem Lehrbuch "Hurra! Po polsku 1“ gearbeitet.

 

Aleksandra Pojda de Pérez

Polnisch für Historiker II (Niveau A1/ 2 mit Vorkenntnissen)

Donnerstag, 12 bis 13:30 Uhr s.t. – Raum: KGIV, Raum 4450

Der Kurs wird von einer muttersprachlichen Dozentin geleitet und richtet sich an Studierende mit polnischen Sprachvorkenntnissen (Niveau A1/ A2, Fortsetzung des Kurses vom SS 2017). Im Mittelpunkt des Kurses stehen Sprech-, Grammatik- und Konversationsübungen, die in die Alltagssituation eingebettet werden. Außerdem werden auch landeskundliche Besonderheiten Polens zur Sprache gebracht. Der Kurs hat das Erlernen folgender Themenbereiche der polnischen Grammatik zum Ziel: Deklination der Substantive und Adjektive (Genetiv und Locativ), Präteritum und Futur polnischer Verben sowie Aspekt der Verben.  Es wird mit dem Lehrbuch "Hurra! Po polsku 1“ gearbeitet (ab Lektion 7).

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Iryna Dzyubynska

Russisch für Historiker I

Montag, 14 bis 16 Uhr c.t. –  Raum: KG IV, Raum 4450

Donnerstag, 14 bis 16 Uhr c.t. - Raum:

Die vierstündige Übung ist auf zwei Semester angelegt und wird von einer muttersprachlichen Dozentin geleitet. Ziel dieses Kurses ist es, Lesekenntnisse in der russischen Sprache zu erwerben, die ein Quellen- und Literaturstudium ermöglichen. Grundkenntnisse sind im Wintersemester keine erforderlich; im Sommersemester besteht dann für Neueinsteiger mit entsprechenden Vorkenntnissen ebenfalls noch die Möglichkeit, am Kurs teilzunehmen.

Russisch für Historiker III

Montag, 12 bis 14 Uhr c.t. – Raum: 4121 ("F" Raum in der Bibliothek im KG IV)

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Maria Krempels

Ungarisch für Historiker

Donnerstag, 18 bis 19:30 Uhr s.t. – Raum: KGIV, Raum 4450

Der Kurs wird von einer muttersprachlichen Dozentin geleitet und bietet einen Einblick in die ungarische Sprache und Kultur. Im Mittelpunkt des Kurses stehen erste Sprech-, Grammatik- und Konversationsübungen, die in die Alltagssituation eingebettet werden.

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Neuerscheinungen
  • Alfred Eisfeld, Guido Hausmann, Dietmar Neutatz (Hrsg.): Hungersnöte in Russland und in der Sowjetunion 1891–1947. Regionale, ethnische und konfessionelle Aspekte. Essen 2017 (Veröffentlichungen zur Kultur und Geschichte im östlichen Europa, Band 48).
  • Peter Kaiser: Das Schachbrett der Macht. Die Handlungsspielräume eines sowjetischen Funktionärs unter Stalin am Beispiel des Generalsekretärs des Komsomol Aleksandr Kosarev (1929-1938). Stuttgart 2017.
  • Reinhard Nachtigal: Verkehrswege in Kaukasien. Ein Integrationsproblem des Zarenreiches 1780–1870. Wiesbaden 2016.
  • Thomas Bohn, Rayk Einax, Michel Abeßer (Hrsg.): De-Stalinisation Reconsidered. Persistence and Change in the Soviet Union. Frankfurt am Main/New York 2014.

 

Kontakt
Besucheranschrift:
Rempartstraße 15
Kollegiengebäude IV
Raum 4410
 
Postanschrift:
Historisches Seminar
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
79085 Freiburg im Breisgau

Tel.:  +49 (761) 2 03-34 35
Fax.: +49 (761) 2 03-91 90
Mail: oeg@geschichte.uni-freiburg.de
 
 


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