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Dr. Anja Jetschke

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Funktion NEU: Akademischer Direktor am
GIGA Hamburg
(bis 28.02.2011) Akademische Mitarbeiterin
Sprechstunde bitte per E-Mail vereinbaren
Adresse 79085 Freiburg
Raum KGIV, Raum 4322
Telefon +49 - (0)761 - 203-3482, GIGA: 040-42825768
E-Mail jetschke@giga-hamburg.de

 

Akademischer Lebenslauf

Dr. Anja Jetschke ist seit dem 01. März 2011 Akademischer Direktor der Hamburg International Graduate School am Leibniz Institut für Globale und Regionalstudien (GIGA). Davor war sie Margarete-von-Wrangell-Habilitationsstipendiatin am Lehrstuhl für Internationale Politik. Ihr aktuelles Forschungsprojekt beschäftigt sich mit Prozessen des Politik- und Institutionentransfers zwischen internationalen Organisationen. Im Rahmen ihres Projektes war sie von September 2007 bis August 2008 Post-Doctoral Fellow am Mershon Center for International Security Studies der Ohio State University, und von September 2009 bis Juli 2010 Post-Doctoral Fellow der DFG-geförderten Kollegforschergruppe The Transformative Power of Europe an der FU Berlin. Sie ist Gründungsmitglied der Themengruppe Vergleichende Regionalismusforschung der Sektion Internationale Politik der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft (DVPW) und assoziierte Forscherin im BMBF-geförderten Projekt Grounding Area Studies in Local Practice, einem Projektverbund, an dem die Politikwissenschaft, Wirtschaftswissenschaft, Historiker und Sozial- und Kulturanthropologen beteiligt sind.

In ihrer Dissertation beschäftigte sich Anja Jetschke mit dem Einfluss von internationalen Normen und transnationalen Advokatorennetzwerken auf Staaten des Globalen Südens am Beispiel der Menschenrechte. Dieses Thema führt sie mit dem Schwerpunkt der transitionalen Gerechtigkeit weiter fort. Anja Jetschke hat in München Politikwissenschaft und an der FU Berlin Politologie studiert. Von 1995 bis 1999 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Konstanz und von 1997 bis 2001 Doktorandin am Political Science Department des Europäischen Hochschulinstituts (EHI) in Florenz. Im März 2001 wurde sie zur Hochschulassistentin an der Universität Freiburg ernannt. Von 2002 bis 2004 war sie eine der SprecherInnen der Nachwuchsgruppe der Sektion Internationale Politik der DVPW. Eine Lehrstuhlvertretung führte sie für das akademische Jahr 2005-06 an die Universität Bremen.

Lehre

  • Vorlesung Einführung in die Internationalen Beziehungen
  • Forschungsmethoden und -design
  • Vertiefungsmodul Globalisierung-Regionalisierung

Forschungsschwerpunkte

  • Internationale Organisationen
  • Transnationale Beziehungen und internationale Zivilgesellschaft
  • Normendiffusion
  • Komparativer Regionalismus
  • internationale Beziehungen der asiatischen Region

Forschungsprojekte

Entkopplung von Kooperationsrhetorik und -praxis in internationalen Organisationen: Das Beispiel ASEAN

Das Phänomen der internationalen Institutionenbildung in der Association of Southeast Asian Nations (ASEAN) stellt ein mehrfaches Rätsel dar: Warum erfüllen die Mitgliedstaaten nicht ihre selbst gesetzten Kooperationsziele wie eine vertiefte wirtschaftliche Zusammenarbeit? Wieso bearbeiten sie nicht ihre langjährigen zwischenstaatlichen Konflikte, wie es neoliberale Ansätze prognostizieren würden? Wieso folgt der regionalen Zusammenarbeit kein Impuls für eine weitergehende politische oder wirtschaftliche Integration wie es Integrationsansätze der internationalen Beziehungen erwarten würden? Und warum halten sie an einem scheinbar ineffizienten institutionellen Design der Regionalorganisation fest, das es ihnen nicht erlaubt, Probleme zu lösen?

Das Projekt geht zunächst von der Beobachtung aus, dass die Kooperation in der ASEAN - und vermutlich weiteren Regionalorganisationen wie der ECOWAS, des MERCOSUR oder der CARICOM - ein Problem der Entkopplung zwischen Kooperationsrhetorik und Praxis ist. Mitgliedstaaten verpflichten sich zur Kooperation, ohne aber die dazu notwendigen Anpassungen vorzunehmen und ihr Kooperationsversprechen einzulösen. Das Projekt entwickelt eine soziologische Theorie der internationalen Kooperation in Regionalorganisationen: Staaten kooperieren nicht nur in Regionalorganisationen, um damit grenzüberschreitende Probleme effektiv zu lösen. Sie kooperieren, weil sie sich davon internationale Legitimation versprechen: Die Mitgliedschaft in Regionalorganisationen folgt der Logik der Angemessenheit. Empirisch beobachtbar wird diese Theorie durch die Ähnlichkeit von Regionalorganisationen, vor allem der Ähnlichkeit zur derzeit erfolgreichsten Regionalorganisation der Welt: der EU.

Förderung durch das Margarete-von-Wrangell Programm.

Strafverfolgung und Vergangenheitsbewältigung als europäische Herausforderung

Seit Mitte der 1990er Jahre verstärken sich die Bemühungen, in Staaten mit einer Geschichte von schweren und systematischen Menschenrechtsverletzungen Mechanismen der Vergangenheitsbewältigung zu etablieren. Ihren vorläufigen Höhepunkt hat diese Entwicklung in der Einrichtung des Internationalen Strafgerichtshofes (IStGH) gefunden (Ambos 2008). Diese Bestrebungen werden im politischen und wissenschaftlichen Diskurs in den internationalen Beziehungen nahezu uneingeschränkt positiv bewertet. Angeführt wird die Bewegung zur internationalen Strafverfolgung durch die Europäische Union (EU) die unter den Leitbildern des „Ende der Straflosigkeit“ und des „Kampfes gegen die Straflosigkeit“ in ihren Außenbeziehungen bereits seit langem Rechtsstaatlichkeit fördert. Punitivität wird hier definiert als eine verallgemeinerte Haltung oder Tendenz, auf Herausforderungen oder Normabweichungen mit retributiven (vergeltenden) Sanktionen statt mit restorativen (versöhnenden) Sanktionen zu reagieren. Das Projekt geht von einem qualitativen Umschlagspunkt von restorativen Sanktionen hin zu retributiven Sanktionen aus und untersucht, inwiefern es sich um eine angemessene Reaktion auf Menschenrechtsverletzungen handelt. Ausgehend von der Beobachtung einer Ausrichtung auf retributive Mechanismen und einer verstärkten Kopplung an den IStGH untersucht das Projekt drei zentrale Fragestellungen:

  • Wie groß ist das Ausmaß im internationalen Trend zur Punitivität?
  • Welche neuartigen Problemkonstellationen entstehen durch den Trend zur Punitivität in den Partnerländern?
  • Führen strafverfolgende Mechanismen der Vergangenheitsaufarbeitung, wo sie eingerichtet wurden, zu mehr politischer Stabilität bzw. weniger gewaltsamen Konflikten?

Förderung im Rahmen einer Forschergruppe durch die DFG angestrebt.

Publikationsauswahl

Bücher (begutachtet)

  • Jetschke, Anja 2010: Human Rights and State Security: Indonesia and the Philippines, Philadelphia: University of Pennsylvania Press.
  • Risse, Thomas/Jetschke, Anja/Schmitz, Hans Peter 2002: Die Macht der Menschenrechte. Internationale Normen, kommunikatives Handeln und politischer Wandel in den Ländern des Südens, Baden-Baden: Nomos.

Herausgegeberschaften (begutachtet)

  • Engert, Stefan/Jetschke, Anja (Hrsg.) 2011 i.E.: Transitionale Gerechtigkeit. Versöhnung durch Vergangenheitsaufarbeitung (Sonderheft der Zeitschrift Die Friedens-Warte Journal of International Peace and Organization, 1-2/2011).
  • Rüland, Jürgen/Jetschke, Anja (Hrsg.) 2008: 40 Years of ASEAN: Perspectives, Performance and Lessons for Change. Special Issue, The Pacific Review, Vol. 21: 4. [ISI-ranked]

Aufsätze in begutachteten Zeitschriften und begutachteten Sammelbänden (Auswahl)

  • Engert, Stefan/Jetschke, Anja 2011 i.E.: Einleitung: Transitional Justice 2.0 - Zur Konzeptionellen Erweiterung eines noch jungen Forschungsprogramms, Die Friedens-Warte. Journal of International Peace and Organization, Sonderheft 1-2.
  • Jetschke, Anja 2011 i.E.: Die Rolle von Tribunalen: Das Beispiel Asien, in: Engert, Stefan/Jetschke Anja (Hrsg.) Transitionale Gerechtigkeit. Versöhnung durch Vergangen-heitsaufarbeitung. Die Friedens-Warte. Journal of International Peace and Organization, 1-2.
  • Jetschke, Anja/Murray, Philomena 2011 i.E.: Diffusing Regional Integration: The EU and East Asia, in: West European Politics 34.
  • Jetschke, Anja/Liese, Andrea 2011 i.E.: The Spiral Model - a Decade After, in: Risse, Thomas/Sikkink, Kathryn/Ropp, Steven (Hrsg.): From Commitment to Compliance: The Persistent Power of Human Rights, Cambridge: Cambridge University Press.
  • Jetschke, Anja 2010: Do Regional Organizations Travel? European Integration, Diffusion and Regional Organization Outside of Europe, KFG Working Paper Series No 17, Berlin: KFG.
  • Jetschke, Anja 2009: Institutionalizing ASEAN: Celebrating Europe through Network Governance, in: Cambridge Review of International Affairs 22: 3, 407-426.
  • Jetschke, Anja/Rüland, Jürgen 2009: Decoupling Rhetoric and Practice: The Cultural Limits of ASEAN Cooperation, in: The Pacific Review 22: 2, 179-202. [ISI-ranked]
  • Rüland, Jürgen/Jetschke, Anja 2008: 40 Years of ASEAN: Perspectives, Performance and Lessons for Change, in: The Pacific Review 21: 4, 397-409. [ISI-ranked]
  • Jetschke, Anja 2006: Weltkultur versus Partikularismus, in: Die Friedens-Warte. Journal of International Peace and Organization 81: 1, 25-49.
  • Jetschke, Anja 2006: Challenges to Human Rights and Civil Liberties, in: Hoadley, Stephen/Rüland, Jürgen (Hrsg.): Asian Security Reassessed, Singapore: Institute of Southeast Asian Studies, 291-310.

Konferenzbeiträge und Vorträge (Auswahl)

  • Leitung der Arbeitsgruppe „Konflikt, Kooperation und Demokratisierung in Asien“ des Gesellschaftswissenschaftlichen Kollegs III „Gesellschaft und Staat im Wandel“ der Studienstiftung des Deutschen Volkes, Teil 2 von 4, 04.-08. Oktober 2010, Ellwangen.
  • Einladung zum „Rundtisch-Gespräch Indonesien“, Kommentatorin zum Hauptreferat von Herrn Rolf Timans, Leiter der Menschenrechtsabteilung in der Generaldirektion Außenbeziehungen (GD RELEX) der Europäischen Kommission, organisiert von der Arbeitsgemeinschaft Entwicklungspolitische Zusammenarbeit (FriEnt), 04. Oktober 2010, Bonn.
  • Einladung zur internationalen Konferenz „4th Connecting Civil Societies of Asia and Europe Conference“, veranstaltet von der Asia-Europe Foundation (ASEF) und dem Europe-Asia Policy Forum, anlässlich des 8. Asia-Europe Gipfels (ASEM), 2.-3. Oktober 2010, Brüssel.
  • Vortrag "Is regional integration contagious? The EU and ASEAN", EU Centre Singapore, 31. August 2010.
  • „Regional Integration and Diffusion: Do Regional Organizations Travel? Der Einfluss regionaler und globaler Führungsmächte auf regionale Integration außerhalb Europas, Zweiter Bamberger Sommerworkshop zur vergleichenden Regionalismusforschung, Otto-Friedrich-Universität Bamberg, 18.-19. Juni 2010, Bamberg.
  • „The Power of Human Rights – A Decade After”, Book-Workshop für “From Commitment to Compliance: The Persistent Power of Human Rights”, 03.-05. Juni 2010, Berlin.
  • „The Promotion of Regional Integration by the European Union. Interacting With Civil Society”, University Foundation, College of Europe & UNU-CRIS, In collaboration with: Notre Europe FP 6 GARNET Network of Excellence, 21. April 2010, Brüssel.
  • „Is Regional Integration Contagious? Diffusion, the European Union and Asia“, Jour Fixe of the Kollegforschergruppe The Transformative Power of Europe, 15. Februar 2010, Berlin.
  • Leitung der Arbeitsgruppe „Konflikt, Kooperation und Demokratisierung in Asien“ des Gesellschaftswissenschaftlichen Kollegs III „Gesellschaft und Staat im Wandel“ der Studienstiftung des Deutschen Volkes, Teil 2 von 4, 14.-20. März 2010, Berlin.
  • „Is regional integration contagious? – The EU and Asia“, Transforming Europe Speaker Series of the European Center of Excellence, University of Boulder, CO, 22. Februar 2010, Boulder, Col., USA.
  • „Europe’s Transformative Power: Diffusion and Mimicking of Regional Integration outside of Europe”, Annual Meeting of the International Studies Association (ISA), 17-20. Februar 2010, New Orleans, LA, USA.
  • Kommentatorin Panel V „The EU as a model of regional integration”, KFG Conference “The Transformative Power of Europe“,10.-11. Dezember 2009, Berlin.

 

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