Uni-Logo
Sections
You are here: Home Abteilungen und Arbeitsgruppen Sozialpsychologie und Methodenlehre Abschlussarbeiten
Document Actions

Informationen über Abschlussarbeiten

Wir stellen aber auch hier mögliche Arbeitsthemen in unserer Abteilung vor. Die verschiedenen Forschungsrichtungen / Themenschwerpunkte und jeweils mögliche Abschlussarbeitsthemen werden kurz erläutert. Bei Fragen kontaktieren Sie bitte einfach den jeweiligen Ansprechpartner.

 

Auswirkungen des Distraktordevaluations- und des Bedürfnismanipulationseffekts auf die Bewertung von Produkten

 
In dieser Masterarbeit soll untersucht werden, ob ein manipuliertes Bedürfnis oder aber der Distraktordevaluationseffekt einen stärkeren Einfluss hat auf die anschließende Beurteilung eines beworbenen Produktes. Unter dem Begriff Distraktordevaluation verbergen sich die Befunde von Raymond, Fenske und Tavassoli (2003), die zeigen konnten, dass die Bewertung von Stimuli vom vorhergehenden Aufmerksamkeitszustand beeinflusst wird (fokussieren bzw. ignorieren). Dabei werden vorher ignorierte Stimuli (Distraktoren) negativer bewertet, also devaluiert, als zuvor fokussierte oder gar neue Stimuli. Hingegen konnten Brendl, Markman und Messner (2003) zeigen, dass die Manipulation von beispielsweise des Bedürfnisses Hunger die Bewertung von essens- und nicht-essensbezogenen Produkten beeinflussen (hungrige Personen bewerten nicht-essensbezogene Produkte negativer als essensbezogene). Hingegen zeigte sich bei Veling und Aarts (2011) eine Unterdrückung von Stimuli, die in Relation mit dem manipulierten Bedürfnis standen. Dies wirft die Frage auf, welche der beiden Effekte Distraktordevaluation oder Bedürfnismanipulation einen stärkeren Einfluss haben oder ob gar eine Interaktion beider Effekte zu beobachten ist. Diese Frage soll im Rahmen einer Masterarbeit untersucht werden, wobei die Wahl frei gestellt ist, einen realitätsnäheren Ansatz wie z.B. Werbung im Internet oder Printmedien zu wählen. Eine Interesse an Marketing im Rahmen der Betriebswirtschaftslehre und erste Kenntnisse in der Programmiersprache C++ sind von Vorteil.
 
Literatur: 
 
Brendl, C. M., Markman, A. B. & Messner, C. (2003). The Devaluation Effect: Activating a Need Devalues Unrelated Objects. Journal of Consumer Research, 403-473.
 
Raymond, J. E., Fenske, M. J. & Tavassoli, N.T.(2003). Selecitve Attention Determines Emotional Responses to Novel Visual Stimuli. Psychological Science, 537-542.
 
Veling, H. & Aarts, H. (2011). Unintentional Preparation of Motor Impulses after Incidental Perception of Need-rewarding Objects. Cognition & Emotion, 25 (6), 1131-1138.
 
Yankelovich (2005), Marketing Receptivity Survey, Yankelovich Partners.
 
Zajonc, R.B. (2001). Mere exposure:A gateway to the subliminal. Current Directions in Psychological Science, 10, 224-228.
 
Betreuung/Ansprechpartner: Angela Cho, Dipl.-Psych.
 
 

Untersuchung der Kerncharakteristika multinomialer Prozessbaummodelle für das Quellengedächtnis

 
Der Begriff Wiedererkennungsgedächtnis (recognition memory) beschreibt mehr als die bloße Wiedererkennungsleistung bereits gelernter Stimuli (z.B. einen Satz als bekannt wiedererkennen). Es beihnaltet ebenso die Gedächtnisleistung bestimmter Stimulusattribute, wie zum Beispiel der Kontext in dem ein Stimulus gelernt wurde (z.B. Wer hat den Satz gesagt?). Diese Art von Gedächtnisleistung wird als Quellengedächtnis (source memory) bezeichnet (Johnson, Hashtroudi, & Lindsay, 1993). Um die Anteile der kognitiven Prozesse abzuschätzen, welche dem Quellengedächtnis zugrundeliegen, existieren verschiedene mathematische Messmodelle auf Grundlage von multinoimialen Prozessbaummodellen (z.B., Batchelder & Riefer, 1990; Bayen, Murnane, & Erdfelder, 1996). Neuere Befunde zum Quellengedächtnis scheinen jedoch auf den ersten Blick mit den bisherigen Modellen unvereinbar. Die Kritik richtet sich auf Aspekte des Quellengedächtnises für (a) nicht wiederekannte Items (Starns, Hicks, Brown, & Martin, 2008) sowie (b) overdistribution (Brainerd, Reyna, Holland, & Nakamura, in press). Die letztgenannten Studien sind allerdings unter methodischen Gesichtspunkten zu kritisieren, wodurch weitere Studien zu den beiden Problemen notwendig sind.
 
Literatur: 
 
Batchelder, W. H., & Riefer, D. M. (1990). Multinomial processing models of source monitoring. Psychological Review, 97, 548-564.
 
Bayen, U. J., Murnane, K., & Erdfelder, E. (1996). Source discrimination, item detection, and multinomial models of source-monitoring. Journal of Experimental Psychology: Learning, Memory, & Cognition, 22, 197-215.
 
Brainerd, C. J., Reyna, V. F., Holliday, R. E., & Nakamura, K. (in press). Overdistribution in source memory. Journal of Experimental Psychology: Learning, Memory, and Cognition.
 
Johnson, M. K., Hashtroudi, S., & Lindsay, D. S. (1993). Source monitoring. Psychological Bulletin, 114, 3-28.
 
Starns, J. J., Hicks, J. L., Brown, N. L., & Martin, B. A. (2008). Source memory for unrecognized items: Predictions from multivariate signal detection theory. Memory & Cognition, 36, 1-8.
 
Betreuung/Ansprechpartner: David Kellen und Henrik Singmann 
 
 

Untersuchung zur Gedächtnisleistung beim Wiedererkennen Gesichter fremder Ethnien

 
Die Gesichter anderer Menschen wiederzuerkennen ist eine wichtige Fähigkeit im alltäglichen Leben. Allerdings ist die Gedächtnisleistung nicht für alle Gesichter gleich gut: Studien zeigen, dass Menschen Schwierigkeiten haben Gesichter einer anderen Ethnie korrekt wieder zu erkennen ("Die sehen alle gleich aus") im Vergleich zu Gesichtern der eigenen Ethnie (Hugenberg, Young, Bernstein, Sacco, 2010). Die meisten Studien zu diesem sogennannten other-race-effect (ORE) stammen aus den USA und haben die Gedächtnisleistung von weißen Versuchsteilnehmern für weiße und schwarze oder asiatische Gesichter untersucht (meissner & Brigham, 2001; Sporer, 2001). Da in Deutschland allerdings Einwanderer aus der Türkei oder dem arabischen Raum die größte Migrantengruppe darstellen, stellt sich die Frage ob es in Deutschland einen ORE gegenüber dieser Gruppe gibt (Sporer & Horry, 2011). Erste Ergebnisse unserer aktuellen Forschung deuten darauf hin. Ein weiterer Ansatzpunkt für unsere Untersuchungen ist das bisher zur Untersuchung des ORE verwendete Experimentaldesign. Mit diesem ist eine notwendige Differenzierung zwischen Gedächtnisprozessen und Antworttendenzen nicht möglich. Daher werden wir in diesem Projekt mithilfe multinomialer Prozessbaummodelle des Wiedererkennungsgedächtnisses (recognition memory) den ORE weiter untersuchen (z.B., Bröder & Schütz, 2009). Aktuelle Forschungsfragen sind: Haben Kategorisierungsprozesse einen Einfluss auf den ORE (Klauer & Wegener, 1998)? Beeinflußt die Art der Antwortmöglichkeiten im Experiment (Ja-Nein, Ratingskala, free versus forced-choice) den ORE (Klauer & Kellen, 2010)?
 
Literatur: 
 
Bröder, A., & Schütz, J. (2009). Recognition ROCs are curvilinear-or are they? On premature arguments against the two-high-threshold model of recognition. Journal of Experimental Psychology: Learning, Memory, and Cognition, 35(3), 587. doi:10.1037/a0015279
 
Hugenberg, K., Young, S. G., Bernstein, M. J., & Sacco, D. F. (2010). The categorization-individuation model: An integrative account of the other-race recognition deficit. Psychological Review, 117, 1168–1187. doi:10.1037/a0020463
 
Klauer, K. C., & Kellen, D. (2010). Toward a complete decision model of item and source recognition: A discrete-state approach. Psychonomic Bulletin & Review, 17(4), 465–478. doi:10.3758/PBR.17.4.465
 
Klauer, K. C., & Wegener, I. (1998). Unraveling social categorization in the „Who said what?“ paradigm. Journal of Personality and Social Psychology, 75(5), 1155–1178. doi:10.1037/0022-3514.75.5.1155
 
Meissner, C. A., & Brigham, J. C. (2001). Thirty years of investigating the own-race bias in memory for faces: A meta-analytic review. Psychology, Public Policy, and Law, 7(1), 3–35. doi:10.1037/1076-8971.7.1.3
 
Sporer, S. L. (2001). Recognizing faces of other ethnic groups: An integration of theories. Psychology, Public Policy, and Law, 7(1), 36–97. doi:10.1037/1076-8971.7.1.36
 
Sporer, S. L., & Horry, R. (2011). Recognizing faces from ethnic in-groups and out-groups: Importance of outer face features and effects of retention interval. Applied Cognitive Psychology, 25(3), 424–431. doi:10.1002/acp.1709
 
Betreuung/Ansprechpartner: David Kellen und Henrik Singmann
 
 

Der Einfluss selektiver Aufmerksamkeit auf Emotionen

 
Raymond, Fenske und Tavassoli (2003) konnten belegen, dass selektive Aufmerksamkeit Emotionen beeinflusst. Sie verwendeten in ihren selektiven Aufmerksamkeitsstudien komplexe, bedeutungslose Muster und konnten zeigen, dass zu ignorierende Stimuli negativer bewertet werden als aufgabenrelevante und neue Stimuli. Auch wenn der Effekt vielfach repliziert wurde, sind einige Fragestellungen bislang noch offen. Zum einen gibt es unterschiedliche Auffassungen über die zugrunde liegenden Prozesse, zum anderen ist der Effekt im Anwendungsbereich (zum Beispiel Werbepsychologie) bislang unzureichend untersucht obwohl es Hinweise für die Relevanz des Effekts für den Anwendungskontext gibt (Fenske & Raymond, 2003). In der Masterarbeit soll einer dieser Fragestellungen nachgegangen werden.
 
Literatur: 
 
Raymond, J. E., Fenske, M. J., & Tavassoli, N. T. (2003). Selective attention determines emotional responses to novel stimuli. Psychological Science, 14, 537-542.
 
Fenske, M. J. & Raymond, J. E. (2006). Affective influences of selective attention. Current Directions in Psychological Science, 15, 312-316.
 
Betreuung/Ansprechpartner: Kerstin Dittrich
 
 

„Wegschließen – und zwar für immer?“ - Indirekte Maße der Aggressivität als Prädiktoren aggressiven Verhaltens

 
Strafrechtliche Rückfallprognosen haben im deutschen Strafrecht einen hohen Stellenwert. Bei der Begutachtung der Gefährlichkeit eines Gewaltstraftäters kommen sowohl klinische als auch statistische Methoden zum Einsatz. In diesem Forschungsprojekt wird untersucht, inwieweit insbesondere die letztgenannten statistischen Methoden von aktuellen Entwicklungen in der Grundlagenforschung profitieren können, um zu einer besseren Vorhersage aggressiven Verhaltens beizutragen. Hierzu werden derzeit testdiagnostisch zufriedenstellende indirekte (d.h. non-reaktive) Verfahren zur Erfassung von Aggressivität entwickelt (Phase I). Die psychometrisch bewährte Testbatterie soll dann erneut an einer Stichprobe von Gewaltstraftätern validiert werden (Phase II). Es soll untersucht werden, ob die indirekten Verfahren einen inkrementellen Beitrag zur Vorhersage aggressiver Handlungen leisten können und damit langfristig auch zur Rückfallvorhersage bei Gewaltstraftätern beitragen (Phase III).
 
Folgende Themen können im Rahmen von Masterarbeiten bearbeitet werden:
 
  1. Entwicklung und Testung indirekter Maße für verschiedene sozialkognitive Facetten des Aggressivitätskonstrukts (Thema vergeben)
  2. Prüfung der Vorhersagen von Aggressivitätstheorien mittels konfirmatorischer Faktorenanalyse (Thema vergeben)
  3. Entwicklung (und Testung) von Kodierungs- und Screeninginstrumenten zur Aktenanalyse, die im Rahmen der Erhebungen im Gefängnis eingesetzt werden sollen (gibt bereits Interessenten für Thema)
 
Betreuung/Ansprechpartner: Sarah Teige-Mocigemba und Fabian Hölzenbein
 

 

Personal tools