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Informationen über Abschlussarbeiten

Wir stellen aber auch hier mögliche Arbeitsthemen in unserer Abteilung vor. Die verschiedenen Forschungsrichtungen / Themenschwerpunkte und jeweils mögliche Abschlussarbeitsthemen werden kurz erläutert. Bei Fragen kontaktieren Sie bitte einfach den jeweiligen Ansprechpartner.

 

Wortleseprozesse in Stroop Aufgaben

 
In Stroop Aufgaben werden die Versuchspersonen aufgefordert, auf die Oberflächenfarbe eine Farbwortes zu reagieren und die Wortbedeutung zu ignorieren. Es gelingt ihnen jedoch nicht vollständig, die Wortbedeutung zu ignorieren, weshalb ein Stroop Effekt beobachtet werden kann (z.B. langsamere Reaktionen und mehr Fehler, wenn das Wort BLAU in rot geschrieben ist, im Vergleich zu BLAU in blau). Der Prozess des Wortlesens und des Farbebenennens kann mit Hilfe von mathematischen Messmodellen messbar gemacht werden, jedoch ist der Wortleseparameter bislang noch nicht ausreichend validiert. In der Abschlussarbeit soll daher dieser Parameter validiert werden.

Literatur:
 
Jacoby, L. L., Lindsay, D. S., & Hessels, S. (2003). Item-specific control of automatic processes:
Stroop process dissociations. Psychonomic Bulletin & Review, 10, 638–644.

Lindsay, D., & Jacoby, L. (1994). Stroop process dissociation: The relationship between facilitation
and interference. Journal of Experimental Psychology: Human Perception and Perfomance, 20, 219–234.

 

 
Betreuung/Ansprechpartner: Kerstin Dittrich 
 

Gemeinsame Aufgabenbearbeitung

 

Täglich begegnen wir Situationen, in denen wir Aufgaben mit anderen Personen zusammen bearbeiten oder in denen wir unsere Handlungen mit anderen Personen koordinieren. Möchten wir zum Beispiel eine Tisch zusammen mit einer anderen Person tragen oder wollen wir mit einer anderen Person Tischtennis spielen, planen wir nicht nur unsere eigenen Handlungen, sondern wir planen und repräsentieren auch die Handlungen der ko-agierenden Person um diese in unseren Handlungsplan einzubeziehen. Trotz der Tatsache, dass gemeinsame Aufgabenbearbeitung in unserem Alltag allgegenwärtig ist, wurde in der psychologischen Forschung mehrheitlich die Leistung eines einzelnen Individuums untersucht. Umso wichtiger erscheint es, dass die Forschung zur gemeinsamen Aufgabenbearbeitung in der psychologischen Forschung zunehmend an Bedeutung gewinnt. In der Abschlussarbeit sollen kognitive Aufgaben untersucht werden, die mutmaßlich geteilte Aufgabenrepäsentation als Grundlage einer gemeinsamen Aufgabenbearbeitung messen.
 
Knoblich, G. & Sebanz, N. (2006). The social nature of perception and action. Current Directions in Psychological Science, 15, 99-104.
 
Sebanz, N., Knoblich, G. & Prinz, W. (2003). Representing others' actions: Just like one's own?
Cognition, 88, B11-B21. 
 
 
Betreuung/Ansprechpartner: Kerstin Dittrich 
 

„Wegschließen – und zwar für immer?“ - Indirekte Maße der Aggressivität als Prädiktoren aggressiven Verhaltens

 
Strafrechtliche Rückfallprognosen haben im deutschen Strafrecht einen hohen Stellenwert. Bei der Begutachtung der Gefährlichkeit eines Gewaltstraftäters kommen sowohl klinische als auch statistische Methoden zum Einsatz. In diesem Forschungsprojekt wird untersucht, inwieweit insbesondere die letztgenannten statistischen Methoden von aktuellen Entwicklungen in der Grundlagenforschung profitieren können, um zu einer besseren Vorhersage aggressiven Verhaltens beizutragen. Hierzu werden derzeit testdiagnostisch zufriedenstellende indirekte (d.h. non-reaktive) Verfahren zur Erfassung von Aggressivität entwickelt (Phase I). Die psychometrisch bewährte Testbatterie soll dann erneut an einer Stichprobe von Gewaltstraftätern validiert werden (Phase II). Es soll untersucht werden, ob die indirekten Verfahren einen inkrementellen Beitrag zur Vorhersage aggressiver Handlungen leisten können und damit langfristig auch zur Rückfallvorhersage bei Gewaltstraftätern beitragen (Phase III).
 
Literatur:
 
Wilkowski, B. M., & Robinson, M. D. (2010). The anatomy of anger: An integrative cognitive model of trait anger and reactive aggression. Journal of Personality, 78, 9-38. 
 
Betreuung/Ansprechpartner: Sarah Teige-Mocigemba und Fabian Hölzenbein
 
 

Implementation Intentions

 
In vielen Studien wurde gezeigt, dass Ziele besser erreicht werden können, wenn Personen sogenannte Implementation Intentions nutzen (z.B. Gollwitzer & Sheeran, 2006). Implementation Intentions sind Wenn-Dann-Regeln, bei denen ein zielrelevantes Verhalten (z.B. schmutziges Geschirr abspülen, um mehr Ordnung zu halten) mit einer kritischen Situation (z.B. den Tisch abräumen) verknüpft wird („WENN ich den Tisch abräume, DANN spüle ich sofort das schmutzige Geschirr ab“). Die theoretisch angenommenen Prozesse, die Implementation Intentions zugrundeliegen, legen nahe, dass Implementation Intentions nicht nur positive Effekte für die Zielerreichung haben, sondern unter bestimmten Umständen auch hinderlich sein können. In diesem Forschungsprojekt sollen solche unerwünschten Nebenwirkungen experimentell untersucht werden.
 
Literatur:
 

Gollwitzer, P. M. (1999). Implementation intentions: Strong effects of simple plans. American Psychologist, 54(7), 493–503.

 
Gollwitzer, P. M., & Sheeran, P. (2006). Implementation Intentions and Goal Achievement: A Meta-analysis of Effects and Processes. Advances in Experimental Social Psychology, 38, 69–119.
 
Betreuung/Ansprechpartner: Sarah Teige-Mocigemba und Kerstin Dittrich
 
 

Mixed Models mit unvollständigen Designs

In vielen naturalistischen Studien in der Forschungspraxis kommt es vor, dass die hierarchischen Ebenen eines Untersuchungsplans nicht vollständig balanciert besetzt sind ,beziehungsweise besetzt werden können. Beispielsweise gibt es bei klinische Studie folgende Faktoren:

L1 intrindividueller Verlauf

L2 Patientendaten bem Therapeuten

L3 Treatment-Faktor

L4 Kliniken, wobei nicht alle Kliniken Sites alle untersuchten treatments durchgeführt habenen .

Fragestellung der Arbeit wäre, unter welchen Bedingungen sind mixed models mit allen levels noch anwendbar und wann ist diese Analyseform nicht mehr sinnvoll. Neben der theorieorientierten Aufarbeitung der Fragestellung, sowie einer Literaturübersicht soll die Anwendung dieser Modell an klinisch orientierten Praxisbeispiel(en) durchgeführt werden.

 
 Betreuung/Ansprechpartner: Rainer Leonhart

 

Validierung von Matching-Verfahren über prospensity socres

Propensity scores werden zur Parallelisierung der Untersuchungsbedingungen in naturalistischen Studien benutzt. Die Qualität der Parallelisierung ist abhängig von der Auswahl der Prädiktoren, der Passung der Probanden und der Qualität der Regressionsmodelle. Meist wird hierbei allerdings nicht geprüft, ob die Passung wirklich ausreichend ist, es gibt kein Abbruchkriterium bei der Durchführung eines Matching. Die Anwendung der methodolgischen Empfehlungen soll an einem Datensatz aus einer Studie der Versorgungsforschung (Vergleich stationäre vs tagesklinische Therapie bei Depressionserkrankten) geprüft werden. 

 

 Betreuung/Ansprechpartner: Rainer Leonhart

 

Auswirkungen sozialer Kategorisierung auf Vorurteile

 
Es gäbe keine Vorurteile und keine Stereotype, wenn wir unsere Mitmenschen nicht sozialen Gruppen zuweisen würden ("Mann", "Deutsch-Türkin"). Aber hat die soziale Kategorisierung wirklich eine so zentrale Bedeutung in der Entstehung von Vorurteilen, oder sind nicht andere, beispielsweise emotionale, Faktoren von weit größerer Bedeutung? Eine Arbeitsgruppe um Park und Judd (2005) hat in mehreren Artikeln die Behauptung aufgestellt und empirisch untermauert, dass eine größere Wahrnehmung von Unterschieden zwischen Gruppen nicht die Bewertung der Gruppen verändert. Diese Studien waren aber auf Selbstbericht basiert und vermischen situative mentale Zustände von Probanden (states) mit stabileren Persönlichkeitseigenschaften (traits). Hier ließen sich verschiedene Studien anschließen. Brisant wird das Thema auch dadurch, weil die Autoren relativ weitreichende politisch-gesellschaftliche Forderungen anschließen (Förderung von multikulturellen Ansätzen und das Unterstreichen von Diversität anstelle von Interventionen, die die Gemeinsamkeiten aller Menschen und der jeweiligen sozialen Gruppen betonen).

Literatur:
 

Park. B., & Judd, C. M. (2005). Rethinking the Link Between Categorization and Prejudice Within the Social Cognition Perspective. Personality and Social Psychology Review, 9, 108-130.


Deffenbacher, D. M., Park, B., Judd, C. M., & Correll, J. (2009). Category Boundaries Can Be Accentuated Without Increasing Intergroup Bias. Group Processes & Intergroup Relationships, 12, 175-193.

 

 
Betreuung/Ansprechpartner: Manuel Becker
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