Psychologie - Das Studium!
Wie viele andere Fächer befindet sich auch der Studiengang Psychologie aktuell im Wandel: Im Rahmen des Bologna-Prozesses hat man sich darauf geeinigt, bis zum Jahre 2010 einen europäischen Hochschulraum zu schaffen. Für die Psychologie bedeutet das konkret, dass der bisherige Diplom-Studiengang seit Herbst 2007 durch einen Bachelor-Studiengang ersetzt wurde. Zwei darauf aufbauende Master-Studiengänge werden seit Herbst 2010 angeboten.
Der Bachelorstudiengang
Der Bachelorstudiengang ist jetzt der erste berufsqualifizierende Abschluss, den man im Fach Psychologie erlangen kann. Er soll die grundlegenden, wissenschaftlichen Fachkenntnisse und Zusammenhänge vermitteln, die für einen übergang in die Berufspraxis nötig sind. Die Regelstudienzeit beträgt im Bachelorstudiengang 6 Semester (3 Jahre).
Studiengänge und Studienaufbau
Der Bachelorstudiengang Psychologie kann entweder im Hauptfach oder im Nebenfach studiert werden.
Hauptfach: Hier wird der akademische Grad "Bachelor of Science" (B.Sc.) vergeben. Man studiert nur dieses eine Fach, in dem insgesamt 180 ECTS-Punkte erreicht werden müssen.
Der B.Sc.-Hauptfach strukturiert sich wie folgt:
Module | ECTS-Punkte |
Grundlagenfächer: 3 Module | 48 |
Methodenfächer: 6 Module | 51 |
Anwendungsfächer: 5 Module | 40 |
Wahlpflichtmodul | 6 |
30 Versuchspersonenstunden | 1 |
| Berufsfeldorientierte Kompetenzen (BOK) | 10 |
| Berufs-Praktikum (Dauer: mind. 8 Wochen) | 12 |
Bachelorarbeit (Dauer: 3 Monate) | 12 |
Insgesamt | 180 |
(für weitergehend Interessierte: aktueller Studienplan und aktuelle Prüfungsordnung im B.Sc.)
Nebenfach: Hier wird der akademische Grad "Bachelor of Arts" (B.A.) vergeben. Man studiert z.B. in Kombination mit einem geisteswissenschaftlichen Hauptfach und einem weiteren Nebenfach (zu den Kombinationsmöglichkeiten). Insgesamt müssen im Nebenfach 34 ECTS-Punkte erreicht werden.
Der B.A.-Nebenfach strukturiert sich folgendermaßen:
Module | ECTS-Punkte |
Einführungs-Modul: 2 Veranstaltungen | 2 |
Modul Grundlagen der Psychologie: 4 Veranstaltungen | 16 |
Modul anwendungsorientierte Psychologie: 4 Veranstaltungen | 16 |
Insgesamt | 34 |
(für weitergehend Interessierte: aktueller Studienplan und aktuelle Prüfungsordnung im B.A.)
Fachbegriffe
Das Studium bringt nicht nur viele neue Erkenntnisse und Erfahrungen mit sich, sondern auch viele neue Fachbegriffe und Formalitäten.
Was ist der Unterschied zwischen Bachelor of Science (B.Sc.) und Bachelor of Arts (B.A.)?
Der B.Sc. wird eher in den naturwissenschaftlichen Fächern vergeben, was der allgemeinen Ausrichtung der Psychologie im Hauptfach entspricht. Der B.A. wird im Gegensatz dazu eher in den geisteswissenschaftlichen Fächern vergeben. Da im Nebenfach die komplette methodische Ausbildung entfällt, wird hier mit dem B.A. abgeschlossen.
Nach dem European Credit Transfer System (ECTS) werden an Studierende, die eine Veranstaltung erfolgreich abgelegt haben, Leistungspunkte vergeben, so genannte ECTS-Punkte. Ein ECTS-Punkt entspricht dabei 25 bis 30 Arbeitsstunden. Darin enthalten sind die Vor- und Nachbereitung der Veranstaltung, der Besuch der Veranstaltung und die Prüfungsvorbereitung.
Was ist ein Modul?
Der Bachelorstudiengang Psychologie ist modular aufgebaut. Ein Modul ist eine Lehreinheit, bestehend aus einer oder mehreren Veranstaltungen, die thematisch zueinander gehören, und entspricht einer bestimmten Anzahl von ECTS-Punkten, je nach Arbeitsaufwand. Module können aus Vorlesungen, Seminaren, übungen oder Praktika bestehen.
Was sind Vorlesungen, Seminare, übungen und Praktika?
Das sind verschiedene Arten von Veranstaltungen:
Eine Vorlesung (unbegrenzte Teilnehmendenzahl) im „Hörsaal“ dient der Vermittlung eines überblicks über die Probleme, Arbeitsweisen und Ergebnisse eines Fachgebiets.
Eine Übung (unbegrenzte Teilnehmendenzahl) soll vertiefte Kenntnisse in den Methodenfächern vermitteln, die veranstaltungsbegleitenden Tutorate erfordern die aktive Teilnahme der Studierenden.
Ein Seminar (in der Psychologie nur ca. 30 Teilnehmer/-innen) dient der Einarbeitung in Theorien und Methoden anhand überschaubarer Themenbereiche. Es setzt die aktive Teilnahme, z.B. das Verfassen einer Hausarbeit oder das Halten eines Referats, voraus.
Ein Praktikum (in der Psychologie nur ca. 15 Teilnehmer/-innen) - nicht zu verwechseln mit dem Berufs-Praktikum - soll praktische Erfahrungen mit psychologischen Methoden vermitteln. Es erfordert die aktive Teilnahme der Studierenden in Form von Hausaufgaben und kleinen übungen, ergänzt durch vertiefende Informationen durch den Dozenten.
Was sind Studienleistungen?
In jedem Modul können Studienleistungen gefordert werden, die man erfolgreich erbringen muss, um zur Modulprüfung zugelassen zu werden. Das k?nnen z.B. Referate, übungsaufgaben oder Protokolle sein.
Was sind Prüfungsleistungen?
Jedes Modul wird in einer Modul(teil-)prüfung studienbegleitend (am Ende der Vorlesungszeit), veranstaltungsbezogen (jede Veranstaltung wird geprüft) und ausschließlich schriftlich geprüft. Dies kann z.B. eine Klausur (in Vorlesungen) oder eine Hausarbeit (in Seminaren) sein.
Wie sieht der Stundenplan aus?
Nach gewissen Vorgaben stellt sich jede/r Studierende einen individuellen Stundenplan zusammen, der in der Regel Veranstaltungen von ca. 15 bis 20 Stunden pro Woche umfassen wird.
Wer noch mehr über den Bachelorstudiengang wissen will, findet hier eine Broschüre für Erstsemester.
Der Masterstudiengang
Zum Wintersemester 2010/11 wurden in Freiburg zwei Masterstudiengänge eingeführt, die auf dem bestehenden Bachelorstudiengang aufbauen. Im Sinne eines weiterführenden Studiums werden darin die erworbenen Fachkenntnisse vertieft und psychologische Forschung selbstständig und nach wissenschaftlichen Grundsätzen und Methoden durchgeführt. Die Regelstudienzeit beträgt 4 Semester (2 Jahre). Nach aktuellem Stand berechtigt dieser zweite Abschluss sowohl zu einem Promotionsstudium als auch zu einer Zusatzausbildung zum/-r psychologischen Psychotherapeuten/-in. Für die Ausbildung zum/-r Kinder-/Jugendlichentherapeuten/-in ist hingegen nach aktuellem Stand der Bachelorabschluss ausreichend.
