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          Freiburger Histokurs

 
Lamellenknochen


Im Lamellenknochen haben die Kollagenfibrillen eine besondere Anordnung. Zusammen mit der Grundsubstanz verlaufen sie in Lamellen (lamella =lat.: dünnes Blättchen, Plättchen), die schichtweise konzentrisch um einen zentralen Kanal herum angeordnet sind. Die Richtung der Kollagenfibrillen wechselt dabei in benachbarten Lamellen um etwa 90° (Scherengitterprinzip). Die Osteozyten befinden sich in der Regel zwischen den Lamellen, manchmal auch in ihnen.
Der zentrale Kanal wird als Havers-Kanal bezeichnet. Er enthält lockeres Bindegewebe, Blutgefäße und Nerven, die das Knochengewebe versorgen. Alle Havers-Kanäle verlaufen parallel zur Längsachse des jeweiligen Röhrenknochens. Sie sind untereinander durch quer verlaufende Kanäle verbunden, die Volkmann-Kanäle, die mitten durch die Lamellen hindurch ziehen.
Die Einheit aus Havers-Kanal und umgebenden Lamellen wird als Osteon oder Havers-System bezeichnet. Der Lamellenknochen setzt sich aus vielen einzelnen Osteonen zusammen.


Die Lamellen in den Osteonen werden genauer als Speziallamellen bezeichnet. Da andauernd Osteone auf- und abgebaut werden, findet man häufig Reste von Lamellen, die ursprünglich zu einem mittlerweile abgebauten Osteon gehörten. Diese verbliebenen Reste nennt man Schaltlamellen.
Direkt unter dem Periost verlaufen Lamellen, die nicht einen Zentralkanal, sondern den gesamten Knochen umgeben. Sie heißen äußere Generallamellen. Direkt über dem Endost verlaufen entsprechend die inneren Generallamellen, die statt des Zentralkanals die Markhöhle des Knochens umgeben.


Lamellenknochen tritt in zwei Formen auf:
 

Substantia compacta  Die äußere Schicht vieler Knochen besteht aus sehr kompaktem Lamellenknochen. Sie wird deswegen als Substantia compacta bezeichnet.
Substantia spongiosa  Im Inneren bildet der Lamellenknochen ein schwammartiges Balkenwerk mit vielen untereinander verbundenen Höhlen. Diesen Bereich nennt man Substantia spongiosa (spongia =griech.: Schwamm).
Die Knochenbälkchen verlaufen dabei entsprechend den Linien des größten Drucks und Zugs (= Trajektorien). Damit kann sich der Knochen mit relativ wenig Material an seine Hauptbelastungen anpassen.
 
Hinweis: In den Höhlen der Substantia spongiosa sowie in der Knochenmarkshöhle befindet sich das Knochenmark.
 
Das Präparat zeigt einen Ausschnitt aus der Substantia compacta eines Röhrenknochens. Der Knochen ist dabei quer geschnitten.
Man erkennt viele Osteone, das heißt jeweils einen Zentralkanal mit umgebenden Speziallamellen. Zwischen den Osteonen sieht man Schaltlamellen. In den höheren Vergrößerungen sind außerdem die eingemauerten Osteozyten in den Lakunen zu erkennen. Mit ihren Fortsätzen in den Canaliculi stehen die Osteozyten untereinander in Verbindung.
 
Dieses Präparat zeigt ebenfalls einen Ausschnitt aus der Substantia compacta eines Röhrenknochens. Diesmal ist der Knochen aber längs geschnittten. Im oberen Blickfeld ist als äußere Begrenzung das Periost zu sehen. Man erkennt in der kleinen Vergrößerung Anschnitte von Havers-Kanälen, die jedoch nicht in ihrer vollen Länge getroffen sind. Zum Teil sind schräge Abzweigungen von Volkmann-Kanäle angeschnitten. In den höheren Vergrößerungen sieht man wieder die Osteozyten mit ihren Fortsätzen.

 
 
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