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Prof. Monika Glettler

Monika Glettler war von 1994 bis 2002 Professorin für Neuere und Osteuropäische Geschichte an der Universität Freiburg.

monika glettlerCurriculum Vitae

Monika Glettler, 1942 in Bad Schlag, Kreis Gablonz a. d. Neiße geboren, studierte an den Universitäten München, Wien und Prag Geschichte, Slavistik und Germanistik und wurde mit „Summa cum laude“ 1971 in Saarbrücken promoviert. Das Thema der Doktorarbeit lautete: „Die Wiener Tschechen um 1900. Strukturanalyse einer nationalen Minderheit in der Großstadt.“ Danach war Frau Glettler ein Jahr lang als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Münchner Collegium Carolinum, Forschungsstelle für die böhmischen Länder, angestellt, und erwarb sich – in Ergänzung zum Tschechischen – Ungarisch- und Slowakischkenntnisse. Von 1973 bis 1976 arbeitete sie in ungarischen und slowakischen Archiven an ihrer Habilitation, die sie 1978 in München abschloss; Thema: „Pittsburg – Wien – Budapest. Programm und Praxis der Nationalitätenpolitik bei der Auswanderung der ungarischen Slowaken nach Amerika um 1900.“ Für die beiden Werke wurde ihr 1981 von der Österreichischen Forschungsgemeinschaft der „Antony-Gindely-Preis für Geschichte der Donaumonarchie“ verliehen.
1980/81 wurde Frau Glettler zu einer Gastprofessur an die New Yorker Columbia University, Institute on East Central Europe eingeladen. Anschließend lehrte sie an der Universität München, wurde zum apl. Prof. ernannt und vertrat 1987/88 die C 4 Professur für Osteuropäische Geschichte an der Universität Frankfurt am Main. Dann kehrte sie wieder nach München zurück und übernahm dort die Geschäftsführung und wissenschaftliche Leitung des Sudetendeutschen Archivs. An der Münchner Universität war sie bis 1994 am Lehrstuhl für Mittlere und Vergleichende Landesgeschichte tätig.
Von August 1994 bis zum Wintersemester 2002 übernahm sie den Lehrstuhl für Neuere und Osteuropäische Geschichte an der Philosophischen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

Forschung und Lehre

Die Schwerpunkte in Forschung und Lehre verbinden historische Betrachtungsweisen mit Theorie und Methoden der Sozialwissenschaften. Dies gilt für die Neuere Geschichte im Allgemeinen, insbesondere jedoch für die Geschichte der Habsburgermonarchie und deren Nachfolgestaaten, d. h. für ost-, südost- und mitteleuropäische Fragen im 19. und 20. Jahrhundert. Die Thematik umfasst Binnen- und Übersee-Migration, Methodologie-Diskussionen und Nationalismus- sowie Totalitarismustheorien, Regional-, Stadt- und Landesgeschichte im Vergleich, Probleme der Historiographie sowie comparative Minderheitenforschung auf Micro- und Macro-Ebene. In diesem Rahmen war Monika Glettler auch an internationalen Forschungsprojekten beteiligt (z. B. seitens der European Science Foundation, Strasbourg).

Auszeichnungen

  • Preisträgerin des „Theodor-Körner-Stiftungsfonds“ in Wien (1977)
  • „Anton-Gindely-Preis“ für Geschichte der Donaumonarchie in Wien (1981)
  • Ehrendiplom des Slovak World Congress, Toronto (1982)
  • Kulturpreis für Wissenschaft der Sudetendeutschen Landsmannschaft, München (1984).

 

Publikationen (Auswahl)

I. Monographien

  • Sokol und Arbeiterturnvereine (D.T.J.) der Wiener Tschechen bis 1914. Zur Entwicklungsgeschichte der nationalen Bewegung in beiden Organisationen. München-Wien (Oldenbourg) 1970.
  • Die Wiener Tschechen um 1900. Strukturanalyse einer nationalen Minderheit in der Großstadt. München-Wien (Oldenbourg) 1972.
  • Pittsburg-Wien-Budapest. Programm und Praxis der Nationalitätenpolitik bei der Auswanderung der ungarischen Slowaken nach Amerika um 1900. Wien (Österr. Akad. d. Wiss.) 1980.
  • Böhmisches Wien. Wien-München (Herold) 1985.
  • Glettler, Monika / Míšková, Alena: Prager Professoren 1938-1948. Zwischen Wissenschaft und Politik. (Veröffentlichungen zur Kultur und Geschichte im östlichen Europa, Bd. 17). Essen 2001.

 

II. Aufsätze in Fachzeitschriften und Sammelbänden

  • K vývoji českého socialistického dělnického hnutí v Vídni před první světovou válkou. (Zur Entwicklung der tschechischen sozialistischen Arbeiterbewegung in Wien vor dem 1. Weltkrieg). In: Bulletin Komise pro dějiny krajanů Čechů a Slováků v zahraničí, ČSAV, č. 5, Prag 1967, S. 11-19.
  • Anwendbarkeit und Grenzen der komparatistischen Methode in der Nationalismus-Forschung. In: Österreichische Osthefte 3 (1979), S. 203-214.
  • Überlegungen zur historiographischen Neubewertung Bethlen Gábors. In: Ungarn-Jahrbuch 9 (1978) S. 237-255.
  • Erziehungswesen, Schule und Gesellschaftsstruktur seit der Aufklärung. In Deutschland und Österreich, hrsg. von Robert A. Kann und Friedrich Prinz, Wien (Jugend und Volk) 1980, S. 450-489.
  • Probleme und Aspekte der Reformation in Ungarn. In: Ungarn-Jahrbuch 10 (1979), S. 225-240.
  • Nationalismus und Nationalismusforschung. Problemstellung und Lösungsansätze. In: Helmut Rumpler (Hrsg.): Kärntens Volksabstimmung 1920. Klagenfurt 1981, S. 14-28.
  • Stadt und Land. Bemerkungen zur vergleichenden Regionalgeschichte im Zeitalter der Industrialisierung. In: Österreichische Osthefte 4 (1985)), S. 476-491.
  • Urbanisierung und Nationalitätenproblem in Wien um 1900. In: Peter Berner, Emil Brix, Wolfgang Mantl (Hrsg.): Wien um 1900. Aufbruch in die Moderne. Wien 1986, S. 185-195.
  • Was ist eigentlich slowakische Geschichtsschreibung? Perspektiven zur Historiographie der Slowakei vom 9. Jh. bis zum Ende des 1. Weltkrieges. In: Bohemia 28 (1987), S. 135-142.
  • Slowakische Rückwanderung aus den USA nach Ungarn vor dem 1. Weltkrieg. In: Migration, A European Journal of International Migration and Ethnic Relation 1987, H. 2, S. 23-46.
  • Ethnische Vielfalt in Preßburg und Budapest um 1910. Teil I. Ungarn Jahrbuch 16 (1988), S. 46-71. Teil II. Ungarn Jahrbuch 17 (1989), S. 20-83.
  • Bécs a közös kultúra nemzetiségi vetülete (Wien – die gemeinsame Kultur in der Perspektive der Nationalitäten). In: Bécsi Napló, 9. Jg., Nr. 2, März/April 1990, S. 6 und Nr. 3, Mai/Juni 1990, S. 5.
  • Med. Dr. Georg Glettlers Physikalisch-diätisches Sanatorium Bad Schlag bei Gablonz (Deutschböhmen). Autobiographische Skizzen. Erinnerungen der Kurgäste und das Echo bei Pfarrer Kneipp in Bad Wörishofen. In: Sudetendeutsches Archiv München (Hrsg.): Informationen für sudetendeutsche Heimatsammlungen. Folge 33/34. München 1990, S. 101-174.
  • The Hungarian Government Position on Slovak Emigration, 1885-1914. In: Julianna Puskás (Hrsg.): Overseas Migration from East-Central and Southeastern Europe 1880-1940. Budapest 1990, S. 107-118 (Studia Historica Academiae Scientiarum Hungaricae, 191).
  • The Slovaks in Bratislava and Budapest, 1861-1914. In: Max Engman (Ed.): Ethnic Identity in Urban Europe. Worcester 1992, S. 295-330.
  • Bosnien und Herzegowina in der Habsburgermonarchie: Selbstregulierung oder Intervention? In: Ungarn-Jahrbuch 22 (1995/1996), S. 217-231.
  • Die Bewertung des Faktors Deutschland in der österreichischen Historiographie. In: Gehler / Brandt / Schmidt / Steininger (Hrsg.): Ungleiche Partner. Stuttgart 1996, S. 55-72.
  • Die Monarchia Austriaca und die deutsche Musik. In: Friedrich Wilhelm Riegel (Hrsg.): Anton Bruckner: Tradition und Fortschritt in der Kirchenmusik des 19. Jahrhunderts. Sinzig 2001, S. 29-46.
  • Die böhmischen Länder und Österreich von 1848 bis 1914. In: Prag – Wien. Zwei europäische Metropolen im Lauf der Jahrhunderte. Wien 2003, S. 35-70.
  • Die Slowaken und das Problem der „Slowakei“. In: Helmut Rumpler / Peter Urbanitsch (Hrsg.): Die Habsburgermonarchie 1848-1918. Bd. VIII, 1. Teilband, Wien 2006, S. 1321-1347.
  • Die Wiener „Slovanská Beseda“ (1865-1914) und Baltazar Bogišić (1865/66). In: Luka Breneselović: Spomenica Valtazara Bogišića o stogodišnjici njegove smrti 24. apr. 2008. godine. 2 Bde. Beograd 2011, hier Bd. 1, S. 65-70.
  • Joseph Anton (Stephan) von Riegger (1742-1795). Ein Gelehrtenschicksal im Dreieck Wien – Freiburg – Prag. In: Forschungsbeiträge der Geisteswissenschaftlichen Klasse. Schriften der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste. Bd. 32. Red. Eduard Hlawitschka. München 2012, S. 129-158.

 

III. Artikel in Nachschlagewerken

  • Neue Deutsche Biographie (2003), Lexikon zur Geschichte Südosteuropas (2004), Enzyklopädie Migration in Europa vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart (2007).

 

IV. Herausgeber- und Mitherausgebertätigkeit

  • Monika Glettler / Heiko Haumann / Gottfried Schramm: Zentrale Städte und ihr Umland. Wechselwirkungen während der Industrialisierungsperiode in Mitteleuropa. St. Katharina 1985.
  • Sudetendeutsches Archiv (Hrsg.): Josef Pekař. Tschechoslowakische Geschichte. Bearbeitet und eingeleitet von Monika Glettler. Benediktbeuren 1988.
  • Landtagsreden zur bayerischen Vertriebenenpolitik 1946-1950. Benediktbeuren 1993.
  • Glettler, Monika / Liptak, L’ubomir / Míšková, Alena (Hgg.): Geteilt, besetzt, beherrscht. Die Tschechoslowakei 1938-1945: Reichsgau Sudetenland, Protektorat Böhmen-Mähren, Slowakei. Deutsch-Tschechische und Deutsch-Slowakische Historikerkommission, Bd. 11. Essen 2004.

 

V. Übersetzungen aus dem Tschechischen, Texte für Rundfunksendungen (RFE/ORF) und Rezensionen

  • Kalivoda, Robert: Revolution und Ideologie. Der Hussitismus. Köln/Wien (Böhlau) 1976, 397 S.
  • Prinz, Friedrich (Hrsg.): Wenzel Jaksch-Edvard Beneš. Briefe und Dokumente aus dem Londoner Exil 1939 1948. Köln 1973. (hier die tschechischen Briefe)
  • Hrubý, Karel: Senior Communitas – eine revolutionäre Institution der Prager hussitischen Bürgerschaft. In: Jb. d. Collegium Carolinum 13 (1972), S. 9 43.
  • Ders.: František Graus. Struktur und Geschichte, Signierungen 1971. Rez. in: Zeitschrift für Ostforschung 22 (1973), S. 369 372.
  • Radio Free Europe, Sendereihe „Radio University“:
  • 1985, 7. April: “Obdobie Slovenského Štátu (Der Zeitraum des Slow. Staates) 1939-1946“
  • 1985, 7. September: „Slováci v Uhorsku v rokoch 1070 1867 (Die Slowaken in Ungarn in den Jahren von 1070 1867
  • 1985, 14. September: Slováci v Uhorsku v rokoch 1867 1914 (Die Slowaken in Ungarn in den Jahren 1867 1914)“.
  • Zahlreiche deutsch  und englischsprachige Rezensionen für: MIÖG, MÖSTA, Donauraum, Austrian History Yearbook, East Central Europe, Südostdeutsches Archiv, Südostforschung, Zeitschrift für Ostforschung, Erasmus, Canadian Review of Studies in Nationalism, Europa Ethnica, Bohemia, Nationalities Papers, German Studies.
Neuerscheinungen
  • Alfred Eisfeld, Guido Hausmann, Dietmar Neutatz (Hrsg.): Hungersnöte in Russland und in der Sowjetunion 1891–1947. Regionale, ethnische und konfessionelle Aspekte. Essen 2017 (Veröffentlichungen zur Kultur und Geschichte im östlichen Europa, Band 48).
  • Peter Kaiser: Das Schachbrett der Macht. Die Handlungsspielräume eines sowjetischen Funktionärs unter Stalin am Beispiel des Generalsekretärs des Komsomol Aleksandr Kosarev (1929-1938). Stuttgart 2017.
  • Reinhard Nachtigal: Verkehrswege in Kaukasien. Ein Integrationsproblem des Zarenreiches 1780–1870. Wiesbaden 2016.
  • Thomas Bohn, Rayk Einax, Michel Abeßer (Hrsg.): De-Stalinisation Reconsidered. Persistence and Change in the Soviet Union. Frankfurt am Main/New York 2014.

 

Kontakt
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Raum 4410
 
Postanschrift:
Historisches Seminar
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
79085 Freiburg im Breisgau

Tel.:  +49 (761) 2 03-34 35
Fax.: +49 (761) 2 03-91 90
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