Uni-Logo
Sie sind hier: Startseite Personal Aktuelle Mitarbeiter Michel Abeßer, M. A. Michel Abeßer, M.A.
Artikelaktionen

Michel Abeßer, M.A.

michel abeßer 1000x1300px

Michel Abeßer, M.A.

 

Mail: michel.abesser@geschichte.uni-freiburg.de

Telefon: +49-761-203-3456

Raum: 4455


Sprechstunde am Dienstag, 16:00 bis 17:00 Uhr

  

Kurzbiografie

Geboren 1980, Studium an der Friedrich-Schiller Universität Jena (Osteuropäische Geschichte, Neuere Geschichte und Soziologie), 2006 MA „International Master in Russian Studies“ (European University at St. Petersburg), 2008 Magister (Friedrich Schiller Universität Jena), 2008-2012 Doctoral Fellow an der FRIAS School of History, (Forschungsaufenthalte in Moskau, St. Petersburg und Tallinn)
 

FRIAS Forschungsprojekt

„..deshalb muss der Jazz sowjetisch werden“ – Integration, Freiräume und Innovation in der Sowjetischen Kultur nach 1953

Zwischen Ende der 1940er Jahre bis Mitte der 1960er Jahre wurden die meisten subversiven Elemente des Jazz in legitime Teile der sowjetischen Kultur transformiert. Die Arbeit widmet sich der Frage, wie unter den Bedingungen ambivalenter politischer Liberalisierung, kultureller Öffnung des Landes und gesellschaftlicher Transformation eine vormals hochpolitische Form westlicher Unterhaltungsmusik mit eigenen sowjetischen Traditionslinien in den kulturellen Kanon des Spätsozialismus Eingang fand und in allen größeren Städten der Sowjetunion institutionalisiert wurde. Dabei steht eine heterogene Gruppe von Musikern, Organisatoren und Journalisten im Zentrum, die über informelle Strategien und lokale Allianzen (mit der Partei, dem Komsomol und dem Komponistenverband) den Jazz von einer subversiven populären Musikform in eine Form der Kunstmusik transformierten, welche in das hierarchische sowjetische Kulturmodell passte. Einerseits boten diese lokal unterstützten Netzwerke der technischen Intelligenzija, die vom Regime stetig ins Zentrum des Diskurses um den gesellschaftlichen Fortschritt gerückt wurde, eine eigene Form der Öffentlichkeit, Distinktionsgewinn und Karrierechancen. Andererseits wurde hier die Mehrzahl der Musiker, Komponisten, Journalisten und Techniker sozialisiert, die zum Erfolg der sowjetischen Massenkultur der 1970er und 80er Jahre wesentlich beitrugen. Entgegen dem Narrativ des Jazz als freiheitlicher und antitotalitärer Musik fragt das Projekt nach der Innovations- und Integrationskraft der sowjetischen Kultur nach 1953, die sich in wachsendem Maße zwischen globalen Kultureinflüssen und lokaler pragmatischer Initiative situiert sah.

 

Publikationen

Rezension für HSozKult: Neirick, Miriam: When Pigs Could Fly and Bears Could Dance. A History of the Soviet Circus. Madison 2012.

Das New Orleans an der Newa. Leningrad und die Sowjetisierung des Jazz in den fünfziger und sechziger Jahren, in: Zeitgeschichte in Hamburg 2012, hrsg. von der Forschungsstelle für Zeitgeschichte, Hamburg 2013, S.29-46.

Rezension für HSozKult: Zhuk, Sergej: Rock’n Roll in the Rocket City. The West, Identity, and Ideology in Soviet Dniepropetrovsk, 1960-1985, Washington 2010.

Between Cultural Opening, Nostalgia and Isolation - Soviet Debates on Jazz between 1953 and 1964, in: Pickhan, Gertrud/ Ritter, Rüdiger (Hrsg.) Jazz behind the Iron Curtain (=Jazz. Jazz under State Socialism, Vol.1), Frankfurt am Main 2010, S.99-116.

Rezension: Bohn, Thomas M.: Minsk – Musterstadt des Sozialismus. Stadtplanung und Urbanisierung in der Sowjetunion nach 1945, in: HZ 289 (2009), 3, S.857.

„WWW-Ressourcen zu Osteuropa“, in: Bohn, Thomas/ Neutatz, Dietmar (Hrsg.): UTB Studienhandbuch Osteuropa, 2 Bd., 2. Aufl., Köln, Weimar, Wien 2009, S.487-493.

“Alleingelassen an der historischen Front” – zur besonderen Situation der Osteuropäischen Geschichte an der Universität Jena zwischen Ideologie und Wissenschaftlichkeit 1945 bis 1989/90, in: Hoßfeld, U./ Kaiser, T./ Mestrup, H. (Hrsg.): Hochschule im Sozialismus. Studien zur Geschichte der Friedrich-Schiller-Universität Jena (1945-1990), 2 Bd., Köln, Weimar, Wien 2007, S. 1715-1748.

 

Konferenzen/Workshops

Februar 2012 Organisation der Konferenz “From a totalitarian state to an open society? De-Stalinisation in the Soviet Union 1953-1964” (gemeinsam mit Thomas Bohn und Rayk Einax, Universität Giessen)

Mai 2010 Organisation des Workshops „Erosion and Stabilisation of Authoritarian Regimes in the 1950s and 60s“ an der FRIAS School of History (gemeinsam mit Anna Catharina Hofmann und Andrés Antolin Hofrichter)

Neuerscheinungen
  • Alfred Eisfeld, Guido Hausmann, Dietmar Neutatz (Hrsg.): Hungersnöte in Russland und in der Sowjetunion 1891–1947. Regionale, ethnische und konfessionelle Aspekte. Essen 2017 (Veröffentlichungen zur Kultur und Geschichte im östlichen Europa, Band 48).
  • Peter Kaiser: Das Schachbrett der Macht. Die Handlungsspielräume eines sowjetischen Funktionärs unter Stalin am Beispiel des Generalsekretärs des Komsomol Aleksandr Kosarev (1929-1938). Stuttgart 2017.
  • Reinhard Nachtigal: Verkehrswege in Kaukasien. Ein Integrationsproblem des Zarenreiches 1780–1870. Wiesbaden 2016.
  • Thomas Bohn, Rayk Einax, Michel Abeßer (Hrsg.): De-Stalinisation Reconsidered. Persistence and Change in the Soviet Union. Frankfurt am Main/New York 2014.

 

Kontakt
Besucheranschrift:
Rempartstraße 15
Kollegiengebäude IV
Raum 4410
 
Postanschrift:
Historisches Seminar
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
79085 Freiburg im Breisgau

Tel.:  +49 (761) 2 03-34 35
Fax.: +49 (761) 2 03-91 90
Mail: oeg@geschichte.uni-freiburg.de
 
 


Größere Kartenansicht

Benutzerspezifische Werkzeuge